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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1894-01-01 · 12.1894 · page 37

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
12.1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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— 36 — „„eine thätige Betreibung der zur Sieherstellung des Erforderlichen mit gutem Erfolge bewerkstelligten „„Sammlung, die Auslagen sowohl für den Etablierungs-Fonds, als auch für den jährlichen Unterhalt „„baldmöglichst zu erganzen, und dadurch die vollkommene Consolidirung jener Anstalt zu realisieren." " „„Bei dieser Gelegenheit findet die Regierung sich veranlasst, die Polizei-Ober-Direction zu be- „ „auftragen, ja selbst schwer verantwortlich zu machen, dass Dieselbe auch ihres Orts mit Eifer alles „„beitrage, was immer auf dieselbe ankommen kann, damit der Ausführung dieser neuen Anstalt in Folge „„der bestimmt erklärten allerhöchsten Willensmeinung aller mögliche Vorschub geleistet, und „„jedes feindselige Hindemiss eiligst und unfehlbar beseitigt und überwältigt werde."B „„Diese hohe Entschliessung wird den Herren Vertretern zur Wissenschaft und Bekanntmachung „„mit dem Beisatze bekannt gemacht, dass man hierorts nicht zweifelt, diese vorstehende, wahrhaft väter- „„lich ausgesprochene Anordnung der hohen Landesstelle werde die Gemüther aller Herren Vertreter „„mit dankbarer Freude erfüllen, mit erneuertem Eifer beseelen und sie mächtig antreiben, zu gleichen „„Gefühlen auch die übrigen Tolerierten zu entflammen, dann' ein gemeinschaftlich guter Geist auch die „„gemeinschaftliche gute Sache, die Verbesserung des Kultus sobald als möglich ins Dasein rufe, um so „„ mehr, als die hohen und höchsten Behörden — ja selbst Sr. Majestät allergnädigst „„derselben entgegensehen."tt „„Wien, den 31. Oktober 1821. Freiherr v. Siebor m. p."*4 „Israelitsche Prediger! Nicht des unbedeutenden Lohnes wegen, den ich mit meinen schwachen „Mitteln euch bieten kann. Nein! aber der Gedanke, ein ewiges Denkmal dem Herzen aller frommen „Israeliten einzugraben, ein Denkmal an'den heutigen Tag, wo wir das 40ste Regierungsjahr der glorreichen Regierung unseres erhabenen Landesvaters feiern, dieser Gedanke entflamme euern Geist, begebe euere Kraft, beseele euere Worte, und seyd versichert, dass es nur einer Anregung bei den hiesigen ^Israeliten bedarf, um die Ausführung zu erleichtern, und mit Innigkeit werden sie demjenigen entgegenkommen, der ihnen den Weg zeigt, diesen heiligsten, diesen beseeligendsten der Tage auf heilige und „fromme Weise dem ewigen Andenken zu überliefern, der Erinnerung eines Monarchen zu weihen, dessen „Scepter die Herzen seiner Unterthanen mit magnetischer Kraft fesselt — Millionen beglückt! Lasst uns „dem Frommsten der Väter in kindlicher Dankbarkeit ein frommes Andenken weihen! „Prag. Am Tage der beglückenden Feier des 40sten Jahres der glorreichen Regierung Sr. Kaiserlichen Majestät Franz des Ersten." „Alle Diejenigen, die wegen dieser Angelegenheit nähere Auskunft zu erhalten wünschen, wollen „gefälligst ihre diesfälligen Briefe unter der Adresse L. Z. — an die Expedition der Prager Zeitung „richten." *) Diese „Aufforderung" gab den Anstoss zur Bildung des Vereins, dem sich sofort alle intelligenteren und wohlhabenderen Mitglieder der Gemeinde anschlössen. Der Ausschuss2) des Vereins, der mit der Durchführung aller Vorarbeiten betraut war, hatte von der Plenarversammlung zunächst den Auftrag erhalten, bei der Regierung die Erlaubnis zur Errichtung eines verbesserten Gottesdienstes auszuwirken und das Ansuchen um Ueberlassung der Altschul-Synagoge zu stellen. Aber das Unternehmen hatte selbstverständlich auch viele Gegner. Samuel Landau, der Vorsitzende im Collegium der „Oberjuristen", sprach über den Verein in einer öffentlichen Ansprache in der Synagoge den Bann aus, und in einer Denkschrift an die Regierung erklärte er, dass er zwar die Verbesserung des Gottesdienstes für zulässig halte3), aber „auf keine Weise zugeben könne, dass an einer bestehenden Synagoge auch nur die geringste Bauveränderung vorgenommen werde, indem solches gegen die Religion wäre"4). Er benützte jede Gelegenheit, um gegen den Verein zu wüten. In einer Predigt 1) Die Abschrift dieser „Aufforderung" verdanke ich der Güte des Cand. theoL Herrn Julius Löwy aus Prag. 2) An der Spitze des Ausschusses, dem 18 Mitglieder angehörten, und der ein ökonomisches, technisches und liturgisches Gönnte (zu letzterem gehörten auch P. Beer und Dr. W e s s e 1 y), eingesetzt hatte, stand L. v. Lämel als „Vereinsdirektor". 3) Am 2. Juni 1820 hatte er im Verein mit Eleasar Flekeles in einem Promemoria an den Kaiser Mannheimer wegen solcher Verbesserung des Gottesdienstes einen „Landläufer" genannt. <) Aus eiaem Briefe Ludwig Pollak's an Zunz d. d. Prag, 10. März 1835.

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