Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 12.1894
- Date
- 1894-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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- 17 — schwindet die Aussicht zu der Stelle in Berlin. Ich sehe mich um eine Buchhalterstelle um." Aber auch die Buchhalterstelle wollte sich nicht finden lassen. Am 3. Januar 1833 brachte er Dr. Gr ans eine Anzeige für das schwarze Brett, dass er Unterricht erteile im Hebräischen, Chaldäischeh, Rabbinischen und in der Mathematik, und zum 4. Februar bemerkt er in seinem Tagebuche: „Unterricht in der Bodenstube des Ephraim-Stiftes unter dem Präsidium Biberfeld's! Hont., Dienst, u. Donnerst. 2—4, Freitag 9—10 u. 11—12: Bibel, Hebräisch, Deutsch (Lesen, Diktiren, Grammatik, Aufgaben), dauert von Anfang Februar bis 14. Mai, zusammen 80 Stunden für 50 Thlr., die ich am 12. Juni erhalte."') Ein Hamburger Freund, Cr. Gr. Cohen, machte ihm den Vorschlag, in Hamburg eine Buchhandlung zu eröffnen, und S. M. Ehrenberg riet ihm, sich um die vacante Stelle bei der Redaction der „Deutschen Nationalzeitung" in Braunschweig zu bewerben. Auf den letzteren Vorschlag ging er ein und so schrieb er am 14. Juni folgenden Brief an Eduard Vieweg in Braunschweig: „Wohlgeborener, Hochzuverehrender Herr! Bei meiner vorjährigen Anwesenheit in Braunschweig hörte ich, dass bei der Redaction Ihres geschätzten Blattes, der Deutschen Nationalzeitung, eine Veränderung eintreten würde, und da eine solche dem Vernehmen nach nunmehr bevorstehen soll, so erlaube ich mir, unter die gewiss achtbaren Bewerber zu dieser Stelle — oder auch nur zu einem passenden Antheile an dem Redactionsgeschäfte — gleichfalls mit aufzutreten. Ich war 8 Jahre (1824, 1. Jan.—1831, ult. Dec.) Redacteur für die ausländischen Artikel bei der hiesigen, 6 mal wöchentlich erscheinenden Spener'schen Zeitung, und bearbeitete die französischen, englischen, italienischen und mehrere deutsche Zeitungen, hauptsächlich die Verhandlungen der französischen Kammern und des englischen Parlaments. Bei diesem Institute waren Umstände, die die Arbeiten erschwerten, vornehmlich die Rivalität eines andern Blattes und die Beschränkungen des Censors, welchem bis 1 Uhr Mittags alles abgesetzt vorgelegt sein musste. Hinsichtlich meiner Fähigkeit, bei einem polnischen Blatte nützlich beschäftigt werden zu können, darf ich mich wohl auf jene Reihe von Jahren, während welcher ich an der Redaction von beinahe drittehalb Tausend Zeitungsnummern Theil genommen, berufen; obwohl ich zuzugeben nicht umhin kann, dass man in die Elemente und den Geist eines andern Blattes sich erst praktisch hineinarbeiten muss. Da ich jedoch nicht die Ehre habe, Ew. bekannt zu sein, so bin ich so frei, mich auf die Herren L. Hellft in Braunschweig und Insp. Ehrenberg in Wolfenbüttel zu berufen, bin auch gern bereit, hinlängliche Zeugnisse von den Eigenthümern der Spener'schen Zeitung beizubringen. Sollten Sie mich gütigst berücksichtigen wollen, so würde es mir sehr angenehm sein, mit Ihrer Antwort bald beehrt zu werden. Haben Sie aber bereits anderweitig entschieden, so wollen Sie diesen Brief gütigst entschuldigen." Am 22. Juli hatte Vieweg noch nicht geantwortet, und wie verzweifelt die Stimmung Z.' um diese Zeit war, geht aus dem nachfolgenden Briefe hervor, den er am 20. Juli an Dr. Steinheim in Hamburg schrieb: ,.Ich bedauere, dass sein Aufsatz im Juden über Oifenbarung nicht fortgesetzt wurde, aber es giebt dafür noch kein Publikum unter den Juden: ich bin in Verlegenheit, wenn ich etwas für Riesser's Zeitschrift arbeiten soll, da meine Arbeit ganz verschieden sein würde. Ich habe jetzt nichts und denke an's Auswandern. Ob in Hambui'g eine Stelle für mich, oder noch zu schaffen? Ich will auch Privatstundeu geben, selbst Buchhalter werden: ich nehme eine Stelle von 1500 Mark an, weun sie mir noch Zeit übrig lügst. Hier ekelt mich Alles an, auch kann ich es nicht länger so aushalten. Der kleine Vorrath') geht zu Ende, und kein reicher Jude unterstützt die Wissenschaft. Ich hatte das früher nicht geglaubt, dass ein Meusoh, der etwas gelernt hat, so schwer den kümmerlichen Unterhalt findet; ich brauche noch dazu sehr wenig. Ich wünsche, dass hiervon nichts gegen einen Dritten verlautbare. Ob meine Anwesenheit in II. mir förderlich sein werde? Empfehlung a. d. Frau. Wunsch in Hamburg sein zu können. Baldige Antwort. ') Als Schüler nennt er daselbst: „1. Lewandowski aus Wreschen, W J. alt; 2. Badt aus Grätz, 20 J. (bis 30. Apr.); 3. Blumenthal aus Grätz, 20 J.: 4. Rosenheim 24 J. (bis 20 Febr.): 5. Sal. Deutsch, IG J. (bis 19. Febr.); 6. S. Karo aus Posen, 23 J. (vom 2, Mai au); 7. S. Röder aus Grätz, 20 J (vom 2. Mai an). No. 4 ist, glaube ich, ein nöia>2 geworden. 2) Wohl die Mitgift seiner Frau. 3