Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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b) Zu laufenden Ausgaben". 1. Von dem Vorstand der jüdischen Gemeinde Berlin . . Mk. 3000 2. Aus der Jacob Hirsch Brandenburg-Stiftung . . . . „ 551 c) Im Jahre 1894 werden zur Verrechnung kommen: 1. Ein Geschenk von Herrn Hans von Bleichröder und Geschwistern zu Ehren des Andenkens an ihren am 19. Febr. 1893 verstorbenen Vater, den sei. Herrn Gerson v. Bleichröder..............„ 1000 2. Von Frau Commerz.-Eäthin Adolphine Simon . . . „ 300 3. Von den Herren Hugo. Otto und Franz Mankiewiez (zum eisernen Fond) zu Ehren des Andenkens ihres Vaters, des sei. Herrn Mankiewiez..........„ 300 4. Ein Geschenk zu Bibliothekszwecken von Herrn S. W a 1 do hier..................„ 200 d) Eine neue Stiftung hat Frau Stadtrat Nanny Mejrer zum Gedenken des Sterbetages ihres seligen Mannes bei der Lehranstalt errichtet mit..........„ 1000 Das Statut dieser Stiftung (zu Gunsten der Hörer der Lehranstalt), dessen Feststellung die hochherzige Geberin dem Curatoriuni überlassen hat, wird im nächstjährigen Bericht mitgetheilt werden. Die vorläufige Verkündigung hat am Sterbetage des seligen Herrn Stadtrat Mej'er am 16. Febr. 1894 am Schluss einer Gedenkfeier stattgefunden, zu welcher die Lehranstalt — Lehrercollegium, Curatorium und die Hörer — nebst Anverwandten des Verewigten sich versammelt hatten. Der Vorsitzende des Curatoriums, Herr Prof. Lazarus, der die Denkrede hielt, erinnerte zunächst daran, dass an diesem Tage 25 Jahre verflossen sind, seit Herr Stadtrat Moritz Meyer aus dem Leben geschieden ist. Redner betonte den Vorzug bleibender Institutionen im Vergleich zu den hinsterbenden persönlichen Individuen, dass jene trotz des Zeitenwechsels in _ stetiger Wirksamkeit dauern. Aber auch die Pietät des immer erneuten Andenkens solcher Personen, welche mit schöpferischem Geist« und Energie Institutionen geschaffen, bilde selbst eine segensreiche Institution. Im Anschluss hieran gab Redner eine Schilderung der edlen, stattlichen und anmutreichen Persönlichkeit, indem er versuchte, das ganze Bild des vielseitigen Mannes der Erinnerung der älteren und der Phantasie der jüngeren Zuhörer darzubieten. Teilung der Arbeit sei das herrschende Princip zu Gunsten aller Cultur; aber neben der Teilung in der Berufsarbeit müsse die Harmonie und Vielseitigkeit des Interesses in jeder wahrhaft edlen Persönlichkeit gewahrt bleiben. Darin nun sei der verewigte Mann, dessen Andenken wir feiern, ein glänzendes Vorbild gewesen. Sein Berufsleben habe sich in einer vielseitigen praktisch-civilisatorischen Tätigkeit im Dienste des kommunalen und des Verkehrswesens bewegt; aber so gross war zugleich sein lebhaftes Interesse für die "Wissenschaft des Judentums gewesen, dass er zum eigentlichen geistigen Urheber unserer Lehranstalt geworden ist. Redner gab die genauen Daten an, welche die Vorarbeiten zur Begründung derselben bezeichnen und drückte, zugleich das nie verlöschende Bedauern aus, dass es dem verewigten Manne nicht-vergönnt gewesen, die Errichtung der Lehranstalt selbst noch zu erleben. Die Hinterbliebenen desselben aber hätten die Liebe zur Idee dieser Schöpfung als ein theures Erbgut gepflegt und zur Vei-wirklichung derselben am meisten beigetragen. Von den anwesenden beiden Söhnen desselben, den beiden Mitgliedern des Kuratoriums, Herrn Reg.-Rat