Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
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/ — 38 — Sollte es Ihnen gefällig seyn diesem Rufe zu folgen, so bitte ich um eine baldmöglichste Antwort, um das ferner Nöthige zu veranlassen und beschleunigen zu können. Doch auch im entgegengesetzten Falle ersuche ich um Ihre Antwort längstens binnen 14 Tagen, und bin mit aller gebührenden Hochachtung Eu. WohJgcboren ergebenster Diener Peter Beer. An Peter Beer in Prag. 0. Januar 1835. Bei einem so wichtigen Antrage, als Euer Wohlgeb. in Ihrem geehrten Schreiben vom 21. vorigen Monats mir vorzulegen die Güte hatten, werden Sie es nicht übel deuten, wenn ich die Sache erst reiflich erwog und mir nun die Freiheit nehme, das Ergebnis meiner Überlegung, Ihnen hiermit vorzulegen. Ich schätze es als eine besondere Ehre und macht es mir Freude, dass die Mehrheit des löblichen Vereins zu Prag für meine Aufnahme ist; auch bin ich keineswegs abgeneigt, wiederum eine Predigerstelle in Israel anzutreten. Aber ich würde es für ein Unrecht gegen die Gemeinde halten, wenn icli ein definitives Ja sagte, ohne meine Amtsverhältnisse noch die Cultus-Angelegenheit zu kennen. Darf ich ein Gehalt annehmen ohne die Überzeugung zu haben, dass ich dem Institute und mir der Wirkungskreis zusage? Da sich nun in der gedruckten Anzeige nur allgemeine Andeutungen von Verbesserungen Änderungen und von Abschaffen in Ritus und dem Gottesdienste findet, so möchte ich wissen, ob und welche gottesdienstliche Ordnung festgestellt und von wem solche sanetioniert ist. Nächstdem erbitte ich mir Auskunft über meine Stellung, über meine Pflichten und Rechte: welche geistliche Behörde mir vorgesetzt sei, mit wem icli contrahire und dergl. Ist man über das Wichtigste im Allgemeinen klar, wird auch über Einzelnes die Verständigung möglich sein. Sie als einen sachverständigen Mann darf ich wohl um baldige Mittheilung des Nöthigsten ersuchen, und indem icli nochmals für Ihren Antheil an dieser Angelegenheit meinen Dank ausspreche verbleibe ich .... N. S. Die Schrift, welche Sie Ihrer Anzeige zufolge, mir gütigst zugedacht haben, habe ich nicht erhalten. An Prof. Peter Beer in Prag. 18. Januar 35. Auf Ihr geehrtes Schreiben vom 21. vorigen Monats, das mir am 24. zi gestellt wurde, antwortete ich unterm 9. d. M. in einem Briefe? der unten in Abschrift folgt. Da ich am 14. d. ein Schreiben von Herrn L. Po Hak datiert d. 11. huj. erhielt und soeben ein zweites von Euer Wohlgeb. (ohne Datum), aus welchen beiden ich ersehe, dass mein erwähntes Antwortschreiben, welches von Herrn A r o n s am 10. d. abgesandt worden, Ihnen nicht zugekommen ist, so nehme ich mir die Freiheit, Sie ergebenst zu ersuchen, wenn Sie fernerhin mich mit Briefen beehren wollen, den sicheren Weg der Post einzuschlagen und dieselben nur einfach an: „Dr. Zunz in Berlin" adressiren zu wollen. — Was den wichtigen Inhalt Ihrer Briefe anbelangt, so möchte ich zur Erläuterung meines Schreibens noch folgendes hinzusetzen. Ein Gehalt, das freie Wohnung und zusammen wenigstens 1400 Gulden couv. Münze, beträgt, finde ich ebenso ehrenvoll als genügend. Auf der anderen Seite ist eine Predigerstelle in Israel, durch einen so achtbaren Körper, als den Verein zu Prag, dargeboten, ein Feld der Thätigkeit, auf welchem man Gottes und der Menschen Liebe sich erwerben kann. Aber noch kenne ich meine Anitsverhätnisse nicht, ich weiss nicht, wofür ich Emolumente beziehe, eben so unbekannt ist mir das ganze Institut, und meine Stellung zu demselben. Andrerseits verbietet mir die Pflicht für die Meinigen, ohne hinlängliche Sicherheit, meine ganze Existenz allhier, wo ich bereits 19 Jahre wohne, aufzugeben. Ich müsste demnach eine feste, contraktlich gesicherte Anstellung erwarten. Also nochmals bitte ich um deutliche Auskunft, sowohl über das InstHut und die Cultus-Angelegenheit, als meine Stellung. Je früher über die wichtigsten Punkte eine gegenseitige Verständigung eintritt, desto leichter und schneller werden Einzelheiten zu ebenen sein. Herrn P., dem ich mich ergebenst empfehle, mag ich nicht mit einem besonderen Briefe belästigen, zumal da ich im selbigen nichts Neues zu sagen weiss. An Mannheimer in Wien. 18. Januar 35. Er möge mit umgehender Post Auskunft über die Verhältnisse in Prag und Rath ertheilen, namentlich über die dortige Cultus-Angelegenheit: ob man gesonnen ist, lebenslängliche durch gerichtlichen Vertrag oder das Gesetz gesicherte Anstellung zu geben, wer an der Spitze und wie es um die Parteien steht — Von meinen Vorlesungen. — Dass Dr. Saalschütz mir übea Anton v. Schmidt Nachricht geben wollte. — Verehrter Herr Doctor! (Ohne Datum.) Dir Schreiben und die darin enthaltenen Fragen waren so kurz und kategorisch gestellt, dass ich gewiss nicht gewagt hätte, die Antwort zu verzögern, wenn mich nicht gerade in denselben Tagen