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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1893-01-01 · 11.1893 · page 8

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
11.1893
Date
1893-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
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wurden, s«i nmtivirt er dies ausdrücklieh mi<l ffilirt <K*n Grund seines nunmehrigen, anders lautenden Urtheils an.*1) Er gieht auch die Antwort manchmal einfach und ohne Begründung,") manchmal werden kurz»' Beweise aus dem Talmud angesetzt. Wir lesen auch eine Beweisführung dureh Erwähnung eim-s ähnliehen, früher entschiedenen Falles.'51) Die Stellen aus den rahbinisrhen Schriften sind manchmal im Auszüge, manchmal mit eingeschobenen Erklärungen angeführt.*1) Als«» verzeichnen auch die babylonischen Lehrer gerne die alteren Text»». Ks wird auch einmal zur Beleuchtung der Sache ein Gegensatz vermerkt.cr) Auch einen Zusatz, der nicht die Frage berührt, aber derselben naheliegt, liest mau an dein Ende eines Kcsponsums.'"» Finnrai wird dem Falle ein zweiter angefügt, der im Fmfange des Gestatteten mehr einräumt, als der erste Satz erkennen liess.,;:> Die Auffassung der talmudischen Schriften ist bei unserem Lehrer einfach und dem Sinne entsprechend, aber frei und unbefangen. Sogar eine Mischna wird in eigener, schlichter Art angewendet und einmal ist ein Beweis geführt, der dem Talmud nicht entspricht.' ") Dieser selbst in dem Zuge der Verhandlung, in der redactioncllen Form wird „Ausspruch" der Amoraer genannt, die im Talmud nicht namentlich bezeichnet sind.'1') Unser Lehrer hat corrcetc Lesarten und benutzt die Tosifta, einmal citirt er die Mischna nach dem Wortlaute ihrer Erwähnung im Talmud, auch wird eine Mischna nach ihrer im paläst. Talmud vorliegenden Form eingestellt. In seinem Fitheile hält sich der Lehrer ebenfalls au die Tosifta.70) Die Sprache unseres Kcspondcntcu. so viel Aehnliches sie auch mit der geonäischen Ausdrucksweise hat. ist manchmal eigen!hünilicli. Man könnt»' glauben, es seien Worte und Wendungen aus der Sprache des Volkes benutz! und in «las täluiudisch-halachische übertragen/') Manche Iicdensartcn erinnern lebhaft au den agadischen Ausdruck im Midraseh.;1) Man stösst auch auf die Anwendung von Redensarten, welche dem Style dieser Briefe einen eigenen Charakter. verleihen.73) ' Die Briefe selbst sind bis auf zwei direkt der Fedn des Autors entllossen. Die beiden, in welchen es heisst „der Lehrer respoudirtc**, scheinen von Schülern im Auszug«? mitgetheilt zu sein.71) Auch sonst li«'gen «-inige der Kespoiisen abgekürzt vor, ja, von manchen besitzen wir in einer Sammlung gleichsam di«' Inhaltsaugahe und in einer andern die weilen', ausführliche K»'<lactiou.7i) Die Aut«irschaft Meschullam b. Kalonymus ist bei den meist«'ii der Kespons«'U na«-hzuw«'isen. Si«' liegen uns als kleinere Sammlungen oder als einz«'lne Kespoiisen in mehreren Compendii'U alter, geonäis«-her K«'sponscn vor. Viele sind in den Werk«'ii späterer Autoren zu h'sen. In den Iidzien ist fast immer „Meschullam, Sohn des Kalonymus'4 angesetzt. Einmal heisst er „Meschullam S. «I. K. aus LiKH-a4*;''/ und «-s bleibt immer noch fraglich, «ih sich di«'. Beifügung d«-s Stadt namens auf M«'sehullaiu, Kalonymus oder auf die Familie überhaupt bezieht. Di«' eine Sammlung (in «len liVehtsgutaeht«'ii «l«*r (l«'onen. Berlin 1S-J8. S. DJb) hat <l«'ii selum erwähnten Brief, welcher an Simon b. Isac gerichtet ist. und welcher auf «las letzte Schr«*ibeii «lieser Sammlung (S. I Ia) zunickg«'ht. Daher .stamnu'ii alle dort vcizcichucten Briefe von Meschullam.77; Die zweite Sammlung desselben Buches (das. S. :jlia) zählt unter <1«'U Kesp. viele, welche von Autoren wie Salom. b. Isac, Isac b. Ab, Mari im Nainen Meschullam b. Kalonymus angeführt werden. Daher ist ihm «Ii«1 ganze Sammlung, vou der sich auch Stucke in der llandschr., welcher die Sammlung der östlichen und westlichen (Icoiu'i» (Berlin, l<s<S8) ciituommeu ist, befinden, zuzuschreiben. Nur ein Kesponsum «lies«ir Sammlung trägt entschieden einen geonäischen Charakter, und wir müssen es Meschullam ab- .sprerheii.7") ' Ob ein Kesp., welches mit den sonst bei Meschullam ungewohnteu Worten „Mein Sinn ii«'igt sich zu folgender Entscheidung" besser Gersom, seinem Zeitgenossen, zuzuweisen sein wird, bleibt eine offene Frage.79) Ein ltesp., welches den gleichen Ausdruck hat und in den Hesp. «ler Lehrer des Ostens und Westens eingestellt ist, trifft derselbe Zweifel, zw«-i andere aus derselben Sammlung tragen den Xainen Meschullams, welcher wieder nur Meschullam b. Kalonymus sein kann, da in dieser Sammlung, soweit die Autoren nachzuweisen sind, nur die Briefe «ler Geonen und der coutemporaren alten Lehrer vorkommen. Ebenso verhält es sich mit «len Kesp. Meseh., welche mal! in der Sammlung der geonäischen Kespoiisen «ler Ausgabe Salonich 1702 und in spätem Werken liest. Die K«'.sp., welche wir ihrem Inhalte"") nach vorlegen wollen, bilden, wenn man von den Schriften der Juden in inohamedanischeu Ländern absieht, nebst den Briefen des Kalonymus 3

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