Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1895-01-01 · 13.1895 · page 35

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
13.1895
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2273546-2273571--0486-2274254
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- 34 — Thätigkeit einander gegenseitig hindern1). Gott ist allwissend, allmächtig, lebend, in aller Ewigkeit existirend, er ist kein Körper und nichts kann ihm gleichgestellt werden. — Hier folgt eine Anschauung, welche wenigstens zum Theil der as'aritischen Ansicht entspricht. Das Wort Gottes, meint Jehuda Hadassi, ist nicht geschaffen2), nichtsdestoweniger fügt er aber Bemerkungen hinzu, welche die mu'tazilitischen Anschauungen wiedergeben. Nach diesen nämlich kann unter dem „ Worte" immer nur dasselbe verstanden werden, ob es nun von Gott, oder von den Menschen gebraucht wird. Das „Wort" aber bezeichnet im gewöhnlichen Sprachgebrauche die Zusammensetzung, articulirter, bedeutsamer Laute, daher kann es auch, wenn es von Gott gebraucht wird, nichts Anderes bedeuten. Da aber die articulirten Laute nothwendig einander folgen müssen, also nicht im selben Augenblicke ins Dasein treten können, daraus folgt, dass sie nicht uegeschaffen sein können, daher also auch das Wort Gottes an die Propheten geschaffen ist. Das ist der Gedankengang der Mu'taziliten, wie er vielfach in Kalämwerken und sonstigen Arbeiten jüdischer und muhammedanischer Schriftsteller bezeugt ist3). Merkwürdig ist eben, dass Jehuda Hadassi die Anschauung vom Wesen des Gotteswortes, die von den meisten karäischen Schriftstellern vertreten wird, annimmt4) und doch der as'aritischen Lehre von der Ewigkeit desselben huldigt. Dies ist umso auffälliger, da er an einer anderen Stelle5) seine Ansichten über das Wesen der Sprache darlegt, welche ebenfalls mit den mu'tazilitischen Anschauungen, die mit Rücksicht auf die Lehre vom Gottesworte ausgebildet worden sind, übereinstimmen. Wir heben hier nur diejenigen Puncte hervor, welch von den Mutakallimün in ihrer Beweisführung in Betreff des Gescbaffenseins des Gotteswortes berücksichtigt werden. — Die Laute der lebendigen Wesen haben eine Bedeutung oder nicht6). Bedeutungslos sind diejenigen Laute welche nicht den Willen dessen offenbaren, der sie hervorgebracht, wie das Brüllen des Ochsen, das Wiehern der Rosse, das Brüllen des Löwen u. s. w. Aber es gibt auch unter den Lauten der Wesen, welche zu sprechen vermögen, solche, die keine Bedeutung besitzen. So besitzt der einzelne Laut keine Bedeutung und er erlangt eine solche nur, wenn er mit zwei oder drei Consonanten zusammengesetzt wird. Laute nennt Hadassi eben nur die Vocale. Die Consonannten sind das wichtigere Element der Sprache, denn die Vocale bedürfen eher der Consonanten, als diese der Vocale. Die letzteren sind Accidenzen, welche eines Substrates bedürfen, ihr Substrat bilden aber die Consonanten7). *) vkvö bz :prt ntf« vnn ray »»» ej'Sna »2 :j'2ai yyv w iS ]m tritt sin '2 :j<2r6 wbv m»» na ]'23'na nrw ynz yiv. 2) Nr. 27. xm isaai warn xm '2 »«na »u* ifnp pb ynbx 'T'23n m« vx mb »arc ibip ax pn* xb o -pane tos bs vb nvoi urp d»bc «t nain 2V122 »sm xm imwi Aipa rayan »2 -jnjn na2m. 3) S. unten. 4) Nr. 27. -rare i2ine :iVip »in x\n ms in» r.w iSnaa nron« nim23i royaew "fo'jaa ninvi2 nvniN v»p yaw V>»2B»i vnx '32 bipD ns'OKi ns'D» np»Dsi nnn2 1^2 nwnn. Nr. 28. 0^22 p« '2 nnn2 h6i 1*12-6 •»« np'os K'nc na*oto nin»p ni2T c*7K '322. Den oben ausgeführten Gedanken begegnen wir Mul.it. 4Sbf. ^Xasj p^IXSb £.4 &ä*3j ^1 ^5 ub J**a*J ^5 q'9 ^>yX»- Der Titel und jene Stelle des Capitels werden von Ahron b. Elia, Ez cbajim, S. 167, angefulut. BL 49a heisst es: öjyot «jüu«5>5 aj'Lol vjüjkj ..^Uüt ^1 jJLcfj «wJi ^^)S>3 La yu*> Oy.*aJl qLj" X*teL«Jb *X*äj iüajiiA^ Kxktä/» ^yc ^bäÄJl ^..-^ i_X_^>Ul }c\5> oLo^i (*J O^oJl ^X~^J g^*? f^bGl 0i jü^b 0^Lku ^i. oU^I o_50 r^bGi Jowj 0\ 3i ^^yG r^üüi 4 »üj^3 La Irsäd 22b heisst es, dass die Mu'taziliten von der Sprache folgende Definition gegeben hätten: j»^L£Ji (jo\j£J xJb Äatbä^ üjj^Jj X.»p7*JU u^yr*. Das. 23 a. ^JÜiiJ f^bCJ! äJjäxJI o^CiJ Jö .iU^ÄJLji ^AjjÄJtj K*bfliJi oLao^)! r^ÜÜi Di (j^dJÜb 5) Nr. 164. ■ " e) ^»ina law ^»yia arab. J^-^9 7) (kLäx) n«3n2 n«nS rn^pn pans 2«j?i n^nnn ^« *ps invn1? yB«n »esai ye« «in ^ipni ni^pn nan nof?an o mvnKn dk »2 nn»an n*2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.