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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1895-01-01 · 13.1895 · page 9

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
13.1895
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Wie alle Mutakallimün, beginnt auch Sa'adja seine Darstellung der religiösen Lehren des Jadenthums mit der Lehre von der Schöpfung der Welt. Die Beweise, welche er für diese anfährt, sind im Verhältniss zu denen, welchen wir in späteren Kalämwerken begegnen, sehr einfach. Aus der Endlichkeit der Dinge im Räume schliesst er auf ihre Endlichkeit in der Zeit, also auf ihre Schöpfung, aus dem Umstände, dass alles Seiende zusammengesetzt ist, welche Zusammensetzung etwas Geschaffenes ist, auf ihr Geschaffensein, ebenso aus der Thatsache, dass die Dinge von Accidenzen nicht frei sind, dass sie nothwendig einen Anfang haben müssen. Der vierte Beweis ist von der Natur der Zeit hergenommen. Von dem gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Aufsteigen in eine unendliche Vergangenheit oder Zukunft undenkbar, denn die Theilbarkeit eines Unendlichen an einem bestimmten Puncte ist unmöglich, daraus folgt, dass die Zeit, also auch die Welt einen Anfang hat. Den Vorstellungen, welche den vier Beweisen zu Grunde liegen, begegnen wir auch bei al-Guwejni1), wenn auch die Beweise eine abweichende Form haben. Die Welt besteht, das ist der Gedankengang des Guwejni, aus Substanzen und Accidenzen. Die Substanz ist die Unterlage2), das Accidens ist das, was von der Substanz getragen wird, wie die Farben, Gerüche, Geschmäcke, Leben, Tod, Wissen, Wollen u. s. w* Körper ist, was zusammengesetzt ist, aus der Zusammensetzung zweier Substanzen aber gehen zwei Körper hervor. Die Schöpfung der Welt wird erwiesen, wenn das Geschaffensein der Substanzen bewiesen wird, dies können wir aber auf Grund von vier Prämissen thun. Die erste ist, dass es Accidenzen giebt, die zweite, dass diese geschaffen sind, die dritte, dass die Substanzen unmöglich eines jeden Accidens bar sein können3), und die vierte, dass die geschaffenen Dinge unmöglich eine unendliche Reihe bilden können. Mit Hülfe dieser Prämissen kann dann erwiesen werden, dass die Substanz nicht früher, als die geschaffenen Dinge dagewesen sein könne, womit ihre Schöpfung bewiesen ist. — Wenn auch al-Guwejni später lebte als Sa'adja, so bedient er sich doch solcher Vorstellungen, welche er in älteren Kalämwerken vorgefunden hat und wir sehen, dass beide unter dem Einflüsse derselben Gedanken stehen. Den vier Beweisen lässt Sa'adja die Widerlegung eines Einwurfes folgen4), der gegen den letzten Beweis gemacht worden ist. „Ich erfahre, sagt Sa'adja, dass ein Ungläubiger, der einem Einheitsbekenner begegnete, gegen diesen Beweis den Einwurf erhob, dass es wohl möglich sei, dass der Mensch eine Unterbrechung des aus unendlich vielen Theilen Bestehenden annehme, denn wie 'viele Meilen oder Ellen der Mensch auch gehe, können wir doch in unserem Herzen annehmen, dass sie aus unendlich vielen Theilen zusammengesetzt seien. War doch ein Denker gezwungen Atome5) *) Irsäd, Bl. 4 b u. ff. 2) jJ^\Z+$Z ÖltOZEtflEVOV. *) Dass über diese Frage von den Mu'taziliten schon verbandelt worden ist, zeigt folgende Stelle, Masä'il 21a. ^1 ^LS> jj! LLSUjfc v_^A> 4 >L* CT* o* O* C5* . . . Qy3 3b> L» uästy^K IPjac SLftSyjj fjtbJlj DvJÜi 8>JL> yp^ül Q{ y-^-jij *jji»jÄ5 **>jA yj^b "^j>j% (**^!$ o^' er* ujeuä v3ü55 Jota (jo\fä\ ütoyc J^X=>t U5I J^uit Gi djäj 0L^ jj| gwyäJf v_^Jo 0\f ^Jö 6 jl^U j^J Jvta «J ^Xj ÜU, »,Xä> »Jus _jJLÄj 0\ j$\y 4) Amänät 36. " 6) Der Atomenlehre begegnen wir schon bei Abü-l-Hudejl al-'Alläf. Fark 48a. »yil*Jl e^^cs^ \3\ HjLijj g*a.'i ^5 b^fti* tJt *.s Q^Ut j.U'9 g.Aaj ^j&Zj (^jJt üüjä ic^obtos J^t iXait ^.ÄJt JJ ÄJm^ÜIj byLLo \y> ^Ji=> aJUi Dl kA* t0>J a^s ^SU .^XJI XJLmJI Müal H 213 a. sty>>\ ^\ kßj^A fb*>^i Qt 0aJL&Jt g ♦ > Odü Js^U jlä-

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