Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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— 26 — puncte mit den Anschauungen Bachja's. Alle die erwähnten Werke bieten zwar eine verhältnissmässig geringe Ausbeute, aber die Berührungen beweisen jedenfalls, welchen Zweig der arabischen Literatur Bachja vor Augen hat, wenn er in der Einleitung zu seinem Werke angiebt, er werde Erzählungen und Sprüche der Weisen und Frommen auch anderer Gemeinschaften anführen. Dass wir nicht mehr von diesen Sprüchen und Erzählungen nachweisen können, kommt nur daher, dass uns von den Werken der arabischen ascetischen Literatur, welche in Spanien sehr viele Bearbeiter hatte, wenig zugänglich ist. Wenn wir aber auch annehmen, dass diese Literatur auf Bachja von grossem Einflüsse war, so ist doch auf den gewaltigen Unterschied zwischen diesen Werken und den „Herzenspflichtenu Bachja's hinzuweisen.1) Trotzdem, dass bei den muhammedanischen Asceten mancher treffliche, von innigem religiösem Gefühl zeugende Spruch sich findet, machen doch die ellenlangen, natürlich erdichteten Isnäde, die Lectüre derselben unerquicklich und sie enthalten Geschmacklosigkeiten, von denen sich Bachja fernzuhalten gewusst hat. Hierzu kommt noch, dass die meisten Asceten, besonders seit al- ]£usejri, es mit der sehroflsten Orthodoxie gehalten haben, so dass ein solch rationalistischer Standpunct, wie derjenige Bachja's bei ihnen unmöglich erscheint. Nichtsdestoweniger steht es ausser allem Zweifel, dass mancher Ascet nicht nur durch den as'aritischen, sondern auch durch den mu'tazilitischen Kaläm beeinflusst wurde, dessen Kunstausdrücke umgedeutet und dessen Lehren mystischen Anschauungen angepasst wurden. Von al-Sa'räwi wird eine Bemerkung des Sidi Afdai al-Din angeführt2), in welcher dieser die Leser süfistischer Schriften warnt, dass sie die anscheinend mu'tazilitischen und philosophischen Ausführungen derselben nicht wörtlich nehmen, denn die Verfasser derselben haben mit diesen gewiss etwas anderes beabsichtigt. Eine ähnliche Aeusserung wird von al-Sa'räwi auch im Namen des Sejch Muhammed al-Magribi al-Sädili initgetheilt3). Die oben erwähnten ascetischen Schriften zeugen zwar von einem verhältnissmässig geringen Einfluss des Kaläm, aber dass dies nicht bei allen derartigen Werken der Fall war, zeigt das Kitab al-ta'aruf li-madhab ahl al-tasawwufu, des Abu Bekr al-Kalabädi4), in welchem der Einfluss des Kaläm sich stark bemerkbar macht. Vom Kaläm her, und zwar vom mu'tazilitischen, kam zu den Asceten und auch zu Bachja die Unterscheidung zwischen den Pflichten des Herzens und der Glieder. Der Urheber derselben war Abü- 1-Hudejl al-'Alläf5), der mit ihr etwas ganz Anderes bezweckte, als die Asceten. So stammt der Gedanke, der schon im Titel des Bachja'schen Werkes angedeutet ist, aus dem Kaläm6). 0 Was Kaufmann a. a. 0. S. 25 von der Art der Benutzung neupytagoräischer Lehren durch Bachja bemerkt, gilt vielleicht in noch höherem Masse auch hier. 2) Lawäkih al-nnwär fi tabakät-achjär, I S. 13. 3) Das. S. 14. 4) HS. der k. k. Hofbibl. in Wien, N.F. 289, Bl. 22, Jcv'u in welchem Capitel wir den Beweisen für das Dasein Gottes begegnen, die dem Kalam entleimt sind. 116 b. 0^>y>\ ^Jt Uj 125 a. vj'u 133 a. J^^äJI Sr^ 151 a- *^uii Die Definition des Grunejd war aJJf ^J,\ ^JLäit x*.:>uJi Bachja X 1, *nian btt nosj» tvntm twan rms Min tmbva nan«n pj> no 5) Fark 47 b. j>?o ^Ü» ^Jj&ü X**]} ^Usi 0& ^Jf iüj muLJ! i^UcaiJjj Lu J^cUJi ^yt ^j^füi iVuef -y>-» -L^tj xj^9 ^> juJLc xjj>Xs pvXc J^laif y> uJjJLäJi ^Usl O^icSi «-£j^J j>'**Jj. ci^Ji f*^-5 t*:> f^Xe JotJj aöj» Jou q5 j*-£iIP ^u^Üt . o^Ji 'iöy>yA ^JS SjJ^äib ^.^lj-^\J| j^stii Oj^>3 äjLXäit slii Oou L^^j^j jü! ^J> ^j\y>&\ ^Usl^ k\S> ^Jt (-JjIäJI J^jJ^iJ &y> y» VU-M ^Lj^pJi Igxe S. auch al-Sarastani-Haarbrücker I, S. 51. Trotzdem al-Bagdädi die Ansicht hier unter den ^ouas des Abü-l-Hudejl anfühlt, ist sie später nicht nur dem Gazäli, sondern auch anderen orthodoxen Schriftstellern, wie z. B. Fachr al-Din Räzi, geläufig geworden. 6) Die Hauptstelle über die Ewtheilung der Pflichten findet sich in der Einleitung.