Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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— 30 — man setze voraus, dass ich in den Anitsbefugnissen, es sei als 31 im engsten Sinne, als Redner oder als Lehrer überhaupt meine Pflichten kenne und ausübe. Meine Gesinnung war stets dieselbe; den Mangel des Vertrauens zu derselben werden weder 100 Erkundigungen noch einContrakt ersetzen. Von allen zu befürchtenden Voraussetzungen des Hrrn Dr. Wolff unterschreibe ich keine Silbe. — Einige erhebliche Einzelheiten gelangen noch diese Woche nach D. —. Frankfurt, d. 10. Dezember 1833. Hochgeschätzter Freund! Gleich nach Empfang Ihres Geehrten vom 3 d. ersuchte ich den H. Pfungst dahier, dass er seinen Neffen, den isr. Vorsteher zu D. um den Stand der Dinge befragen möchte. Und soebeu bringt er mir dessen Antwortschreiben, besagend, dass der dortige Vorstand, welcher Sie der hohen Staatsregierung zu dem Rabb.-Amt vorgeschlagen und bestens empfohlen hat, täglich die Entscheidung und grossherzogl. Genehmigung erwartet, um Ihnen solche zu übersenden. — Nach meiner anderwärts eingezogenen Erkundigung wird das Gehalt auch besser ausfallen und sich überdies in der Folge noeh vermehren. Hätten Sie, lieber Freund! von dem Ihnen abgeforderten Gutachten mir gleich einen Wink gegeben, so würde ich Ihnen Exodus 23, I zugerufen haben. Es thut mir sehr leid, dass Sie sich von jenen Intriguanten missbrauchen Hessen. Mündlich hoffe ich es deutlicher zu machen. — Durch meine Verwendung für Sie hat sich die Zahl meiner Feinde vergrössert, und diese, um mir recht wehe zu thun — haben darum gerade Sie zu ihreni Werkzeuge gewählt. Denn die Intrigue ist offenbar von hier aus geschmiedet und betrieben worden; davon zeugt schon das Datum jener Anfrage. — Der Mann hat hier sehr nahe Verwandte. — Bald wird man Ihnen auch gewisse Subjecte empfehlen, die als Religionslehrcr zu D. angestellt seyn wollen. Aber ich bitte Sie, hierin äusserst vorsichtig und behutsam zu seyn. Denn „Auf Wahrheit stehet die Welt — aber mit Lügen wird sie geführt. — Und trefflich spricht sich darüber jenes Bekenntniss aus: n°^^?^n,^ { toäo nprm - |\xi no» itpa otb6 bv *om w Verzeihen Sie, lieber" Freund! dass ich heute nicht mehr schreiben kann, um die Post nicht zu versäumen Leben Sie recht wohl! G. Johlson. Dr. Riesser in Hamburg. 2. März 34. Aus Darmstadt noch keine Antwort. Mahnung für Isler und Bresselau. Ueber die Bekehrungspredigten. Die armen Männlein! Wie sie den Froschhals anstrengen um das Mittelalter berbeizuquaken, und mitten darin kommt die Hand aus dem Himmel und schreibt ihren Untergang an die Wand. Aber auch heutigen Tages können sie die Götterschrift nicht lesen und müssen „den Juden" dazu holen. Frankfurt a. M., den 28. März 1834. Werther Freund! Durch zufällige Unterhaltung mit Ihrem Onkel .sind mir die Anstände, welche gegen die Anstellung des Herrn Dr. Z u n z als Rabbiner in Darmstadt erhoben werden, bekannt geworden, und wenn es auch nicht zu verwundern ist, dass die unbedeutendste Kleinigkeit von den Finsterlingen nicht zu gering geachtet wird, um zur Erreichung ihrer stationairen oder besser rückgängigen Zwecke benutzt zu werd n, so dienen solche Einwendungen, wie die3 welche von seinen häuslichen Einrichtungen und seinem körperlichen Aeussern hergenommen oder vielmehr ersonnen sind, zum besten Beweis, dass er im übrigen alle Eigenschaften, die nur irgend hierbei erwünscht seyn können, zu dieser Stelle in sich vereinigt, und da auch diese selbst durchaus ungegründet sind, so dürfte gegen seine Anstellung überhaupt nichts Vernünftiges einzuwenden seyn. Als ich im Jahre 1820 in Berlin studirte, hatte ich Gelegenheit, die persönliche Bekanntschaft des Herrn Dr. Z u n z zu machen, und ich bin daher im Stande, aus eigener Wahrnehmung über seine Person zu urtheilen. Schon damals galt er für einen der ausgezeichnetsten Orientalisten, und es dürften gegenwärtig bei dem ausserordentlichen Gedächtniss, dass er besitzt, keine drey Männer in Deutschland, ja in Europa sein, die ihn in den dahin einschlagenden Fächern übertreffen. Hierfür ist er auch allgemein bei den Orthodoxesten unserer Glaubensgenossen, die doch sonst nicht jedem Gerechtigkeit widerfahren lassen, welcher nicht zu ihrer Fahne geschworen hat, aufs entschiedenste anerkannt. Auch als Prediger war er ausgezeichnet, wie es von einem so gelehrten, geistreichen Manne nicht anders zu erwarten gewesen. Im Umgang ist er sehr unterhaltend und voller Witz; und es ist in der That ein Schimpf für Berlin, dass ein solcher Mann dort nicht in seinem Fache ein reichliches Auskommen finden kann. Was seine häuslichen Einrichtungen und namentlich die Beobachtung der C remonialgebräuche bei demselben betrifft, so kann ich darüber nur soviel sagen, dass