Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
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— 50 — lässt, als ihm von den hohen k. k. Landesbehörden der Wiener Tempel zum Muster aufgestellt wurde, uui den hiesigen Gottesdienst und die diesställigen Einrichtungen nach demselben zu ordnen. Schlüsslich bittet der ehrfurchtsvoll unterzeichnete Verein um gnädige Rückstellung der Beilagen. Prag 6. July 1835. Eingebracht am 15. July. Leopold von Lämel. Leopold Jerusalem. N. Dormitz er. H. Wiener. Jos. J. Po Hak. Dr. Wessely. Dr. Weh 1 e. Peter Beer. S. Lippmann. S. D ormi tzer. Ludw. Pollak. S. B. Hirsch. Herrn L. v. Lämel in Prag. 19. Juli 35. Dass ich Ihr geehrtes Schreiben vom 1. d. erhalten, werden Sie aus einem an den Herrn Sekretär des Vereins gerichteten Briefe vom fi. d. ersehen haben. Dieses Herrn soeben eingelaufene Antwort veranlasst mich, Euer'Wohlgeb., die Angelegenheit, um deren Willen ich mit dem wohllöbl. Verein in Verbindung getreten, ganz besonders zu empfehlen, indem aus den bisherigen Verzögerungen, der Sache Nachtheile und mir empfindlicher Schaden drohet, — wovon vielleicht manche, in deren persönlichen Verhaltnissen hierdurch nichts gestört wird, eine minder deutliche Vorstellung haben dürften. Meine Wohnung allhier ist zum 1. Okt. d. J. aufgekündigt: meine. Beschäftigungen allhier grossentheils abgebrochen, und neue können nicht angeknüpft werden, so dass mit diesem Monate meine Erwerbsquelle allhier so gut als aufhört. Der Monat August, in welchem eingepackt und versteigert werden soll, ist vor der Thüre, ohne dass icli überhaupt weiss, ob und wann ich abreisen kann. Befremdend erscheint die Zumuthung, dass ich von hier aus die Präger Angelegenheit betreiben, Vorstellungen machen oder mich wegen billiger Forderungen an dieses oder jenes Vereinsmitglied wenden solle. Diejenigen, die aus der Ferne mich zu einer Predigerstelle berufen haben, müssen mir den Weg dahin ebnen: sie allein müssen die Mühe und die Kosten der Vorbereitungen übernehmen. Beseelt Liebe und Thateneifer den verwaltenden Ausschuss, so wird derselbe keinen Tag ungenutzt verstreichen und da, wo hohes Interesse und fremdes Wohl auf dem Spiele stehen, Nichts saumselig verderben lassen. Selbst auf die erst vor 4 Tagen erfolgte Eingabe dürfte schnell ein günstiger Bescheid erfolgen, wenn Sie, hochgeehrter Herr, Ihren grossen Einfluss geltend machen wollten. Unter so obwaltenden Umständen und in einer peinlichen Ungewissheit, darf ich, an Ihre Einsicht und Rechtlichkeit appellirend, erwarten, dass a) der wohllöbl. Verein thätig einschreiten werde, die Bestätigung der Regierung schnell zu erhalten, damit mir selbige schnell zugeschickt werde, von einem mittlerweile aufzusetzenden Kontrakt-Entwürfe begleitet. — b) Für eine ungehinderte, zollfreie Einpassirung meiner Bücher und Effekten ohne meine Dazwischenkunft gesorgt sei. — c) Vom 1. Sept. dieses Jalires ab zu meiner Verfügung in Prag eine möblirte Wohnung stehe, wovon ich das Nähere spätestens 1 Woche vor meiner Abreise von hier angezeigt erhalte. — d) Die Gehaltszahlung jedenfalls den 1. Sept d. J. beginne. — e) Der Verein die Verpflichtung eingehe, falls die Bestätigung unterbleibt, mich mit 1000 Fl. c. M. zu entschädigen. — Hinsichtlich dieses letzteren Punktes berufe ich mich auf Ihre mündliche Erklärung in der Conferenz vom 20. Mai, dass der Verein an sein Wort gebunden sei, auch wenn keine Bestätigung erfolge, obwohl zu meiner Verwunderung dieser von mir augeregte Punkt in den Präliminarien übergangen ist. An Sie, zu verehrender Herr, ergeht nun meine Bitte, mich so schnell als möglich über die angeregten 5 Punkte in einer officiellcn Mittheilung sicher stellen zu wollen. Ihrer Gewogenheit mich empfehlend, unterzeichne ich mich mit besonderer Hochachtung. An L e o p. v. Jerusalem in Prag. 19. Juli 1835. Wenn ich mir erlaube, Sie mit gegenwärtigem Briefe zu belästigen, so geschieht es in der Ueberzeugong, dass Sie wahrhaftes Interesse an der Sache nehmen, durch welche ich mit dem wohllöbl. Vereine zu Prag in Berührung gekommen bin, und dass solches schon Sie bewegen dürfte, einen Theil davon auch auf meine persönlichen Angelegenheiten zu übertragen. Diese scheinen mir nämlich — und ich bitte um Berichtigung wenn ich irre — ziemlich gleichgültig abseiten des Ausschusses behandelt zu werden, welches mir in der That schmerzlich ist, mich auf die Zukunft entmuthigt und für jetzt in grosse Verlegenheit stürzt. Schon lösen sich die alten Verhältnisse allhier ab, da die allgemeine Stimme mich in 6 Wochen nach Prag schickt, neue aber knüpfen sich nicht an, so dass ich bald von beiden Seiten leer ausgehe. Allein es muss dem Eifer so hoch stehender Männer wohl möglich sein, für eine mit Wärme unternommene Angelegenheit und zum Besten desjenigen, den sie ilirem Institute an die Spitze stellen, rasch sicheren Erfolg zu erwirken; nicht dem Fremden und Berufenen, sondern der dortigen Gemeinde liegt es ob, die Voranstalten zu treffen, zu .beschleunigen; aber das ziemt gewiss