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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1895-01-01 · 13.1895 · page 15

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
13.1895
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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— 14 — es doch ausser allem Zweifel, dass die Eintheilimg den Mu'taziliten entlehnt ist1). Ebenso folgt er diesen in der Polemik gegen die Brahmanen8), in den Ausführungen über die Propheten3) und deren Unfehlbarkeit4). An die letztere Frage schliessen sich aD seine Bemerkungen darüber, warum die Offenbarung durch Menschen und nicht durch Engel geschehen ist8). Nach einigen polemischen Bemerkungen gegen die Ansicht Ibrahim Ibn Sajjär al-Nazzäms6) in Betreff die Berechtigung der Tradition, als Erkenntnissquelle, folgen seine Ausführungen über die Abrogation, die aber schon vielfach beleuchtet wurden7). . Auch in der Behandlung der Lehre von der Gerechtigkeit Gottes und der Anschauungen, welche mit ihr im Zusammenhang stehen, zeigen sich bei Sa'adja die Einflüsse der mutazilitischen Literatur. Er beginnt das vierte Capitel, welches sich mit diesen Fragen beschäftigt, mit dem Beweise dessen, dass der Mensch das vorzüglichste Geschöpf sei8), dem Gott die Willensfreiheit verliehen hat. *) S. meine Bemerkungen in ZDMG XLII S. 635. Bemerkenswerth sind die Ausführungen über diese Gegenstände bei Ibn Mattawejhi 6a. q*£>*> (1. vX>! OJ) vXs>5j Juo v^Ä-JL&Ji ^| ü5J<3 ^ao^IU ^jfj JJixit züäywi ^Ji OÜjbJf to ^««^b (jiyeJjj U***w Lä-JXj Ulse UJ^j W U C5*4-*Jb oi^Jtj ^JOÜw^b ö^ljj JJa&yii vjü auJj d-*0^. v_äJLäj<=U L*.^ ^[f oUisbüti «5Ü<i oJuo Uli j.«Asj uo ^JLc aus ^JoC**^! Ju £-M~it &£yw vJu;k ^tyS^ ^^jäAäjäj ^liJlj ^Uj^ «-ö ^^aKJt v-äääj U U&X>i Q*Jyto (JLc adXcj J^>5 j£- &JLib Jw«aÄj ö^UJi J^Jj iW^t v_si^ Joti ^äJo 4 i^^w ^»3 *aoU> *j äJUI J-^äJJ t^XP v—jIäJIj V]?^ tf* v-Ä^UO*w« gJUäJt ^JJjtilte v_>Xit Jota Jwjw.äil t^l^äil U>j U, U^jaCj iuJLß*Jt 2) S. ZDMG XLII S. 605 ff. 3) S. Monatechr. für Gesch. u. "Wiss. des Judenthums 1886, S. 314. Zu den an dieser Stelle angeführten Quellen über die Ansichten der Mutakallimün über die Wunder der Propheten und Heiligen ist noch hinzuzufügen Al- Kusejri, BisSla, S. 207ff., Ibn al-Subki, a, a. O. I S. 240ff., wo die Einwürfe der Kadariten gegen die Wunder der Heiligen dargelegt und die verschiedenen Arten der Wunder aufgezählt werden. Al-Sa'räwi, Lawäkib al-anwär I S. 18. Al-jawäkit wa-l-gawähir II, 125ff. S. auch Goldziher, Muhammedanische Studien II 373 ff. *) ZDMG, das. S. 633. Al-Sa'räwi, Jawäkit II, 2ff. 5) Hiermit steht im Zusammenange die Frage, ob die Engel oder die Propheten, beziehungsweise die Menschen höher stehen, die von den muhammedanischen Theologen häufig discutirt wurde. «) S. oben S. 6. 7) S. Steinschneider, Polem. und apologetische Literatur S. 322ff., Guttmann, a. a. 0. S. 148 ff.,, Bacher, a. a. O. S. 43. Ich will hier nur bemerken, dass der fünfte Beweis für die Abrogation Am. S. 131, nach welchem aus den Veränderungen, welche die Dattel durchmacht, auf die Möglichkeit einer Willensänderung Gottes geschlossen werden soll, auf einer Auslegung von Sure VI 92 beruht. 8) Amänät S. S. 146 ff. Gegen die hier ausgesprochene Ansicht des Sa'adjä polemisirt Abraham b. Ezra in seinem kürzeren Commentar zu Exodus, ed. Prag, S. 69 ff. und zu Jes. 40,17. S. Münk, Notice sur R. Sa'adja Gaon, S. 8. Milal 11,178b heisst es: 0t ^1 v_aäJ lX*2?U y\ Jüs « J^asS uäJbsÜt Ä3ubUt J^as! t5*JÜt ^^ÜUail 0t vuw-JLj KsjÜj sss^äSj iüC^Uf Joöit ,^J{ 0-* tj*50^ {£>y^ (S^ f-l***! V^-b Die Frage, ob die Engel oder die Propheten höher stehen, wird auch von Fachr al-Din Räzi behandelt, Maf. VS. 697. Vgl. 1,372, II, 650. Al-Sa'räwi, Jawäkit II, 57ff. Al-Igi S. 238 ff. und al-diirgäni berichten, dass die meisten Amanten der Ansicht waren, dass die Propheten höher stehen als die Engel, während die Mu'taziliten, manche AJ'ariten und die Philosophen behaupteten, dass die Engel, d. h. die Sphärengeister höher stehen. Die Opposition Ibn Ezra's gegen Sa'adja wird also auf den bei ihm überwiegenden Einfluss der Philosophen zuräckzuführen sein.— Mit der Ansicht Sa'adja's, die er imEmünöth ausgesprochen, scheint seine Bemerkung, dassunter dem „Satan", Hiob 1,6, ein Mensch zu verstehen sei, da die Engel vom Neide frei sind, im Widerspruch zu stehen. Dieser kann aber dadurch gelöst werden, dass wir annehmen, Sa'adja wäre ebenso wie die Mutakallimün der Ansicht.

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