Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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— 22 — wurde, der es für unmöglich erklärte, dass der Mensch den Zweck des Weltalls erkenne, nichtsdestoweniger behält sie ihre Bedeutung, denn sie ist der Ausdruck des Bewustseins vom unendlichen Werthe der Geistesarbeit, insbesondere des religiösen und sittlichen Lebens. Ein anderer Punct, der hier hervorgehoben zu werden verdient, ist die treffliche Polemik gegen den Pantheismus1). Sehr vortheilhaft unterscheidet sich das Werk des Sa'adja von anderen Kaläm werken durch die lebendige Schreibweise, durch seinen manchmal gehobenen Stil, wie er ihn z. B. im achten Capitel anwendet, wo er von den Leiden Israels spricht, das unter den Völkern mit Thränen säet, um im messianischen Zeitalter unter Jubel zu ernten. So viel glaubten wir hier nach der Untersuchung über den Einüuss des Kaläms auf Sa'adja über das Werk bemerken zu dürfen, dessen Verfasser in der Zerüttung der Geister, welche die Eroberungen des Islams in Vorderasien hervorgerufen haben, zum Führer des rabbanitischen Judenthums geworden ist und der Entwicklung der folgenden Jahrhunderte den Weg gezeigt hat. David b. Merwän b. al-Mikmäs2). Von David Ibn al-Mikmäs, der, wenn man einem karäischem Berichte trauen darf, sich zum Christenthume bekehrt hat und dann wohl zum Judenthume zurückgekehrt ist3), sind im Commentar des Jehuda ben Barzilai zum Buche Jezira, einige Fragmente4) erhalten geblieben, welche ebenfalls vom Einflüsse des Kaläm zeugen. Von diesen Fragmenten sind es nur zwei, welche hier unsere Aufmerksamkeit beanspruchen, von denen die erste eine Frage des Tauhid, die andere eine solche, die von Mutaziliten unter die jjouf gerechnet wird, behandeln. Das erstere Fragment, das neunte und zehnte Capitel des Kalämwerkes von David ha-Babli, enthält seine Anschauungen über die Attribute Gottes. Er beginnt mit der Frage vom Wesen Gottes. Nachdem er nochmals seine Anschauung von der Einheit Gottes formulirt, erwähnt er, dass die Gelehrten in Betreff des Wesens Gottes verschiedener Meinung sind. Manche sagen, es sei unstatthaft, die Frage nach dem Wesen Gottes aufzuwerfen, denn diese kann nur mit Bezug auf eine endliche Sache gestellt werden. Andere wieder meinen, es sei erlaubt diese Frage zu untersuchen, denn Gott selbst bat von seinem Wesen (in der heiligen Schrift) Zeugniss abgelegt und es sei nicht zu befürchten, dass man es als ein endliches auffassen wird, denn sein Wesen ist über das Wesen aller Dinge erhaben und nichts kann mit ihm verglichen werden. In der That lehrten manche Mu'taziliten5), dass vom „Was" mit Bezug auf Gott keine Rede sein könne,. 3) Am. S. 46. 2) Die Quellen über ihn sind zusammengestellt bei Steinschneider, die hebr. Uebersetzungen des Mittelalters I S. 378 Anm. 70. s) S. Harkavy's Mitteilung in Fuchs' Ha-choker II S. 15 ff. 4) Commentar zum Sepher Jezira von E. Jehuda b. Barzilai, ed. Halberstamm, S. 65, 77, 151. 5) Ibn Hazm, Milal 1160 a. ^1 xU*JI ^Ju]^> vü^PJ J^s=U < iLoUil p^UÜt. Jjio iLoU £j aJJ Gt ^1 ir>-£. Jjio3 iLJL*J| &$>\ J^>j *Ui Qt iütj Lg*»ai XjoüI JLuU *J J oL^ÄÜ £-j &JJU, <3j.ßj j^Xifj lX^Us jjf ^Lä tjsji IfJUj &it q^JIjJI s^j Ls^y lsJ^ er*-5 0^> ^Jbü äJÜI fXJ! äJLc « Ul>| La 3 t ÜJOLt iJUi J> t\ Us>l<5>