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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1894-01-01 · 12.1894 · page 23

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
12.1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Im Falle, dass die Wahl auf mich trifft, würde ich dann besser vorbereitet sein. Ich brauche es Urnen nicht zu sagen, dass n~H npy eine wichtige Sache ist und ich folglich in mancher Beziehung gesichert sein müsste, wofern ich hier alles aufgebe. Sehr erkenntlich bin ich Ihnen für die Fürsorge, mir ein grosseres Gehalt auszuwirken. Auf Casulicn läsft sich nichts bauen, und bei uay *33 giebt selbst die Grösse des Gehalts Autorität. Schreiben Sic mir auch gefälligst, wer das Gehalt bestimmt, und aus welchen Fonds es bezahlt wird: an die schweren Reisekosten haben Sie, sehe ich, auch schon gedacht, fast brauche i.-h nichts mehr zu thun und zu sorgen, da Sie "-ficnö ^3 übernehmen. Ich würde im Jahr etwa 24 nrii predigen, welches ich bei einer kleinen Gemeinde für völlig hinreichend halte. — Von Ihrer 13ebersetzung des Pentateuchs noch nichts gesehen: Anfrage nach Heydenheims Bibliothek und ob Bisliches in Frankfurt ist. Sclüuss. Dank. Herrn Dr. Zunz, Wohlgeboren in Berlin. Frankfurt, den 3. October 1833. Wenn Sic, hochgeschätzter Freund! nicht auf baldige Antwort gedrungen hätten, würde ich, um Ihnen unnöthiges Porto zu ersparen, noch einige Zeit damit gezögert haben, weil ich doch nichts Entscheidendes melden kann. Die Minister sowohl als auch die jüd. Vorsteher sind jetzt wegen der Ständeversammlung und der nahen Heirath des Erbprinzen allzu sehr beschäftigt, um diese Rab. Angelegenheit alsbald beendigen zu können; daher auch mein Schreiben vom 22. v. M., dessen Copie ich hier beifüge, noch unbeantwortet geblieben. — So sehr ich von npemnspnn and jeder Zudringlichkeit mich ferne halte, wollte ich doch diese Woche deshalb nacli Darmstadt reisen, weil ich vernommen, dass der hässlichste Eigennutz und lntriguen aller Art auch hier schon ihr verderbliches Spiel beginnen. Gestern ging ich darum nach Offenbach zu meinem Freunde, dem Stadtrath Posen, der mir gerathen, meine Reise dorthin noch zu verschieben, weil er selbst sich der Sache annehmen und diese Woche darum nach Darmstadt schreiben will; indessen soll ich Ihnen melden, dass Sie auf etwaige von Intriguanten an Sie gerichteten Abmahnungen etc. durchaus keine Rücksicht nehmen möchten. Die Stelle, sagt er, wäre sehr gut und die Casualien viel bedeutender als bereits angegeben, und in der nächsten Folgezeit werde gewiss das Gehalt und der Wirkungskreis vergrössert. In Darmstadt selbst wohnen 90 bis 100 jüd. Hausväter (meistens wohlhabende) und die dazugehörige Umgegend ist beträchtlich. Ihr Gehalt ist vollkommen gesichert, und die Wohnung des Rab. ist gut und bequem, sie besteht in einem eigenen ganzen Hause, smon JV3öffcntl. Schule etc. sind nicht da; jetzt erst sucht die Gemeinde einen Religionslehrer für 4ie jüd. Jugend, welche die christl. Schulen besucht, der dann natürlich unter der Oberaufsicht des Rabbiners stehen würde' Die religiöse Aufklärung hat bei den Barmst. Juden zwar noch keine grossen Fortschritte gemacht, aber die Leute sind doch bildsam und nicht sehr orthodox — Sie können Alles aus ihnen machen. — Der Vater des H. Dr. Wolff (Rabbiners zu Koppenhagen), ein 70jähriger Greis, versieht einstweilen die Stelle eines Rabbiners: sein Einfluss ist aber nicht von Bedeutung. — Sehr gut wäre es, lieber Freund! wenn Sie den H. Dr. G. Riesser in Hamburg ersuchen wollten, er möchte gefälligst ungesäumt an den Vorsteher H. Pfungst oder an 11. Lindheim zu Darmstadt für Sie schreiben, und zwar direkt — nicht erst durch Vermittelung seiner hiesigen Freunde, denn diese haben Nebenabsichten, die ich jetzt nicht näher bezeichnen will. — Ein solches Schreiben von Seiten des H. Dr. Riesser würde die Vorsteher sehr erfreuen und gewiss von grosser Wirkung seyn. Das weiss ich zuverlässig, und Sie können das dem H. Dr. Riesser in meinem Namen melden. Aber, wie gesagt, sein Brief muss unniitteltfar an die Arorsteher gerichtet seyn. Die Heidenh. Bibliothek ist versteigert und zersplittert, aber nichts ist wohlfeil gekommen. Der o'ivO "CIO J- Bis lieh es war nicht hier. — Meinen Verleger habe ich dieser Tage ersucht, dass er Ihnen für meine Rechnung 1 Ex. meines deutschen Pentateuchs und meines Lehrbuchs der Mos. Religion zusenden soll. Bei H. ßuchhändl. Düminler in Berlin wollen Sic gefälligst deshalb nachfragen lassen: denn durch diesen wird es Ihnen zugeschickt. Ich bitte Sie, diese Kleinigkeit von mir anzunehmen als Merkmal der ausgezeichneten Hochachtung und Verehrung, womit verharre Ihr ergebenster Freund J. Johlson. P. S. Sollte man etwa (was ich nicht vermuthe) eine WIB verlangen: so lassen Sie sich ein solch Stückchen Papier von H. Rapoport kommen.

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