Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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— 41 - Schriftsteller und Vorsteher. Lämel ist sehr indifferent, wünscht vielleicht eher das Unterbleiben der Sache als die Ausfuhrung derselben, und Landau ist, um nichts Ärgeres zu sagen, ein höchst unverlässlicher Mensch, den nur Interesse und Eitelkeit leitet, und der sich der Sache gleichsam bemächtigt hat, weil sie sonst ohne ihn zu Stande gekommen wäre. Peter Beer zeigt Eifer, hat aber keinen wirklichen Einfluss. Die eigentlichen Thätigen und redlichen Arbeiter sind: 1) ein junger Mann; Lazar Pollak, der eigentliche Gründer, Leiter und Beförderer der ganzen Unternehmung: 2) dessen Oheim, Joseph Pollak, ein sehr vermögender, wohlgesinnter und rechtlicher Mann; 3) Herr Lipp mann, der seinerseits sowohl für diese Sache als für die Verbesserung der bürgerlichen Verhältnisse viel Theilnahme und Eifer bewiesen hat. Mit diesen ist zu unterhandeln, was die Anderen be rifft, ist von Allen keiner, von dem man mit Gewissheit sagen könnte, dass er der Sache anhänglich bleiben werde. Sonstige achtbare Gemeindeglieder s-ind S. B. Hirsch, Gebrüder Porges, Jonas Porges, S. Kuh und Mehrere. Fragen Sie lieber an, mit wem Sie zu contrahiren hätten. Vielleicht hat sich ein Vorstand gebildet, der als Behörde auftritt. Die Stellung des Religionslehrers kommt mit der Ihrigen in keine Verbindung; da 2 Religionslehrer vom Staate angestellt sind — Peter Beer für die Normal- (deutsche) Schulen und Homberg für die Gymnasial-Schulen. Homberg hat sogar noch einen Substituten, den Dr. Wessely. Wenn einer von den beiden stirb'', da sie beide sehr alt sind, ist davon zu reden, könnte allerdings die Religionslehrerstelle mit der Predigerstelle verbunden werden, und dann hätten Sie einen öffentlichen Charakter. Im Punkte der Orthodoxie ist meine Meinung: y*tnr, ^Xl TOTT (?)plSn — ne quid nimis. Jedes System ist das richtige, wenn es consequent durchgeführt wird und im Charakter seine Bewährung findet. Ärgemiss darf Keiner geben, der bei Juden Einfluss gewinnen will, am wenigsten bei einer Gemeinde wie die Prager, die 10,000 Seelen vom plebs zählt. Ebenso unglücklich fährt man aber auch wenn man über seine freisinnigen Ideen das Gewand der Heiligkeit und einer verschollenen Ascetik zieht, das unser Einem so wenig ansteht. Ich habe das wenigstens sehr sorgfältig vermieden und habe dabei Achtung und Liebe und Zutrauen bei allen Parteien gewonnen, prnn "ptP 1310 ist bei mir die Hauptsache. Nun zu Ihren Punkten. 1) Lebenslänglich werden die Herren Sie nicht anstellen, oder sich verpflichten können, da sie ihren Nachfolgern nicht gut zumuthen können ihre Verpflichtungen anzuerkennen. Dasselbe gilt von dem Punkte der Pension für Ihre Frau. Ich habe Letzteres nicht erhalten können, da die Gemeinde hier nicht solidarisch Verpflichtungen eingehen kann. 5) Jeden Sabbat und Festtag wäre allerdings rathlich, was Ihnen bei Ihrer leichten Art zu arbeiten auch eher m'öglich ist als mir jeden 2. Sabbat. Zudem ist in Prag ein grosses Publikum, und Sie hätten immer neue Zuhörer. Nur dürfen Sie keine conditio sine qua non daraus machen und müssen die Freiheit haben, hin und wieder auszusetzen, wenn es Noth thut. Bei der Einrichtung unseres Gottesdienstes ist dieser auch ohne Predigt ein Ganzes und Abgeschlossenes. Jedoch je öfter desto besser. Denn die Predigt ist der Geist, das Andere ist riVOSW- G) Nicht nur berechtigt, sondern es nmss das zum wesentlichsten Punkte gemacht werden, ohne den Sie sich zu Nichts verstehen. 7) Ist schon oben besprochen. 8) Wohl schwerlich anfangs, würde auch Conflicte geben, die Sie um Ihretwillen meiden müssen.!) und 10) Versteht sich von selbst Dürfen Sie nicht berühren, gehört in den Contract. Desgleichen 11 u. 12). Nichts als billig. 13) Ist überflüssig und sieht etwas kleinlich aus, stellt die Hauptpunkte in Schatten. 14) Billig und versteht sich von selbst, ist die Sorge des Vereins, da er sie ruft. 15) Versteht sich von selbst. 16) Muss mit 6 besonders hervorgehoben werden. Es dürfen keine gottesdienstliche Einrichtungen ohne Ihre Zustimmung getroffen werden. 17) Versteht sich. Fällt den Leuten nicht ein. 18) Wozu? 19) Unerheblich. 20) Ist keine Bedingung, sondern Form, die Sie zum Schlüsse hinzufügen. Namentlich würde ich auf die Unterschrift der angesehenen Mitglieder dringen. a) Statuten sind die für die hiesige Anstalt entworfenen Regeln und Instructionen, die den Prägern bereits nütgctheilt sind und der Prager Anstalt vermuthlich zu Grunde gelegt wurden. Nicht gedruckt. 1)) Bei jedem Leichenbegängnisse haben Sie nach unseren Stählten njin; nmja zu sagen, ein deutsches Gehet, für das ein Formular als Fachwerk vorliegt, zu halten; und Leichenreden da, wo der Verstorbene ein öffentliches Verdienst hatte und einen gemeinnützigen Charakter. c) Als Prediger nicht. Ich bin Religionslehrer und zugleich, da wir keinen eigentlichen Rabbiner haben, werde ich als Seelsorger (Pfarrer) betrachtet In Prag ist das schwerlich zu hoffen, da die Appellanten dort von der Regierung bestellt sind. 6