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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1894-01-01 · 12.1894 · page 3

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
12.1894
Date
1894-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273569--0378-2274145
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- 2 - sind. Nicht unwichtig sind auch die Zeugnisse und Zuschriften von Privaten, Körperschaften und Behörden, die Z. in möglichst chronologischer Reihenfolge in einem Fascikel geordnet und zusammengebunden hat, sowie endlich die Akten über die Thätigkeit Z\ in der hiesigen jüdischen Gemeinde, die im Archive derselben fast vollsändig vorhanden sind. Bevor alle diese Schriften und Akten nicht durchforscht und damit die auf die Herbeischaflung des nötigen Materials bezüglichen Vorarbeiten nicht gemacht sind, kann an die Anfertigung einer „würdigen" Biographie Z'. nicht gedacht werden. Ich hoffe mir darum den Dank seines künftigen Biographen zu verdienen, wenn ich ihm aus den oben erwähnten Quellen, soweit es mir der Raum hier gestattet, das Material für die wichtigste Periode des Meisters zusammenstelle. Als die wichtigste Periode betrachte ich aber die Zeit von der Vollendung seiner Universitätsstudien bis zur "Erlangung einer dauernden festen Anstellung als Direktor des jüdischen Lehrer-Seminars in Berlin, also die Zeit von 1818 bis Ende 1839. Diese Zeit erscheint mir nicht nur darum so wichtig, weil in sie die Abfassung seines Hauptwerkes und die Vorbereitung zu den späteren grösseren Schriften fällt, sondern auch darum, weil ihm erst in dieser Zeit durch die verfehlten Versuche, eine geeignete Lebensstellung zu erlangen, die Erkenntnis aufging, dass er nach seiner ganzen Geartung nur in vollkommener Unabhängigkeit zu leben und zu wirken im Stande war. Diese Versuche brachten ihn überdies in Beriihrung nicht nur mit einzelnen hervorragenden Persönlichkeiten, die auf ihre Umgebung von grossem Einflüsse waren, sondern auch mit Vereinen und Gemeinden innerhalb und ausserhalb Preussens, und sie enthüllen darum in ihrem Verlaufe die religiösen Verhältnisse : und den Kulturgrad der Kreise, in deren Mitte sie sich abspielten. Aber auch innerhalb dieses beschränkten Zeitraums soll hier nur dasjenige herausgehoben werden, was auf den äusseren Lebensgang des Meisters Bezug hat. Ich sehe hier daher ab nicht blos von der Wirksamkeit Z.' in dem „Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden", die bereits von Strodtmann vollkommen erschöpfend dargestellt wurde1), sondern ich übergehe auch alles, was sich auf die Entfaltung seiner rein wissenschaftlichen Thätigkeit bezieht2). Ich werde mich, wie gesagt, lediglich auf die Zusammenstellung jenes Materials beschränken, das die oben erwähnten Versuche Z.', ein Gemeindeamt zu erlangen, beleuchtet; dafür soll das Material, soweit nur irgend thunlich, in extenso geboten werden. Nur das AUernotwendigste will ich zum Verständnisse der Quellen und ihres Zusammenhanges hinzufügen, - im Uebrigen aber durch die wortgetreue Wiedergabe der Akten und Briefe Z. und seine Korrespondenten selber sprechen lassen. Dass dieses Weniger ein Mehr ist, brauche ich dem Fachmanne nicht zu sagen, der auf die beste Schilderung geschichtlicher Vorgänge gern verzichtet, wenn ihm durch die Vorführung des Quellenmaterials ermöglicht wird, sich selbst ein Urteil darüber zu bilden. Zudem ist das von mir zusammengestellte Material, . wenigstens inbetreff einzelner Vorgänge, so vollständig, dass jedes hinzugefügte Wort den klaren Eindruck nur verdunkeln würde. So ist die Prag er Episode in der vorhandenen Korrespondenz von Anfang bis zu Ende fast lückenlos geschildert, und ich werde eher manche Briefe, die nur Wiederholungen enthalten, oder Unwesentliches beibringen, ausscheiden müssen, als zur Ergänzung aus Eigenem etwas hinzuzufügen nötig haben. Auch die Darmstädter Candidatui" ist durch die Güte meines lieben Freundes, Herrn Dr. Selver in Darmstadt, der mir das fehlende Material aus dem dortigen Gemeinde-Archive überlassen hat, völlig klar gelegt, 1) Vgl Strodtmann: Heinrich Heines Leben und Werke, Berlin 1867, S 8. Strodtmann sagt daselbst in der Anmerkung 201: rMeine Darstellung der Geschichte und Bestrebungen des Vereins für Cultur und Wissenschaft der Juden beruht auf ungedruckten handschriftlichen Mittheilungen aus dem brieflichen Nachlasse Mosers und Wohlwills, deren Einsicht ich «der Familie des letzteren verdanke, wie auf der sorgfältigen Vergleichung der Vereinsstatuten und dreier von Eduard Gans über die Thätigkeit des Vereins 1821, 1822 und 1823 abgestatteten Berichte, deren Benutzung mir Herr Dr. Zunz auf mein Ansuchen freundlich gestattet hat." Vgl. auch Magazin f. d. Litteratur des Auslandes 1868, No 12. 2) Eine die wissenschaftliche Bedeutung Z\, würdigende Arbeit hat mein verehrter Freund; Professor Seh echt er in Cambridge bereits fertig gestellt, und «e soll, wie mir derselbe mitteilt, demnächst erscheinen. ~

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