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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1894-01-01 · 12.1894 · page 52

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
12.1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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IRI
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— 51 — Niemandem mit meiner Existenz zu spielen. Da es nun für mich eine gebieterische Notwendigkeit ist, binnen kurzer Zeit zu wissen, woran ich bin, so ersuche ich Sie höflichst zur Erledigang der in meinem heutigen Briefe an v. L. geforderten Bestimmungen Ihren Einfluss gütigst verwenden zu wollen. Wer sich in meine Lage versetzen kann, wird nicht umhin können, einzusehen, dass ich über jene Punkte die deutlichste Sicherstellung erwarten darf. In der sicheren Hoffnung von Ihnen verstanden zu sein, nenne ich mich etc. etc.. Hochgeehrtester Herr Dr.! Ihr an den Herrn v. L ä m e 1 gerichtetes und mit Energie geschriebenes Schreiben wurde mir von demselben Melier zur Beantwortung eingesandt. Da ich diese jedoch mit der Bemerkung ablehnte, dass wohl er selbst besser im Stande seye, Ihnen die befriedigendste Naehricht zu ertheilen, so hoffe ich, dass Sie wohl seinerseits die Antwort, von der ich erwarte, dass dieselbe für Sie beruhigend ausfiel, einhalten haben werden. Haben Sie an den 2. Direktor Herrn von Jerusalem nicht auch geschrieben? Wie aus dem Bi-iefe an den Herrn v. L *i m e 1 hervorzugehen scheint, haben Sic es unterlassen. Es wäre sehr zweckmässig gewesen, wenn es geschehen wäi'e. Betreffend des zollfreyen Herein!)ringens Ihrer Bibliothek und sonstige Effekten bitte ich, durchaus unbesorgt zu seyn, ich habe es Ihnen bereits erklärt, dass ich für Alles diess ha tend und Bürge bleibe und — ich bin Kaufmann. — Dieses einzigen Punktes habe ich gegen den Herrn von L *i m e 1 in Antwort auf Ihr Schreiben von meinerseite erwähnt, und er wird wohl in Folge dessen Sie auch hierwegen beruhigt haben. Sollte er in Betreff der meublirten Wohnung in seinem Schreiben nichts definitives gesagt haben, so ersuche ich Sie (nicht als Vereinsmitglied, sondern als Ihr Freund, der hier den Gang von innen und aussen kennt) sich diessfalls an den Herrn Kuh zu wenden, der in dieser Beziehung Alles aufs Beste besorgen wird, da er Müsse und anbei guten Willen genug hat, ähnliches zu versorgen. Wäre ich in Prag fiele diess Alles weg: s o muss ich Sie aber Ihrentwillcn dazu auffordern. Ich schrieb nach Hamburg und Fürth um die dortige Synagogenordnung und Musikstücke. Wie man mir von Prag schreibt, gehts mit der Chorschule recht wacker fort. Ich bitte sehr um eine Empfehlung an Ihre Frau Gemahlin, die ich baldigst hier (Prag) zu sehen hoffe. Achtungsvoll ergbst. Ludwig Pollak. Ihre Briefe erbitte mir nach Prag. Töplitz, 29. July 1835. An Ludwig Pollak in Prag. 3. Aug. 35. Auf Ihr freundschaftliches Schreiben, das ich vorgestern Abend erhalten, beeile ich mich zu erwidern, das ich von den Herrn v. L. und v. J., dem ich auf Ihre Aufforderung geschrieben habe, ungeachtet meiner dringenden Vorstellung, keine Antwort bekommen. Da die Zeit so weit vorgerückt, es mir auch unter solchen Umstünden nicht mehr möglich ist, hier erst auf meine Bestätigung, die ein Jahr ausbleiben kann, zu warten, so muss ich mich an die Präliminarien halten, wonach also der Verein gegen mich auf drei Jahre verpflichtet bleibt, und ich verbunden bin, den künftigen Monat in P. einzutreffen. Von den 5 Forderungen, die in meinem Briefe an v. L. d. 19. vorigen Monats aufgeführt sind, sind mithin a, d, e insofern erledigt als die Bedingnisse der Präliminarien erfüllt werden müssen, abgesehen die Bestätigung: für b übememen Sie die Garantie, und so bleibt noch c, nämlich eine möblirte Wohnung, die mir vom 1. künftigen Monats ab so lange zu Gebote steht, bis ich die Amtswohnung beziehe und mich in selbiger selbst möblire. Eine Forderung der Art ist so natürlich, gerecht und einfach, dass es mich sehr befremdet, weshalb der Verein nicht dafür gesorgt hat. Soll ich etwa, wenn ich dort ankomme, auf der Strasse umherlaufen oder meine Kisten etc. auf Speicher bringen lassen? Auch hierin thue ich Ihren Willen und schreibe S. L. Kuh, obwohl es mir leid ist, meinerseits diesem Herrn dergleichen aufzutragen-, dies hätte der Ausschuss thun sollen, nicht ich, und alle Schreibereien, die ich von hier aus habe, um diese und ähnliche Angelegenheiten zu ordnen, hätten mir müssen erspart werden. Wenn ich voll von Unruhe und Plackereien sein muss und .die Dinge hei meiner Ankunft nicht so eben als möglich finde, woher Ruhe und Müsse für Geistiges nehmen? [folgt eine Stelle aus dem Briefe an Jerusalem: -Meine persönlichen Angelegenheiten........Verlegenheit stürzt."] Sie sehen, mein Entschluss ist nunmehr gefasst, es wird sofort zu den Reise-Anstalten geschritten, im September, den Tag bin ich noch nicht zu bestimmen im Stande, bin ich in P. zur Disposition meiner zukünftigen Gemeinde. Dass Sie mir auf diesen Brief umgehend antwovteu, darf ich von Ihrer Theilnahme erwarten; melden Sie mir auch, wie es mit dem Bau steht und wann dessen Vollendung, der Synagoge wie des Hauses, zu erwarten steht. Grüsse an Vater und Oheim. — An wen soll ich meine lüsten adressiren? Am 9. d. oder sehr bald darauf hoffe ich einen Brief von ihm zu haben.

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