Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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— 2G — Fähigkeit zum Handeln verlieren werden, bei Sa'adja aber begegnen wir der Frage, ob die Auferstandenen essen und trinken und ob sie sündigen werden1). Die letztere Frage bringt er auch mit den Fragen in Zusammenhang, ob die Propheten ihre Verkündigung fälschen und ob die Engel sündigen können. Beide Puncte hatten im Kaläm ihre Stelle2). Das achte Capitel, welches von der Messiasidee handelt, ist so speciüsch jüdischen Inhaltes, dass hier in der Formulirung der Lehre muhammedanischer Einfluss ausgeschlossen erscheint3). Dieser zeigt sich aber wieder im neunten Capitel. Nachdem hier Sa'adja die Notwendigkeit der Belohnung und Bestrafung im Jenseits nachzuweisen versucht4), wirft er zehn Fragen auf, die alle auf Grund biblischer und talmudischer Stellen beantwortet werden, aber die Formulirung einzelner Fragen verräth die Bekanntschaft mit den Streitfragen der muhammedanischen Theologie. Die zehn Fragen sind, worin der Lohn und die Strafe in der zukünftigen Welt bestehen würden5), wo diese stattfinden werden, ob es da Tag und Nacht geben wird, ob der Lohn und die Strafe ewig sein würden, ob es einen Unterschied zwischen dem Lohn und der Strafe der Menschen geben wird, ob die Menschen im Jenseits verkehren werden, ob es auch dort Gebote zu erfüllen geben wird. Von diesen Fragen ist ein grosser Theil auch in der muhammedanischen Literatur nachweisbar, so z. B. die Frage nach der Ewigkeit des Lohnes und der Strafe6). Die Mu'taziliten waren der Anschauung, dass Paradies und Hölle erst U^sfÜ ZjXi oü^Jf a" *y>3t *x>3 ^eJ^i ^1 a.Ja** jLüt JwPi a\3 j^Uäj ^gjy^ Vgl. dazu Aniänät 223. Ki 0yi U Jl~. ^iSyz-, \Jä5'J> Jjs^ je *JX ^3 v-JL**^! ^Xc X, Joti J) Sa'adja meint, dass die Auferstandenen nicht sündigen werden, worin er ebenfalls mit den Mu'taziliteu übereinstimmt. Maf. IV S. 33 wird die Ansicht im Kamen al-Gubbä'i's und 'Abd al-gabbärs mitgetheilt. 2J S. oben S. 20. Ueber die Unfehlbarkeit der Engel s. al-Igi S. 237. 3) Wohl haben aber die jüdischen Anschauungen über die Vorzeichen des messianischeu ZeitalfJ&s die muhammedanische Apokalyptik beemflusst. Die Bezeichnung der apokalyptischen Schriften „Kutub al-malähünentspricht dem hebr. rvsan "pa marte oder h nianSa. Diese Bezeichnung findet sich Machsor Vitry. ed. Horowitz, S. 736. Die Literatur über die Zeichen des messianischen Zeitalters, s. bei Schürer, Gesch. des jüd. Volkes im Zeitalter Jesu Christi II S. 400ff. Muliammedanische apokalyptische Traditionen sind aus den verschiedenen Traditionsammlungen zusammengetragen bei al-Sa'räwi, Muchtasar tadkirat al-Kurtubi S. 133 ff. 4) Er beginnt die Untersuchung über die Frage mit folgenden "Worten: i3j-o^5 hlXS5 o-ä-o bj», . t\=>L U?J5 bt£*>- Jwv^JI ^Lä*Jlj vV*^ ^jsj i5»5Ü Uä^jC^Ij 3) Dazu vgL oben S. 18. c) Milal II 82b. udb' -^aJolÄ J^.^ *i\ Jji 1 bot jJÜ, KJLSÜI s\ä* ^JÜJ U% <J^\ JjJuJt b5. 0\yu* y\ L«U«i ü5 JJ±1 L+a^JÜ X iüc>üü *Us $ wt ^X=>LJf Juc (^ii^ Lii?| ^x^j. qUärj jbJi. xi^ÜI i5'-s *üis Uli a\ JoÄiJl li'üs. iiX? olAsbJ ^-^-jj-^UJi q^I f^S^ ^y&Jü] JjjXxJf 0y^iÄj jL^pJl iÜJUj L-j_»ä*J. *AJÜy> J Ld£i % qU-Uj ^1 ^Lüf. jl^Lfül . gJl ^^jbow .t ^.lXäL« tU>| y5üu3 Irsäd 82a ff. findet sich ein Capitel mit der Ueberschrift: ol^iJt <—Jtäsoljj wo die Ansicht der Mu'taziliteu iblgendermassen wiedergegeben wird: ^if jLLxauJf v^aASj ^jjdjüüt i-' ^» bJLc yüü Üi s^.<il öyifl/s V^Hs VLÖ*^b ^ibtj äJÜI ^gjlc ^> <:?AjJtJoeJf ^-x i^äjIjJ^ ^uyaJl J^jLc üJalä^t V-JuJj-jtJfj »Jä-Z> vjf^iJt v.-jjjiJf ^^«.j Sa'adja geht in seiner Beweisführung von der Notwendigkeit des Lohnes und der Strafe aus, er scheint daher den Bagdädern sich angeschlossen zu haben, die auch die Notwendigkeit der Strafe behaupteten. Al-Guwejni hat auch folgende Aeusserang: JuoUÄ C5^fc oui ib! f& Vl^^ ö^*^' f& K^X«JÜ i3Lbj3 4 J./as .Uac ÄJ.buJ! ^LäÄit L^jCstj&t vib Ui XxSPlJüwa ^äbCx^Jt ^yi äjOLair oij'uti^