Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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— 4 — sein des Koräns sei jüdischen Ursprunges, was weder zufällig sein, noch dem Bestreben allein zugeschrieben werden kann, diese Lehre in den Augen der Rechtgläubigen zu discreditiren, weil doch in der That im bab. Talmud und in den Midraschim sich Aeusserungen über das Geschaffensein der Thora finden1). Taki al-Din Ibn Tejmijja behauptete, dass die Leugnung der Anthropomorphismen ebenfalls von diesem Lebid b. al-A'sam herrühre2). — Auch in Betreff der Lehre von der Willensfreiheit können wir mit Recht annehmen, dass sie im Islam jüdischen Ursprunges ist. Es wird erzählt3), dass Wahb b. Munabbih Kadarit gewesen sei und von Wäsil b. 'Atä' erzählt al-Öarastani4), dass er diese Tradition5), welche von der Praedestination spricht, so erklärt habe, dass Alles von Gott vorher bestimmt wurde, ausgenommen die guten und bösen Thaten des Menschen. Von dieser Tradition habe ich an einer anderen Stelle nachgewiesen6), dass sie der jüdischen Literatur entlehnt ist und dass der Schluss derselben in fatalistischem Sinne geändert wurde. Nun hat Wäsil die Tradition in derjenigen Form, in welcher sie dem Talmud entlehnt ist und es ist sehr unwahrscheinlich, dass Wäsil die Tradition geändert hat, wenn er sie in der Fassung vorgefunden hätte, wie sie uns in den Traditionssammlungen vorliegt. Aus alldem geht hervor, dass die mu'tazilitische Speculation nicht unter dem Einflüsse der Kirchenliteratur entstanden ist, sondern dass sie zum Theil durch jüdische Elemente in der Tradtion angeregt wurde und überhaupt ursprünglich unter jüdischem Einflüsse gestanden hat. Erst seit al-Nazzäm7) zeigt sich in immer grösserem Masse in der Geschichte des Kaläms der Einfluss der christlichen Dogmatik und der griechischen Philosophie. Hierin ist auch der Grund dessen zu suchen, warum jüdische Denker durch die mu'tazilitische Speculation sich angezogen fühlten. J) Bergsith rabbä Seit. 1 »ddi stow ni8*nr6 nrnrnoa ibyv ]rto unaair ir.a t?» ubiyn n*n:n ioip anm nrts» 'Ui wnss man. Pesäcbim 54a. ui mwni mm |n i^xi oSiyn x-nsv mip ltnaa anal nyatr x';n. Dasselbe wird auch an anderen Stellen ausgesprochen. Eine „Vergötterung der Thora", welche von Sprenger, das Leben und Lehre des Muhamnied II S. 293 angenommen wird, hat es im Jndenthume nie gegeben. a) Im Tabakät al-kubrä des Tag al-Din Ibn al-Subki, Leidener HS. in der Biographie des Ahmed b. Jahjä b. Gibril al-Kulläbi (st 733) wird eine Streitschrift desselben gegen Ibn Tejmijja mitgetheilt, in der wir II S. 435 Folgendes finden: i~jsS'jJ*-+tii ^j&Ü ölLo^Lj b*Ojj>Lo XJLäJf sl\S> vAJLj^ ^^xlXJI olsf &JLc Lpje>|j Q. J>\) ppjl iXx^Ö] SJleJt «fcXP aJlc Ja*-»- öLs $2oi&üal\ ^yo 1£>A^5 qvju-w« ^LjI LS>l\3»1 ^.^--fÜ^ i3Lä &JI K*>ffiJt 5ü'Lä/> «c^^wOs t^ktj q|jä*o i3l3 /^*o j^-" l5*-M*N er* ^y1^0 \&ö\s>\$ u\aJ v^3-t o^Jlij idsJSi ^jA »J^La aÜlfiJt rnXS> 0i ^jüif &j Jüus 0iy> ^S>\ Jüb L**s »l\S> JosäÜ &***£?U Oj^fcüt q5 f!?*^ iy* \jo\y^3\ q-c j^ä^ü' U äjLs «^J«3 Sj^caJf vi>cäj13lXS t«5j^-La *jm»äJÜU ^x«M^udt lXjö itjx-S^a Dass es unter den Juden Musabbiha gegeben hat, ist Thatsache, aber der grösste Tbeil der Literatur beweist nicht nur, dass nicht alle Juden Musabbiba waren, sondern auch dass man ini Judenthuine seit der Zeit des zweiten Tempels bestrebt war, Anthropomorphismen zu meiden. *) Vgl Al-Dahabi in ZDMGr XL IV 439, M izän al-rtidäl, ed. Lucknow s.v., Bibliotheca geogr. arab. ed. de Goeje VII S. 220, Z. 13. 4) Haarbrückers TJebersetzung I S. 46. *) Es handelt sich um die Tradition bei al-Buchäri, Kadar 1. Muslim Kadar 1. 6) Zur Geschichte des As'aritenthums, S. 94. 7) Auch al-Öarastäni hebt hervor IS. 53, dieser habe viele philosophische Schriften gelesen. Fark, 49 a, heisstes: Juü Jai'u5»5 äi^l **i*-*Jt ^yo Lyjj iüyÄit wojjj jjäLc 03 *jLä DLoj ^Jt ^Ls^ äiä-^UJt HJ^Lo rLÄp ^yi j&AS ^^ai^t ^^<Üt rUäJ> JaJL> Ää^^LäJt äJ^JL* Ly> «^T ^>Ji ^jissüi i31LjU &J^5