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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1894-01-01 · 12.1894 · page 48

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
12.1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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IRI
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— 47 — eindringlich zu schreiben — Leider! geht bei unsern Behörden Alles sehr langsam. — Bei einiger Verwendung aber sehr schnell. Der Baukonsens ist bereits in unsern Händen und Seitens der höchsten Behörden in sehr schmeichelhaften Ausdrücken über dessen Zweckmässigkeit abgefasst. In etwa 8—14 Tagen wird erst eingerissen werden (!!!) — An eine Ausübung des Gottesdienstes in dem umgebauten Gotteshause ist vor Ostern nicht zu denken. Ich wiederhole noch einmal meine Bitte, sich an die genannten Herren sehr dringend zu wenden, ihren Einfluss in Bezug auf das hohenorts eingebrachte Gesuch ganz geltend zu machen. Da auch der Einfluss des Herrn Joseph Pollak bei allen hohen Behörden bedeutend ist, so würde ihn eine Aufforderung von Ihrer Seite zur Geltendmachung desselben sehr ehren und von Erfolg seyn. Abgesehen davon, dass Ihr Wort mehr ausgibt als meine langen Reden; so würde ich Sie doch nicht dazu auffordern, wenn ich nicht abwesend wäre und nicht besorgte, dass leicht ein Missgriff gemacht werden könnte, wenn sich nicht die genannten Herren für das Gesuch am rechten Orte verwenden. Da Ihnen doch darum sehr zu thun ist, je e h e r, je lieber über das Resultat in Gewissheit zu seyn; so werden Sie wohl die Güte haben diesen Umstand besonders hervorzuheben. Dies ad a) —. ad b) und c) erwiedere ich in Kürze, dass Sie diesfalls ganz beruhigt seyn wollen. Für Alles dies werde ich Sorge tragen. Sie werden ungehindert, ungestört in den ungeschmälerten und kostenfreyen Besitz aller Ihrer Effekten und Bücher gelangen. Ich werde Ihnen seiner Zeit, etwa 14 Tage vor Ihrer Abreise genau angeben,, wie Sie es einzuleiten haben werden. In längstens 10 oder 20 Tagen (also gegen den 10t. des k. Ms.) werde ich Ihnen mittheilen, was Sie Ihrerseits diesfalls zu veranlassen haben. In dieser Beziehung übernehme ich alles Risico und werde für Alles sorgen. ad d) bitte sich diesfalls an den Herrn Kuh zu wenden, in dessen Departement dies gehört und der hierfür zu sorgen hat — ich würde zwar auch diese Verpflichtung übernehmen, aber meine Abwesenheit hindert mich daran. Herr K u h ist in Wien, kommt aber dieser Tage an. Viele Empfehlungen an Ihre Frau Gemahlin. Ihr achtungsvoll ergebenster Prag, 16. July 1835. Ludwig Pollak. Hohes k. k. Landespraesidium! In ehrfurchtsvoller Befolgung der mit Hohem k. k. Präsidial-Erlasse vom SOten Jänner d. J. No. 4G48 herabgelangten Anordnung erstattet der ehrfurchtsvoll unterzeichnete Verein die gehorsamste Anzeige, dass derselbe wegen Besetzung der Predigerstelle bei dem verbesserten israelitischen Gottesdienste mit dem Dr. Z u n z aus Berlin in Unterhandlung getreten seye, die bereits in so ferne als beendigt zu betrachten ist, als er sich zur Annahme dieses Postens auf drei Jahre und nach diesen drei Jahren bei einer achtmonatlichen wechselseitigen Aufkündigung auch auf die weitere Zeit bereit findet, wozu sich der Verein mit Vorbehalt der Hochortigen Genehmigung als einverstanden erklärte. Bei der Wahl eines Predigers glaubte der ehrfurchtsvoll unterzeichnete Verein insbesondere darauf Rücksicht nehmen zu müssen, dieses Amt nur einem solchen Manne anzuvertrauen, der nicht blos den AnforGerungen, die man an ihn als Prediger macht, entspricht; sondern der auch in allen Fächern der theologischen Wissenschaften bewandert, insbesondere aber in der Hebräischen Litteratur und namentlich im Gebiete des Talmuds heimisch seyn müsste, der überdiess in der theologischen Welt ob seiner Gelehrsamkeit und seines Wirkens im Fache der gottesdienstlichen Einrichtung als Autorität gelte und nicht blos bei den Gebildeten und Gelehrten der jüngeren Generation, sondern auch bei den übrigen Klassen, insbesondere aber bei älteren Rabbinern in Ansehen stehe. Der ehrfurchtsvoll unterzeichnete Verein glaubt in dem Dr. Z u n z einen Mann gefunden zu haben, der allen diesen Anforderungen entspricht und in sich alle jene Vorzüge vereinigt, die ihn würdigen an der Spitze des verbesserten Gottesdienstes zu stehen. Wiewohl dessen in ganz Deutschland anerkannter Name und sein Ruf diese Voraussetzung hinlänglich rechtfertigen; so dürfte dennoch die Vorlage der nachstehend angeführten Belege nicht überflüssig seyn. Die Kürze der Zeit gestattete nicht, mehrere ähnliche Dokumente herbeizuschaffen; es lassen jedoch die gegenwärtigen auf eine noch grössere Zahl schliessen. Dr. Leopold Zunz, seit 1822 Mitglied des Vereins für Kultur und Wissenschaft der Juden (Beilage A.), hat im Jahre 1819 an der Universität zu Berlin die philosophischen Studien aufs „rühmlichste" beendigt (Beilage B.) und wurde im Jahre 1822 zu Halle zum Doctor der Philosophie und zum Magister der freien Künste und Wissenschaften promovirt. (Beilage C.) In gottesdienstlicher Angelegenheit wirkte er schon im Jahre 1822 als Mitglied der Gommission zur Einführung des deutschen Gottesdienstes in Berlin, wozu er die Statuten entwarf (Beilage D.), so wie er schon ein Jahr vorher als Bevollmächtigter in eben dieser Angelegenheit

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