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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1894-01-01 · 12.1894 · page 34

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
12.1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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— 33 — rabbiners anheimgegeben hatte, wählte endlich zum allgemeinen Missvergnügen1) Dr. B. H. Auerbach, womit die Sache abgethan war. "Wir schwer aber Z. zu kämpfen hatte, um nur "irvnü wie er sagte, aufzubringen, ergiebt sich aus folgender Notiz in seinem Tagebuche zum 14. Januar 1834: „Dr. Rubo bietet mir 30 Thlr. an aus einer Veitel'schen Stiftung: ich lehne abu. Der Buchhändler Ascher gab ihm ab und zu kärglich lohnende Beschäftigung2), ebenso Brockhaus, für dessen Conversations-Lexicon er seit 1834 die Artikel aus der jüd. Litteratur bearbeitete3). Ob er sich für die Rede, welche die Vorsteher zu Inowraclaw durch J. A. Muhr für die am 10. Jan. 1834 vorzunehmende Repräsentanten-Wahl bei ihm bestellten, bezahlen liess, ist bei der Bereitwilligkeit, mit welcher er Beamten und Gemeinde-Vorständen über die verschiedensten Fragen unentgeltliche Auskunft erteilte, sehr zweifelhaft. So blieb ihm neben den litterarischen Arbeiten nur noch der Privatunterricht als Erwerbsquelle übrig. Dennoch widerstrebte er der Aufforderung eines Freundes, sich um das erledigte Kasseler Rabbinat zu bewerben. Schon am 6. November 1834 hatte er — wahrscheinlich auf eine Anfrage — Dr. M. Isler in Hamburg geantwortet: „Meine Verhältnisse sind Schuld, dass ich nicht ernstlich an einem Werke arbeite. Ich denke nicht an Kassel'4 — zwei Sätze, die gerade in ihrer Gegenüberstellung zeigen, wie sehr er alle Lust zum Rabbinate verloren hatte. Vollends als ihm von Isler in einem Briefe vom 15. November das Folgende mitgeteilt wurde: rIn Kassel sind, wie ich von Dr. Salomon höre, Parteiungen; zwei Candidaten, Hess in St. -Lengsfeld, Auerbach in Marburg. Jener ist von Auerbach dem Vater, s. Z. Rabbiner in Bonn „(ein ctt> ^ijja) und Ettlinger in Mannheim excommunicirt in Weiss's Archiv für Kirchenrecht, „wegen einer in Weimar gehaltenen Predigt, die später gedruckt ist. Darin soll stehen, man könne den »flDiP beliebig verschieben, wenn es nur ein siebenter Tag sei! Nun sind die Kasseler in Angst und „wissen nicht, was sie thun sollen. fiel es ihm nicht schwer, die Aufforderung zur Bewerbung um das Kasseler Rabbinat das ihm vor zwei Jahren noch erstrebenswert gewesen sein mochte, abzulehnen. Das Nähere ist aus der hier folgenden Korrespondenz zu ersehen: Kassel, den 13. Novbr. 1834. Lieber Freund Zunz! Ich habe zur Zeit Ihr Briefchen erhalten und benutzt, aber ohne Erfolg; man hielt es gar nicht für Ihren Ernst. Sie wissen, was ich Ihnen bei Ihrer werten Anwesenheit sagte. Und doch, je mehr ich es überlege, je mehr sehe ich ein, dass Sie ein Rabbiner werden müssen, — ja dass Sie es and. Durch und durch. Die Epidermis eines Rabbinen fehlt Ihnen vielleicht noch, das ist wahr, aber die setzt sich organisch, von innen heraus an, wenn Sie erst einmal über sich selbst im Reinen sind. Die Regierung hat hier die Bewerber um das hiesige Rabbinat aufgefordert, sich zu melden. Ich wollte, Sie meldeten sich auch, förmlich und bei der Kurfürstlichen Regierung der Provinz Niederhessen, mit Anlagen, Schriften, Predigten, Diplomen, was noch Alles. Aber bald. Ich verspreche Ihnen zwar keinen Erfolg, aber ich wünschte, Sie meldeten sich, förmlich, damit man sieht, dass es Ihr 1) VgLWissensehaftl. Zeitschrift f. jüd. Theologie, herausgegeben v. Abraham Geiger L, S. 127—130 2) Zum 17. April bemerkt er in seinem Tagebuche: „Die Uebersetzung der „Rhein-Landschaftaus dem Englischen von Ascher übernommen, 8 S. in 8 zu 2 Thlr.; ferner '/» Bogen der Schweiz zu 3l/2—4 Thlr. Nur von ersterem übernehme ich auch die Correctur: jedoch corrigire ich auch letztere". 3) Aus einem Briefe an Brockhaus vom 28. April 1835, worin er sich auf seine Briefe vom 7. und 28. Februar 1834 bezieht, notiert er unter anderem Folgendes: -Für Juden etc (woran ich einen Monat gearbeitet, und der, was die Litteratur anbelangt, nirgend auch nur ahnlich zu finden ist) fordere ich ausnahmsweise: drei Friedrichd'or; für sonstige Beiträge pro gedruckte Seite einen Thaler Gold . . . .- 5

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