Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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— 13 — so werden wir aus seinen allegorischen Erklärungen schliessen können, dass seine mu'tazilitischen Vorgänger in der Allegorese viel weiter gegangen sind. In seinen Ausführungen über die Namen Gottes erwähnt er, dass manche As'ariten die Ausdrücke: die Hände, Augen, Gesicht Gottes als Attribute betrachtet haben. Er selbst ist aber der Ansicht, das unter den Händen Gottes seine Macht, unter seinen „Augen" sein Leben, unter dem „Angesicht" seine Existenz zu verstehen sei2). Aus dem ersehen wir, dass die allegorische Erklärung anthropomorphistischer Ausdrücke seit al-Nazzäm im Kaläm zu Hause war. Sa'adja konnte sich »zwar auf die Umschreibungen der Targumim berufen, er hat es auch gethan, aber das Beispiel der Mutaziliten ist auf ihn nicht ohne Einfluss geblieben. Dies beweist auch seine Anschauung über das „Sehen Gottes", worüber unter den muslimischen Theologen sehr viel gestritten wurde3). Sa'adja schliesst sich der mu'tazilitischen Ansicht und der Begründung derselben an4). Zu wiederholten Malen5) gibt Sa'adja der Ansicht Ausdruck, dass Gott das Unmögliche nicht möglich, dass er aus gestern nicht heute, aus fünf nicht mehr als zehn machen kann. Auf die Frage eines Ungläubigen antwortete er, die Allmacht Gottes erstrecke sich auf alle Dinge, dass Absurde sei aber kein Ding. Durch lbn Hazm erfahren wir6), dass dies die Anschauung aller Mu'taziliten war7)- Das dritte Capitel des religionsphilosophischen Werkes des Sa'adja enthält die Eintheilung und Begründung der Gebote und Verbote des Judenthums. Wenn auch Sa'adja seine Eintheilung derselben in Vernunft- und Offenbarungsgebote auf die Bemerkungen des Sifrä hätten stützen können, so steht *) Irsäd 34a. Jw^Jfj v^^ii o'iäo ^-yx^jülj q^P^ 'uüUjf <^S><3 ' J**os ^J-otSI d**^ äj^-ß-M J^r* [UxXJfc g>^u t^iJSj JJixJS «Lyaäj £**J? Lgj'Lj^J ♦ °>rt?^ j-**=>5 jAaJf -) S. Bacher, Die Bibelexegese der jüdischen Keligionsphilosophen S. 13. 3) S. Zur Geschichte des As'aritenthums S. 102. 4) Amänät 106. Irsäd 38 a. s^*sü ^Jbü ij?J-*ti ^^ssüLa »jj£jujt f$ iü^uuJt &»«3;£ v*^5^ *"-L=> ^f3 d^^''*^.^ Jw^ää-*^ lXüäxa &wL>ÜU qj^-J j2j*3»A^uJ5 ijkc- Ui^5 *o~äi ^-i ^L*-» \Jz)^ .jU-S^l ^Lai'lj TJeher gjt-Ä s. Kaufmann, Die Sinne, S. 108. Irsäd Bl. 40a. Kij^xJf jLaJ o*S>J Jöa . aoJlc ü5üö ^säj aJÜl «^JLäIj IkSLciü«^! ßyz- <Aää*j ^jS p& Die entsprechenden Stellen der Bibel werden auch von Sa'adja behandelt, der seine Bemerkungen mit den Worten einleitet: ^> ^Xäj gJt IWö jAi> J> <j"'^ \ja** 5) Amänät 20. 110. 6) Milal II 142 b. ^L^wJi ^Jlc jJm Jo^ je. *it J^Xs>t C5^^ ^5^) ^ÜbäÄKj »J^t *^ UJyäX« jÄ^jü lö^S^ U* li'j^Ä* U5"u*!»*«cpJl 0**^} 0* ^jifc ^5 xUt J^.c Ju j^Ä i>-J^^< j$ v3iS3 0c «III ^üü je *3jXäl xJlc J^s-j jiAÜJ Ui ^»^«(AjLej iüjÄJuJt ^U«^ c\5>t ^y^J yo^if J^c ^iyi v_&LxJt jy^X» ^ic ^Lot iÄXiu aJÜt jOüj ai5 Jodit ^Jt c^>/> Äji^i «JjJoüj tuX>r * l^Ä JjtÄj ^5 ^3 v^Xäj L^JU^amj ^JLc ^3 iü.S'U* XÄ^ u5^j^Vj Xäjw» (L Jou) s^sxa ^-tP^ Die Stelle scheint corrupt zu sein. ') Sa'adja sagt S. 2 ^^Xo^+iJ \Ja*^ Vj^1 ^-^Z- Darunter ist wohl kaum ein Jude zu verstehen.