Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 11.1893
- Date
- 1893-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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— 13 - «scheint, so wird man doch Meschullam und de, Poesien seines ZeitgeU<»sseQ Simon h. Is.u« die Vorzüge einer geregelteren Dicbtuugsart so wir des Aneinanderreihens vielfacher Gedanken und Betrachtungen zuerkennen. Allerdings werden wir Lei Kallir, der so viel schrieb, keinen religiösen Gedanken wrgebens suchen. Immer verweilt er aber mit Vorliebe bei einem einzelnen Motive, das er in aller Breite und mit der ihm eigenen schöpferischen Kraft bearbeitet, wobei ihm die von ihm, wie von keinem seiner Nachfolger in gleichem Umfange benutzte agadische Literatur die besten Dienste leistet. Als Beispiele wären die Stück.' zum Massaf d. Nejijalirstages, die Poesie für den 9 Ab, in welchen der l'ebermuth der Feinde und deren Lästerungen und das \<2T Ss ir.-V.S zu Saldi. Sachor zu nennen, in welchem der Gegeusatz dci St.-Ilung Israels und seiner Feinde dargestellt wird, welche Schilderung mit dem Gebete um Hilfe und mit der Hoffnungsverküudigung abs. hliesst. Manchmal wird Kallir auch in den inbrünstigsten Gebeten allzuweitläutig. So /.. B. in rhr.r^ CrS des Hoschanatages. In dem keineswegs grossen Stück «p p-r*s des Meschullam. 2. Passahtag. wird die KrlüMing aus Egypten, die Gesetzgebung am Sinai, der Zug durch die Wüste und die Hoffnung der Zukunft besungen. Aber auch die Schmährede des Feindes ist eingestreut, wiederholt hurt man das göttliche Trostwort. Khenso kommt das eigene Gefühl des Dichters zum Ausdrucke, ein inniges Gehet ist eingelegt und ein Triumphlied schliesst das Ganze. Die Poetauen des IL Jahrhunderts zeigen, welch ein Vorzug e> sei, gross.« Meister vor sich zu haben, aus deren Seh« pfungen man das beste heraussuchen und zu neuen, stilvollen Bildungen verwenden kanu. Hiezu aber gehört dichterisches Talent und gehobener Kunstsinn. -:) Die Introduktionen Kallir* sind, da auch in ilr.ten von der Agada nicht abgesehen wird, oft gewunden und geben nicht immer dem warmen Gefühle des Herzens sichern Ausdruck. Im Vergleiche mit Meschullauis ~*~S. Vers«.huungstagsnioigen. selbst mit dem von uns mitüctheiltcn (Note 20) r-^S*, ist Kallirs Tal-Iutrodüktion r«—j? lang, weitläniig und scheint die Innigkeil unter dem Kuiistreichtume des Ausdruckes zu leiden. Ebenso verhält es sich mit der Gescheni-lutroduktion «y.« p-rj$ desselben. Vgl. Rappoport. Kallir Note 24. Vergleicht man die Stücke des Meschullam und «y; jjs'x Kallir's, für den Vers«' nungstag, welche ja der äussern Form nach mi wie zufolge d«-s Hauptgedankens denselben Charakter haben, so wird man linden, dass in dem ersten Gedichte die Strophen n~*2. ""S*. 'zh gleichsam eine Einleitung bilden, in welcher der Dichter-Vorbeter von sich selbst spricht. Dann wird in 4 Strophen den Gefühlen der Gemeinde Ausdruck gegeben. Bevor der Dichter dann das Gebet im Namen des Volkes ansetzt, spricht er in einer Strophe -p«; von sich. Das ganze Gedicht .sehliesst der Poet S;p mit seiner eigenen Bitte. — In Kallirs ^2*8 zum Mussaff findet man keine regelmässige Abwechselung. Haid spricht der Dichter von sich in SU'X- ."PCZX. von der Gemeinde *;"vy, von sich in T.Tnj.% wieder von d«*r Gemeinde CE" von seiner Person iu yjz Darauf wieder in ö Strophen von dem Volke CS*;*", "hrr. 