Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2273546-2273571--0463-2274231- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 11 — das sei, worauf die Körper stehen, vielmehr neigt er der Ansicht zu, nach welcher der Raum durch das Zusammentreffen der Körper entsteht. Die Zeit aber ist nach ihm erst mit den Sphären geschaffen, daher kann von ihrer Existenz vor der Schöpfung nicht die Rede sein1). Das Ziel, das sich Sa'adja gesteckt hat, war, seine zweifelnden und in sinnlichen Vorstellungen von Gott befangenen Glaubensgenossen von ihren Irrthümern zu befreien und so sehen wir, dass er im zweiten Capitel sich gegen diejenigen wendet, deren religiöse Vorstellungen ihm anstössig waren. Manche wollten von einer Erkenntniss Gottes nicht hören, weil sie diese für unmöglich hielten2), manche meinten es gäbe eine noch höhere Erkenntniss, als diese, manche wieder hatten anthropomorphistische Vorstellungen, oder solche, die mit Bezug auf Gott zur Annahme von materiellen Eigenschaften führten. Nachdem er diese Ansichten, von denen wir in den von uns benutzten Kalamwerken nur die Ansichten der Mugassima wiederfinden, zurückgewiesen, setzt er die eigenen Anschauungen auseinander. Vor Allem werden die Beweise für die Einheit Gottes vorgeführt, denen wir zum Theil auch bei den späteren jüdischen Schrifstellern, die unter dem Einfluss des Kalam gestanden haben, begegnen. Unter den muhammedanischen Mutakallimün finden wir bei al-Guwejni einige Bemerkungen, die mit den Anschauungen des Sa'adja übereinstimmen. Sie beziehen sich auf den Beweis, der im Kaläm ^JUäJF Juu3 „der Beweis der gegenseitigen Hemmung" genannt wird. Wenn wir annehmen, heisst es bei al- Guwejni, dass es zwei Götter giebt und voraussetzen, dass der eine Gott einen Körper bewegen, der andere aber ihn ruhen lassen will, so müsste in demselben Subject zur selben Zeit Ruhe und Bewegung stattfinden. Das ist aber unmöglich, dass der Wille der Götter nicht geschehe, denn dann gäbe es ein Substrat, das ihrem Willen nicht unterworfen ist, was ihrer göttlichen Natur widerspricht3). Sa'adja hebt drei Attribute hervor, denen er eine grosse Bedeutung beilegt: das Leben, die Allmacht und Weisheit Gottes. Diese Attribute sind aber nach ihm nicht als getrennt im Wesen Gottes zu denken, vielmehr sind sie mit dem Wesen Gottes eins, nur ist die Sprache des Menschen unfähig, sie mit einem Worte zu bezeichnen. Kaufmann hat schon nachgewiesen, dass der Urheber dieser Anschauung Abül-Hudejl al-'Alläf war4). — Ebenso wie die Mutakallimün, schliesst auch «j^^äJi o***^ ^3 U"!r^ o*"^1 u*!j^? "s>**jÜä5| q^ä*2J Jj>i Il^m ,&i ^boa «ib ^L*J^b _b^^uil 1) S. Kaufmann a. a. 0. S. 306—308. 2) Am. 76. Wahrscheinlich eine Anspielung auf die Ansicht der Mukallida, nach welcher der Mensch durch die eigene Forschung nie zu einem sicheren Resultate gelangt. 3) Irsäd, 12a. <y r3büf Lufejäj Üyöyl Ut (Js^U, aJÜI a\ <J^u) jjfj Lgl/ iÜ-c5\£ws ^ßOk&uJ? aJLJb*ö iJ>\j q»^ äJGj^J «o|jt U$\X>I Upöj p**=>- ^J> ^jX^JIj ä/j^ÜI ^Uä>5 fcä&<3 ^yiaäi^ UgjjLo fjÄ^ Ufcöoljf «i^äi Lütows lif 0li US>tj'J>y iXäJu ^5 Lcajt JuÄ**»»^ * J^uitj <oäy\\ obstft Jüj*ai/> J^bJij cXs^f Js-SSuJf Q^XwJtj iü'j^Üt JoUJt J^-Jt jJ3- ^jJl ^j^jj ü5ÜJ Damit stimmt genau überein, was Sa'adja S. 82 über den Gegenstand sagt 4) Attributenlehre S. 33 ff. Fark 46 b. wbsu** aJÜt ^Jle ^b &i^ä «SÜiLsas ^y> üuyt "aLsnuutofti^ gJI ^jöj Ui* £» *W cJ* y es* y MilaI> 1 141b- Ihn Abi TJsejbi'a I 8. 36 erzählt, dass Manche von den Bätinijja dem Empedocles gefolgt sind und führt an eine Bemerkung des Muhammed b. 'Abdallah b. Murra aus Cordova: ^\ v_^S>ii ^j-a y^jJLÄXJüj JüS «3jjf\Jlj jjjtib \_Ä*Oj aijj J^-Ij ^Jl {J^y* (S^** *^ oIäao ^iloe» £*^Üt t3^Ji XsuiL^Ub *X>yt y9 Jj XäJLx^wJt *U*-^t y,alLs=C> «j^JOo ^bw Ü y& y^-Jb äjtXßijj 2*