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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1894-01-01 · 12.1894 · page 36

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
12.1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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IRI
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— 35 — „Pressburg haben meine Theilnahme so sehr in Anspruch genommen, dass es mein innigster Wunsch „wurde, etwas dazu beitragen zu können, eine ähnliche Anstalt auch hiev ins Leben treten zu sehen. „Durch einen ganz eigentümlichen Fall, den ich als einen Wink Gottes anzusehen geneigt bin, gelangte „ich zum Besitze von fl. 1600 in 20 kr. Stücken. Ich hoffe diese Summe ehestens auf 2000 fl. in 20kr. Stücken „ganz aus meinen Mitteln zu erhöhen und dies veranlasste mich, an die israel. Prediger nachstehende „Einladung ergehen zu lassen: Ich habe nämlich vorerwähnte 2000 fl. dazu bestimmt, einen israel. Prediger, der in einem nach Art und Weise wie in Wien einzurichtenden Lokale Predigten „in hochdeutscher Mundart von Zeit zu Zeit abhalten würde, durch volle 3 Jahre die jährliche Remuneration von fl. 400 in 20er Stücken zuzuführen, deren Beziehung von dem Augenblicke an, „als eine in diesem Sinne errichtete Anstalt in Wirksamkeit treten würde, stattfinden soll. „Mit dem erübrigenden Betrage per fl. 800 in 20kr. Stücken wünsche ich entweder einen Fonds „für den ähnlichen Zweck zu begründen, oder ihn dazu zu bestimmen, hiemit die Bestreitung der erforder- „ liehen Einrichtung zu erleichtern, worüber ich mir die weiteren Dispositionen vorbehalte. „Ich hoffe und kann es mit Gewissheit voraussetzen, dass eine derartige Anstalt in den gross- „herzigen Gesinnungen der hiesigen israel. Gemeinde-Glieder gewiss die kräftigste Unterstützung und „wärmste Theilnahme finden wird, so dass zu erwarten ist, dass der Prediger auch von dieser Seite ge- „wiss noch einen bedeutenden jährlichen Gehalt zu gewärtigen haben wird. „Sollte jedoch dem Prediger wegen Mangel an Hilfsquellen, was übrigens eine überaus annbegründete Voraussetzung ist, von dieser Seite keine solche Bezahlung garantiert werden können, „wie es der Anstand eines Predigers erheischt: so wäre ich nicht abgeneigt, demselben entweder die Aufzahlung der vorerwähnten 800 fl. in 20 kr .-Stücken zu verwilligen, oder ihm nach Ablauf der ersten „3 Jahre, noch durch weitere 2 Jahre die jährliche Remuneration von 400 fl. in 20kr.-Stücken zu „garantieren. „Es müsste jedoch Sache des hierauf reflektierenden Predigers seyn, die Bewilligung zur Abhaltung deutscher Predigten — (jedoch so, dass es auf ähnliche Weise und bei ähnlicher Veranlassung wie in Wien und Pesth stattfinde) — hohen Orts zu erwirken, indem ich als Frau ^hierin etwas zu veranlassen, nicht berufen bin. „Ich fordere demnach alle diejenigen israelitischen Prediger, welche von meiuer Einladung „Gebrauch zu machen wünschen, auf, sich an die hohe Regierung zu wenden, um die Erlangung zur „Abhaltung deutscher Predigten bei einem nach Wiener Art geregelten Gottesdienste „zu erwirken, wobei ich es nicht unterlassen kann, alle Jene, die hierin etwas zu leisten Willens sind, „auf den, laut Hofdekret vom 23. Jänner 1820 ausgedrückten allerhöchsten Entschluss Sr. Majestät, dem- „ gemäss „überall in Österreichs Staaten, wo Israeliten wohnen, die unartige Verwilderung, „die sich leider in ihren Bethäusern und Synagogen eingeschlichen, ausgerottet; der rechte „Geist in der öffentlichen Gottesverehrung mittelst eines anständigen Gottesdienstes „eingeführt werden soll", „:mf dieses so überaus gnädig abgefasste Dekret, worin die väterlichen und wohlwollenden Gesinnungen „Sr. Majestät, unseres allergnädigsten Landesvaters, so milde und gütevoll ausgedrückt werden, aufmerksam zu machen, um sie zu ermuthigen, 4i dem hohen Sinne unseres erhabenen Monarchen zu handeln. „Wie herzerhebend ist die Gnadenfülle, mit der bereits ähnliche Unternehmungen, von „Sr. Majestät begnadigt worden! Ich bin fest überzeugt, dass diese überschwengliche Gnade und hohe „Sorge unseres Landesvaters jeden treu gesinnten israelitischen Unterthan anspornen wird, mit allem „Eifer die Bahn zu betreten, die von unserem angebeteten Monarchen so huldreich, nülde und gütevoll „in nachstehendem Dekrete — (das von der K. K. ObeivPolizei-Direktion den Herren Vertretern der „Israeliten zu Wien mitgetheilt wurde, und welches — in so fern es hierher gehört — auszugsweise „angeführt wird) — vorgezeichnet worden: Nr. 442. „„An die Herren Vertreter der Israeliten!*) „„Die hochlöbliche K. K. n. ö. Regierung eröffnete mit Dekret vom 16. d. M. anher: Die Verhandlung hinsichtlich der Verbesserung des israelitisch-religiösen Kultus ist nun bereits beendigt und „„der hohen Hofkanzlei vorgelegt worden. Hiervon sind die Vertreter der hiesigen Israeliten vorläufig „„mit dem Zusätze in Kenntniss zu setzen, dass die Regierung erwarte, sie werden das aufzulegende „„Gebet- und Gesangbuch, sammt der Ordnung, wie der neue Gottesdienst gehalten werden soll, bestimmt „„bis Ende November, als der hierzu ihnen ausgemessenen Frist, der Regierung überreichen, wie auch „„gemäss ihrem in dieser Angelegenheit bisher bewährten rühmlichen Eifer alles aufbieten, um durch *) Abgedruckt aus dem „treuen Bothen" von A. Chorin, Ober-Rabbi zu Arad. Prag 1831. Seite 56 und 58. 5*

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