Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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— 19 — Der talmudisch-midraschischen Literatur entlehnt Sa'adja einige eschatologisehe Anschauungen, die auch in den Islam eingedrungen sind1). Mit der Widerlegung der Lehre von der Seelenwanderung2) schliesst Sa'adja das Capitel. Wenn auch Sa'adja seine Anschauungen über die Auferstehung schon auf Grund der zahlreichen Stellen der talmudisch-midraschischen Literatur formuliren konnte, so finden wir doch auch in dem Capitel, welche diese Lehre behandelt, manche Spuren muhammedanischer Einwirkung. Besonders ist dies der Fall bei den Einwürfen gegen die Auferstehungslehre und bei den Fragen, welche mit ihr zusammenhängen. Dem Einwände, dass Theile des menschlichen Körpers zum Aufbau anderer lebendigen Wesen und sogar menschlicher Körper aufgebraucht werden3), dass es also schwer sei zu denken, dass diese Theile wieder vereinigt würden, begegnen wir bei al-G-azali4), wo er als die Ansicht der Philosophen mitgetheilt wird. Diese werden aber wohl mit ihrer Anschauung nicht erst zur Zeit ai-Gazäli's hervorgetreten sein. Auch die übrigen Fragen und Einwürfe scheinen wenigstens zum Theil von den Mutakallimün behandelt worden zu sein. So war Abü-l-Hudejl der Ansicht, dass die Menschen im „Jenseits" in ihren körperlichen Verrichtungen nicht frei sein5), dass sie zu einer Zeit überhaupt die iui oU ^qÄj! ui^ijJj k'Sjjü J*>l L^=> »y>j-jj *J3 c5^^ ^^~S3\ Lxp ^* (ID"3 3'3 niCi?) tftas y& "ISDC m (^ow oüi^a 3 ^Xiw oüyU ^SJ) X^3^ 0*J5 J^l 0/s l^j jjbA} ^Ls-Jj &>le ysa« ^asIäJÜ (7"3 "> *bW0) nrüfpn BW1 IWl ErC Spötfl '1 AKT . i^Jaxjp Xj^äjI j.jÄ^'u Jö äJI Im Conmientar des Jehuda b. Balaam zu Jesaias, Revue des Etudes juives XXII 202—206 findet sich ein Responsum des Haj Gaon, welches denselben Gegenstand behandelt» S. darüber Bacher in ZATW XIII S. 138. Die Ansichten muhammedanischer Dogmatiker s. Mafatih IV S. 11. J) Solche Vorstellungen sind die vom Todesengel, Amänat 204, ferner die Lehre von der Grabesstrafe. S. ausser den zur Geschichte des As'aritenthums S. 103 angeführten Stellen al-SVräwi, Jawakit II 173. Auch die Anschauung, dass die Seele nach dem Tode sich eine Zeit lang in der Nahe des Grabes aufhält, ist in den Isläm eingedrungen, "wie die folgende Stelle bei Ibn Hazm Milal II 74 a beweist. J^*->Ua Jüs ' ^-U;^ y&w» ^^uU, 'uo'lxI' ^x-o g^Jjydt v-j'u>oo! •jyj q^3* y&w> ^J> (j*Lit v_sJb<£>f zy ^3 cy o* es-'5 o" c*5 o*^^ j-gä ioJLc JoJj ^1 Xo! \jJIc J^i^ JyJi ilji fJVPj iu*Ls=Üf y>| £*3y* ioJLc K^s- ^1 iö^j '^jy? (_5^ (_S^ u*'^ CT* ♦ ^yütJb5 . . . vi>^X==Üf iLJLc: ^ya Jv^»i JotÄ^io ^Ij LjÄ«*J5 ^5 iö'bS äJLmj ^,ä^>u v_ä-ot*3 q£ uioLÜI vi^j^X^Jb ULIjü», ^«je-o 3t ^->J*otJ j>3 u^JÄJt v_x>Ui ^Jt SLw^uf ^»j^j aäi f g»fr«j» ' ^5 vjiliaj wJjüt v^51 *JLAj JJ' xül i3>^ 2) S. Anhang. :1) Amänät 220. 4) Tahäfut al-faläsifa 88. Die Einwürfe der Leugner der Auferstehung werden envähnt Mai. IV S. 794. Das. S. 792 werden folgende Verse eines Dichters angeführt: UXJt v^sJLä ot^t 'S * Ufl>^ -y^'fj v3i3 UiuJU. ^Lw^üü g»xD * j-wL^u o-**Ji UXJfcä g^o ^5 Die Aerzte und Asti-onomen waren auch in der muhammedanischen "Welt unverbesserliche Ketzer in den Augen der Orthodoxen. Al-Igi, S. 224, berichtet, die Mu'taziliten hätten die Auferstehungslehre angenommen. Die Ansichten der Philosophen finden wir das. S. 251 u. ff. 5) Fark 45 a. ^1 ^Ua* f>$\ 0\ tJji JowN^JS gJuiä jLü'^ X^UcmJ^ 3*