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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1894-01-01 · 12.1894 · page 14

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
12.1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273569--0389-2274156
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- 13 — glied der jüdischen Gemeinde, J. A. Muhr, berufen wurde'). Der Gemeindevorstand, welcher jetzt von allen Seiten2) gedrängt wurde, erachtete es nunmehr als seine Pflicht, für die Verbesserung des Schulwesens in seiner Mitte etwas zu thuii. Er beschloss die alte, unter Bendavid stehende Freischule aufzulösen und eine Gemein de.-Knabensch nie zu errichten. Zur Ausführung dieses Beschlusses wurde eine Organisations-Kommission eingesetzt, und da die von verschiedenen Seiten eingeforderten Schulpläne ihm nicht zu genügen schienen, so betraute er am 12. Dec. David Friedländer und Zunz mit der Ausarbeitung eines Schulplanes. Schon am 10. Februar 1825 schickte Z. dem Gemeindevorstande seinen Schulplan ein, der die Billigung desselben fand, und nachdem die am 24. März nachgesuchte Genehmigung der Behörde am 11. und 28. April erfolgt war3), und nachdem auch Z. sich am 29. September4) bereit erklärt hatte, sich bei der Direktion der zu errichtenden Gemeindeschule zu beteiligen, machte der Vorstand der jüdischen Gemeinde5) am 15. Dec. den Mitgliedern die Anzeige von der bevorstehenden Eröffnung der Gemeindeschule. Am 29. Dec. 1825 wurde die Freischule geschlossen und am 3. Jan. 1826 fand die Eröffnung der Gemeindeschule statt, und Zunz, dem als dem vorläufigen Commissarius des Vorstandes die Direktionsgeschäfte sowie die Leitung des gesamten Unterrichts übertragen waren, hielt die Eröffnungsrede. Auch von dieser Feier wurde am 12. November d. J. den Gemeinde-Mitgliedern die Anzeige gemacht6). Z. behielt indess die Schulleitung nur bis zum 21. October 1829. Die Schule litt von Anfang an unter dem Charakter des Provisoriums, der ihr in den inneren wie äusseren Einrichtungen anhaftete, und von dem sie sich infolge der engherzigen Finanzpolitik der Gemeinde-Verwaltung nicht zu befreien vermochte7). Zudem wurde sie für eine Armenschule angesehen, sodass der Privatlehrer Lesser David schon 1828, von 33 Hausvätern unterstützt, bei den Behörden das Ansuchen stellen konnte, ihm die Errichtung einer Privatschule für Kinder wohlhabender Eltern gestatten zu wollen. Moser und Z., die sich hierüber am 15. October 1828 als Mitglieder der Kommission zur Organisierimg der jüdischen Gemeinde- ') Ueber den unzeitgemässen Antrag Muhr's in dieser Kommission (24. Juli 1824), die Beaufsichtigung der jüdischen Schulen der städtischen Schuldeputation zu entziehen und dem Gemeinde-Vorstande zu überweisen, sowie über das Schicksal der von diesem hierauf eingesetzten jüdischen Schulkommission, zu welcher auch Z* gehörte, vgl. Jost in der Allgem. Zeit d. Judenthums 1859, No. 11, 12, 13, 14, 15. 2) In Z.' Tagebuch findet sich zu 1824 folgende Notiz: „Der jüd. Vorstand war von Altenstein (15. Mai) zu einer angemessenen Einrichtung der jüdischen Schulen, und vom Polizei-Präsidenten (2. Juli) aufgefordert worden, von den jüdischen Schulanstalten und Privatlehrern Anzeige zu machen. Letzterem wird (18. Juli) geantwortet, dass keine Gemeinde-Elementarschule existiere, eine Anstalt, Talmud Thora, sich selbst überlassen sei. Schreiben und Vorstellungen von Eendavid (20 Juni, 20. Juli, 8. August), der unterm 27. August einen Schulplan einreicht, und von I. Auerbach (27. Juli, 25. August), der 250 Thlr. erhält (7. November)." — Mit den letzteren Bemerkungen hat es folgende Bewandtnis: J. L. Auerbach wandte sich den 27. Juli 1824 an die Aeltesten mit der Bitte, ihn in Rücksicht auf seine früheren Leistungen im Dienste der Gemeinde als Gemeinde- Schulvorsteher mit festem Gehalte anzustellen; er legte seinem Gesuche eine Concession zur Errichtung einer Privatschule von Seiten des Königl. Consistoriums der Provinz Brandenburg bei, um damit einen Druck auf die Entschliessung der Aeltesten auszuüben. Den 25. August bat er, da ihm die Gründung der jüdischen Gemeindeschule noch in weitem Felde zu stehen schien, um ein entsprechendes Wartegeld. Unter dem 10. September 1824 reichte er seinen Plan für die Errichtung einer Gemeinde-Knabenschule ein, nachdem ihm darin Bendavid schon am 27. August vorangegangen war. 3; Den Wortlaut der Genehmigung des Ministers Altenstcin vom 11. Mai 1825, aus dem wir erfahren, dass auch der damalige Vice-Ober-Land-Rabbiner Meyer Simon Weyl unabhängig vom Vorstande und wahrscheinlich zur Kräftigung der orthodoxen Interessen einen Plan zur Reorganisation der Thalmud-Thora-Schulc dem Minister vorgelegt hatte, vgl. bei A. Horwitz: „Bericht über die jüdische Gemeinde-Knabenschule", 1857. *) Am 19. Juni 1825 hatte er abgelehnt. 5) „Die Aeltesten und Vorsteher der Jüdenschaft-: Riess, Berend, Güterbock, Muhr, Schletter, Burg, Wulff. Vgl. Gesamm. Schriften IL, S. 226. 6) Vgl. Gesamm. Schriften IL, S. 230. 7) Vgl. den Kommissions-Bericht von Moser und Zunz in Acta der jüdischen Gemeinde (die Gemeindeschule betreffend), 1829, Vol. 3, Litt. G., No. 182.

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