Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2273546-2273569--0443-2274210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 67 — Die ordentliche Generalversammlung für das Jahr 1893 hat am 29. April stattgefunden, v^^^g Nach Erstattung des Jahresberichts, — an welchen sich eine eingehende Debatte über die Leistungen und Hoffnungen der Lehranstalt sowie über Mittel und "Wege zu ihrer Förderung knüpfte —, und Ertheilung der Decharge wurden ins Curatorium die statutenmässig nach dem Turnus ausscheidenden Mitglieder: Sanitätsrath Dr. Neumann, Dr. Heinrich Meyer Cohn und Georg Meyer wiedergewählt. — Am 16. März 1893 feierte Herr Prof. Dr- Steinthal seinen 70. Geburtstag. Das Lehrercollegium. Curatorium, mit Herrn Dr. Neumann an der Spitze, brachte in Gemeinschaft mit dem Lehrercollegium dem Jubilar und seiner Familie persönlich die Glückwünsche dar. Die durch den Tod des Herrn Dr. David Cassel s. A. entstandene Lücke im Lehrercollegium ist nunmehr durch Herrn Dr. Martin Schreiner ausgefüllt. "Wir schätzen uns glücklich, in demselben einen tüchtigen und eifrigen Gelehrten gewonnen zu haben und hegen die Zuversicht, dass derselbe die Zwecke der Lehranstalt in aller Weise fördern wird. Am 26. December 1893 hat die Einführung des Herrn Dr Schreiner ins Lehramt im Auditorium der Lehranstalt in Gegenwart des Lehrercollegiums, des Curatoriums und zahlreicher Hörer stattgefunden. Herr Prof. Lazarus begrüsste den neuen Lehrer Namens des Cui-atoriums, indem-er zugleich den Standpunkt der Verwaltung der Lehranstalt des Näheren dahin erörterte, dass sie freie Forschung als den rechten "Weg zur Erkenntniss der Wahrheit betrachtet und darum, im Uebrigen der Gewissenhaftigkeit der Lehrer vertrauend, ihnen völlige Lehrfreiheit gewähre. Herr Dr. May bäum als zeitiger Vorsitzender des Lehrercollegiums fügte seiner Begrüssung des neuen Mitgliedes einige methodologische Betrachtungen hinzu, die er Lehrern und Schülern ans Herz legte. Herr Dr. Schreiner stellte darauf in kurzen, klaren Worten das ungefähre Programm seiner Lebens- und Lehrarbeit dar. Aus dem Verzeichniss der für diesen Sommer (1894) angekündigten Vorlesungen ist schon, wenn auch natürlich nicht vollständig, der Umfang der Lehrobjecte zu ersehen, denen Herr Dr. Sehr, zugewendet ist. Wir bemerken dabei mit Befriedigung, dass einerseits Religionsphilosophie, sowohl historisch als selbstständig behandelt, und andererseits systematische Theologie sich innerhalb des Rahmens befinden. Alle drei Redner hatten sich von ihrem Gedankengange aus zugleich an die Hörer der Lehranstalt gewendet; dies ist dann noch besonders in einem Schlusswort des Herrn Dr. Joel Müller geschehen, mit welchem der feierliche Act endete. — Ueber die Einnahmen und Ausgaben der Lehranstalt ist der genaue Bericht in Zuwendungen, den Anlagen C. und D. enthalten. Wir fühlen uns aber verpflichtet an dieser Stelle dem wärmsten Danke für besondere Gaben, die uns zugewendet wurden, mit der Hoffnung Ausdruck zu geben, dass sie vorbildlichen Einfluss auf diejenigen ausüben mögen, welche sich in der glücklichen Lage befinden, dem edlen Zwecke der Lehranstalt, d. h. der Erhaltung, Fortbildung und Verbreitung der Wissenschaft des Judenthums ihre werkthätige Gunst gewähren zu können. . a) Zum eisernen Fond sind geflossen: 1. Vom Israelit. Tempelverein in Hamburg (als 4. Rate) . Mk. 120 2. Von den Söhnen des sei. Herrn Adolf von Liebermann- Wahlendorf zur immerwährenden Mitgliedschaft desselben .................. „ 1000 3. Geschenk der Frau Stadtrath Nanny Meyer . . . . „ 1500 4. Aus dem Nachlass des sei. Herrn Geh. Rath Salomon Lachmann zur immerwährenden Mitgliedschaft . . . „ 1000