Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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— 29 — gegen sie umso schwerer sein könne. — Diesen Anschauungen Josef b. Zaddiks begegnen wir sowohl bei Sa'adja1), als auch bei Josef al-Basir.2) Auch bei Josef b. Zaddik finden wir die Eintheilung der Gebote in Vernunft- und Offenbamngsgebote3). In einem Capitel über die Busse4) scheint er Sa'adja oder Bachja gefolgt zu sein. Wie bei dem ersteren, hat auch bei ihm die Busse vier Bedingungen: die Reue, das Aufgeben der Sünde, die Bitte um Vergebung und den Entschluss, nicht mehr zu sündigen5). Der zweite Theil des vierten Abschnittes führt den Titel cnnesi was dem arabischen Wtxä*ä5>5 vL»*j^ u?' entsprechen würde6). Im ersten Capitel dieses Theiles führt Ibn Zaddik aus, ebenso wie dies Sa'adja im neunten Capitel seines religionsphilosophischen Werkes thut, dass diese Welt nicht der Ort des Lohnes und der Strafe sei, denn die Freuden des Lebens sind nur Ruhepuncte in der Reihe der Leiden, und die Leiden und Freuden unmöglich Lohn und Strafe sein können. Bemerkenswerth ist, dass es bei Ibn Zaddik schon als ein unumstösslicher Satz gilt, dass Lohn und Strafe im Jenseits ewig seien. Eingehend wird hier „die Lehre der Mutakallimün" besprochen, dass das Prinzip der Vergeltung auch auf die kleinen Kinder und auf die Thiere Anwendung finde7). Wie es aus seinen Worten hervorgeht, hat er die Anschauung aus dem Kompendium Josef al-Basir's, al-Mansüri genannt, kennen gelernt. Es wird hier vielleicht am Platze sein, auf die Geschichte dieser Anschauung, wie sie uns in den verschiedenen Kalamwerken begegnet, einen Blick zu werfen, zumal sich uns dadurch Gelegenheit bieten wird, einen Mutakallim kennen zu lernen, von dem bisher kaum mehr als der Name bekannt war< — Bei der centralen Stellung, welche die Lehre von der Gerechtigkeit Gottes bei den Mu'taziliten eingenommen hat, musste die Speculation mit der Erklärung des Entstehens und der Berechtigung der Leiden von unschuldigen Kindern und von Thieren sich eingehender beschäftigen und so finden wir schon in den älteren Kalamwerken die verschiedenen Versuche erwähnt, welche zur Lösung dieser Frage J) Auiänät 15 b Z. 3—4, 11-12, Mikrokosmos S. 61 Z. 8-13. 2) Mul.it. 109b ff. Das. 113a heisst es: yUCib Joti Jsjjj ja q^JI jw^ä'j ^JJt;JoiJt ü5ÜJ JJ^j xAc J^aöääj Dl q^^c is^äi J^ö ^a ^iJ> »Sl* ^3üJ v_ä-JüCxil ^t-t^J JoC=aÄ5 a^-^J L«J UJ^JlJI jj^^äJj Uwtdfr Jjäääj J^a>\jü~-i >.»? Ia oL^JI*»j :,j S. 61 Z. 16. nvyatwi r.ixan S. 62 nvSawm myacan nixaai. l) S. 66. •"') Amänät S. 177. OjLbj ^Sl qUä^ jJu&JS}} pJ^ütj H &J^i Bachja, Abschn. VII cap. 4. Die Reihenfolge bei Ibn Zaddik entspricht derjenigen bei Bachja. Muht. 160 b. pJoül ^J? jJLct A»*.äÄ^*.ji (J> oL>U.äJi «63ji L^c- ^5 £A *J>*J u*>yb S&s-^ «.^uüi L^iLkaf 3I Vielleicht liegt es nur an der Einfachheit der Frage, wenn es auch bei al-Kusejri, Bisäla ed. v. J. 1304 S. 58 heisst: fJJLiJ ^Ui;5 ^5*=* iü*ÄÄ -hjä tj-R-ä &L**Jt Aj>{ ^yo"^\ <r*^ij^ ^oLxJi A^c La ^.JLa Cu-s-j $ 0\ fj-juljj JL^Üf tiß *633 öUJLäJJ ^y> A^e U Die Anschauung von den zwei Engeln wird sich unter den Juden um so eher eingebürgert haben, da sie jüdischen TJrsrprunges ist. c) S. 68 Z. 9 ist in der Stelle vbx j?onr na^ \v\nx Kintr <sh »an ubym bvsmn «an n^iyn a-nn bvan maa 3*51 für «12:1 beidemal »npai zu lesen. Im Arab. wird es geheissen haben: olx*Ji jb äy>^f LS^**-'^ olxjf ^-M^ Jäu jjjüi Sp.^ 7) Eine Reihe von Stellen s. bei Steinschneider, Pol. Lit. S. 337. G-uttmann a. a. S. 183.