Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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— 40 — der dieses Werk, .welches im Drucke etwa 60 Bogen ausmachen wird, gegen sehr billige Bedingungen übernehmen wollte. Zwar habe ich mich auf Anrathen des Dokt. Pinner an einen gewissen H. Levent gewendet, dem wahrscheinlich mein Schreiben nicht zugekommen ist. In Erwartung einer baldigen Antwort bin ich mit aller gebührender Hochachtung Eu. Wohlgeboren ergebenster Diener Peter Beer. An Mannheimer in Wien. 9. Februar 35. Dank. Mittheilung aus P. Beers Briefe, mich betreffend. Frage um Rath und Meinung über folgende Punkte, als Entwurf zu einem Contrakte. 1) Meine Anstellung ist lebenslänglich oder mindestens 10 Jahre. 2) Zu jeder Zeit oder an fixirten Terminen kann ich auf */» Janr kündigen. 3) Wenn ich unbrauchbar geworden? — 4) Pension im Falle des Ablebens. 5) Jeden Sabbat predigen? — 6) Zu Trauungen (fi^n?)? Einsegnungen und Confirmationen bin ich berechtigt. 7) Mein Verhältniss zum Religionsunterrichte? 8) Substituten? Ferien? 9) 800 fl. monatlich praenumerando und freie Wohnung. Vergürigung für letztere, wenn ich eine andere wähle? 10) Jährlich 600 fl Emolumente garanürt. 11) Fixes Gehalt beginnt mit 1835, 1. Mal 12) Reise- und Einrichtungskosten. 13) Ich zahle keinerlei Abgaben. 14) Der Verein niuss mei^e Aufenthaltsberechtigung selbst besorgen. 15) Befugniss zu Privatunterricht und Vorlesungen. 16) Bei Berathungen, den Cultus betreffend, habe ich eine Stimme. 17) Thema etc. der Predigte* und der jedesmaligen Gesänge bestimme ich. 18) Schiedsgericht bei Zwistigkeiten. 19) Ein Synagogendiener zu nieinei* Disposition. 20) Der Kontrakt gerichtlich bestätigt. 21) Von zehn auserlesenen Vereinsgliedern unterschrieben. — Ich frage a. was sind das für Statuten, sind sie zu haben? b. was ich bei Leichenbegängnissen zu thun, c ob ich als Prediger von der Regierung anerkannt bin. d. 10 Wohlhabende Männer zu nennen, e. Was im Punkt der Orthodoxie zu beobachten: Hauben-Tragen, Rasiren, in die Synagoge gehen, die hjdS benschen, blossen Hauptes gehen etc. — Erinnerung an Schmidt und mein Buch. — Baldige Antwort, da ich mit meinem Briefe nach Prag, darauf warte. An Peter Beer in Prag. 22. Februar 35. In der Voraussetzung, dass Sie in Ihrem Briefe an mich — das Organ des Vereins sind, der meine Anstellung als Prediger wünscht, führe ich folgende Punkte auf, einige als Frage', um darüber die Meinung der Gemeinde zu vernehmen. Begründet habe ich keine, weil ich sie erfahrenen Männern für einleuchtend halte. — 1) Der Verein nimmt Dr. Zunz zum Prediger auf; derselbe besorgt des Aufzunehmenden Aufenthalts-Berechtigung. 2) Ist die Anstellung lebenslänglich? auf eine Reihe vou Jahren? mit voraufgehender Kündigung? 3) Der Prediger kann sein Amt niederlegen, wenn er sechs Monate vorher aufkündigt. — 4) Pflichten des Predigers sind: Abhaltung von Predigten an Sabbat und Festtagen, Verrichtungen von Trauungen (j-jpnp), Confirmationen, Einsegnung der Wöchnerinnen, Gebete für Verstorbene und Leichenreden zu halten, und an Berathungen des Vorstandes, den Gottesdienst anlangend, Theil zu nehmen. — 5) Es bleibt dem Prediger anheini gestellt, je zuweilen einen rotP die Predigt auszusetzen. — 6) Ohne seine Zustimmung darf keine gottesdienstliche Einrichlung getroffen werden. — 7) Derselbe hat die Befugniss, Vorlesungen zu halten und Privat-Unterricht, namentlich in der Religion, zu ertheilen. — 8) Vom 1. Mai 1835 an erhält er 800 fl. conv, monatlich praenumerando — Emolumente, die mindestens zu 600 fl. conv. garanürt werden — freie Wohnung und angemessene Vergütigung, falls r sich eine eigne wählt. — 9) Der Verein vergütigt — ganz? — die Reise- und Einrichtungskosten. — 10) Der Kontrakt wird von zehn angesehenen Männern des Vereins unterschrieoen und gerichtlich bestätigt. — Wenn ich liier im Voraus Allerlei feststelle und beantrage, über das mir die Meinung Ihrer Herrn Committenten noch nicht ganz deutlich ist, so geschieht das nicht aus Misstrauen oder irgend einer Anmassung von Autorität, sondern damit man sich nicht gegenseitig über des anderen Begehren täusche, und um das Hin- und Herschreiben abzukürzen. — Er möge mich bei der Gemeinde vertreten, die mir deutlich und aufrichtig ihren Willen kund thun möge. Beschleunigung. — Ich glaube nichts Unbilliges oder Unpassendes aufgestellt zu haben. — Den Verlag seiner Schrift anlangend, muss ich mir vorbehalten, bis ich dieselbe erhalten habe.' Verehrtester Freund! (Ohne Datum.) Ich würde mir eine Gewissens6äche daraus machen, Sie auch nur einen Posttag warten zu lassen. Nur müssen Sie meinem trüben Augenlichte Manches zu Gute halten, da ich wohl schreiben, aber das Geschriebene schwer überlese. Was die angeführten Punkte betrifft, so dürfen Sie nicht ausser Acht lassen, dass Sie mit Privatleuten zu thun haben. Nonünel sind die Leiter des Unternehmens, die bisher schlecht genug ihren Eifer bewährt haben, Leop. Edler v. Lämel, soi disant Präsident des Vereins und M. J. Laudau der