Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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— 52 An S. L. Kuh in Prag. 3. August 35. Durch unseren gemeinschaftlichen Freund und Bundesgenossen nttHMSP "»313 ermutbigt, erdreiste ich mich in einer Angelegenheit, die theils Sie als Mitglied des Ausschusses, mehr aber noch mich interessiren muss, an Ihre Güte und Freundschaft zu appelliren: nämlich die Mühe übernehmen zu wollen und für mich eine anstandige, möblirte Wohnung zu besorgen, die vom 1. Septembev d. J. zu meiner Disposition stehe. Da ich künftigen Monat in Prag eintreffe, um die Stelle anzutreten, wegen deren ich berufen worden, meine Amtswohnung aber noch nicht existiert, wohl erst nach 6 bis 12 Monaten bewohnbar fein dürfte, so hat der Verein mir eine interimistische Wonung anzuweisen. Nun aber komme ich mit meiner Frau an, bin ohne Möbel, kann mir solche erst in der definitiven Wohnung anschaffen, und darf daher erwarten, dass mir bis dahin eine möblirte anständige Wohnung aus wenigstens drei Z mmern und den dazu gehörigen Bequemlichkeiten bestehend angewiesen werde. Nun ergeht an Sie meine ergebenste Bitte, sich gefalligst diesem Geschifte unterziehen zu wollen. Sie kennen unsere Wohnung in Berlin und werden das Zweckmässige in dieser Sache am besten beurtheilen. Kümmert sich niemand um dieses mir sehr dringende Bedürfniss, so weiss ich nicht, wohin ich mit mir und meinen Sachen soll; auch kann ich während der o'KUS C'Ö* nicht nach Wohnung und Schränken umherlaufen, und Kosten auf eine vorläufige Ausniöblirung stehen mir nicht zu Gebote. Die 300 Gulden, die der Verein mir angewiesen, werden für diesen Gegenstand fast Nichts übrig lassen und, wie schon bemerkt, kann ich daran erst in der Amtswohnung denken kpö"D KO,3ni?. Gruss, Bald zu schreiben und Adresse der Wohnung. An S. L. Kuh. 12. August 35. v. Läniel und Pollak haben mich an ihn gewiesen, wie dies möglich, ist mir nicht bekannt, da er selber sagt, dass ihm der Gang der Angelegenheit seit drei Wochen fremd geworden. Bis heut weiss ich nicht, ob ich kommen soll, oh im September, wo die Bestätigung zu erwarten, ob kein Risiko für mich dabei ist, wenn ich vor erlangter Bestätigung mich präsentire. Auch ist noch keine Wohnung für mich besorgt. Es ist Zeit, dass die Herren des Vereins endlich anfangen, auch an mich zu denken, und das jetzt zu thun, was längst hätte geebnet sein müssen. Ich vergeude meine Zeit mit Briefen und bis jetzt habe ich von Niemandem eine klare, befriedigende Antwort erhalten. Ich fordere Auskunft: a) soll ich nächsten Monat nach P. ziehen? — b) ist dies — auch vor der Bestätigung — gestattet und jedenfalls für mich ohne Nachtheil und Gefahr? — c) wenn obiges nicht statt hat, wann habe ich einzutreffen? — d) und e) die Punkte b. und c. datiert d. 19. Juli c. — der Punkt b. ist von L. P. privatim verbürgt: von c. habe ich schon dreimal geschrieben. — f) Auch wenn die Bestätigung ausbleibt, bleibt der Verein an seine Präliminarien gebunden (findet sich in keinem Briefe deutlich ausgesprochen). — Umgehend deutliche und spcciclle Auskunft; es möchten sonst die dreiVertragsjahrc in nutzlosen Sehrcibcreicn und ungeregelten Streitigkeiten über geregelten Cultus hingehen. L. P. soll mir antworten. In 6 Woehen jst schon n""i- — Beifolgt der Brief an ihn retour. — . Sr. Wohlgeboren Herrn Dr.Zunz, Berlin. Im Besitze Ihres sehr Schätzbaren vom 3. ds*, welches mir von Prag aus hieher gesandt wurde, beeile ich mich, zu antworten, dass ich dasselbe unverweilt an den Herrn von Lämel mit der dringendsten Bitte, Ihnen hierauf genügendste Aufklärung zu geben, gesandt habe, indem ich — entfernt von dem Orte, wo etwas geschehen soll — ganz ausser Stande bin, etwas zu thun. Schenken Sie nur in Betreff jener Gegenstände, die ich zur Besorgung übernahm, nur gefälligst noch 8 Tage, während weicher Zeit ich in Prag einzutreffen hoffe, und ich werde Hinen gew'ss hierüber alles so an die Hand geben, wie es Ihnen immerhin erwünscht seyn kann. Ich bin nunmehr an vier Wochen von Prag abwesend und bin zu glauben geneigt, dass meine und des Herrn Kuh Abwesenheit den Bauanfang verzögert haben mögen; denn ich höre, dass noch nicht begonnen wurde. Dagegen geht es mit dem Chor recht sehr vorwärts. Sie sehen also, dass Ihre Abreise nicht so sehr pressant zu machen ist, da hier nicht« versäumt wird. Herr Kuh befindet sich auf der Reise nach Ihrem Ort und will sich mehrere Tage dort aufhalten; ich bitte um eine lEmpfehlung an ihn sowie insbesondere an Ihre Frau Gemahlin. Erwarten Sie gütigst, so wie ieh in Prag ankomme, einen Brief von mir. Teplitz, 8. Äugst 1835. Ihr ergebenster Ludwig Pollak. An Leop. v. Lämel, 12. August 35. So sehr angenehm mir in Ihrem geehrten Schreiben vom 8. d. die Versicherung ist, dass der Verein die Vertragspunkte des Protokolls aufrecht halten wird, so vermisse ich doch ungern .darin eine