'PTÜ'- in 4 von i-ieh;*\ \*r*;. *?;*";. worauf 1 Strophen allgemein gehalten sind. Der letzte Satz ist ein Aufruf «y,-« an das Volk. Kallir scheint, wenn er auch nur als Vorbeter von sich spricht, die Gemeinde zu persouifieiercii, und ist alles, was er im Sing, sagt, auf das Volk zu beziehen. Allein das rhytmische Vorgehen Meschullauis hebt d<-u Werth, wenn vielleicht auch weniger die Kraft und den Schwung der Dichtung. Vgl. Kapp. das. Not.« 21. '-'*) Meschullam liebt es, in seineu poetischen Stücken verschiedene Personell auftretet! und sprechen zu lassen. Die G<-daukcu uud Sceue« wechseln rasch, eb«-nso die angeführten l!< d« n. Seim« Lyrik ist eine entschieden zusammengesetzte. Die Poesie zum 2. Passahtag.« ist als«, gefügt. Vers 1 Vorsatz, ein I.ied anzustimmen, wie es einst Sie Israeliten am Meere saugen. 2—4 neuneu im Allgemeinen die Grossthatcn Gottes als Motiv des Gedichtes. In 5—2«» sind die Thaten Gottes, die Erlösung, der Zug d«r Israeliten und die Gesetzgebung dargestellt. 21 und 22 (von —r«; %ZW au) wird aus d.-r Vergangenheit Hoffnung für die Zukuuft geschöpft. In 23 ist die lästernd«* Hede der Feinde augeführt r'C'S'"- ZZ~"£'Z r'ZZ. Darauf wird in einem Verse gesagt, dass Gott die Seinen aus diesen B<-dniugiiisseu erretten will. Nun liest man wieder in einem Verse die erweckende Rede. Gottes ezrh: hl$ h*ZCh. Damit hat die Werhselrede begonnen. In zwei Verseu spricht das Volk, in einem antwortet wieder der Herr Äs; "CT, '71- Nachdem uuu iu vier Versen die Befreiung der Israeliten aus der Hand der feindlichen Egypter geschildert und der Charakter d«-> Gegensatzes dieser Stämme betout u>t, wird noch ciumal der verspottende Ruf der nunuiHii-igeu Feinde Israels angeführt ^-J'E ~T" r;~ *Vtt*n2 '^|*C. Hierauf folgt in drei Versen eiu inbrünstiges Gehet. Nun k«umieii Verse. v«.n denen ein Th« il die Rede Gottes rsr.ps r.iCXJ .V.p j'X $?; anführt, der andereTheilder Hoffnung des Volkes zum Ausdrucke dient C'Z' h'ZVZ1? V.p." I» dem folgenden Satze spricht noch das Volk c-Ä'lCT "*SS2. C*5«" wrs« rhz>? und Gott erwidert TTCS» -.8*3? r:"!p. Noch in demselben Satze fühlt sich Israel durch den göttlichen Zuruf gestärkt \*r;;',V. %:$>21P %,b'?. uImt sch«.n tönt .«s wieder vom Himmel und es wird der.Glanz der Zukuuft in vollster Pracht verheissen*r;->,TSW. Inden vierScblussversen pTC* f. f. sieht sich Israel in die alte Herrlichkeit versetzt uud jubelt. Der nun folgende Piut r,W, «"ST« erscheint ganz uud gar als eiue Wechselrede. DcrSulat ist iu ähnlicher Art omripiert. tag und 3 spricht das Volk. j-;ist das ertr.ncude Wort Gottes; |j-s wieder ein Stossgebet Israels, p erschallt als Antwort vom Himmel. In t scheint der Dichter, der den neueu Ruhm Israels betrachtet, das Gefühl seiner Seele kundzuthun. Das Gebet, welches nun das Stück schliesst, nimmt in CTCC TS» auf die Dichtung B. zug. — Seilet da, wo Kallir in seineu Stücken Gott und das Volk sprechen lässt, finden wir die Reden meist breit und nicht eiufach genug, sie enthalten oft Schilderungen und Wiederholungen, auch wechseln die Farben der Dichtung uicht rasch genug. (Vgl. den 5^«C zum 1. Neujahrstage, das Stück ip*n hz tX zuni 2. Passah tage und das 3. Stüde der Kallirsdteu Dichtungen in Zunz Jubelschrift S. 202). Wohl sind die eiugeflochtenen Rufe und Reden bei Kallir manchmal von grosser Kraft. Siehe Neujahrstagmorgen zCfZZ ^2 «»d Mussaph «jt;; rbo Vgl. auch 11 Passa hz TH und