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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1892-01-01 · 10.1892 · page 14

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
10.1892
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273565--0343-2274108
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— 15 — Religion vorgetragen'), dürfte auch die Methode und den Plan seiner Vorlage um so unbedenklicher entlehnen, als er hierdurch seiner religiösen Ueberzeugung nichts zu vergeben glaubte. Und auch in dieser Beziehung müssen wir ihm das Zeugniss ausstellen, dass seine Rechtgläubigkeit durchaus tadellos ist; er ist sich überall des Gegensatzes zwischen jüdischer Lehre und christlichem Dogma bewusst. und selbst die Entlehnung der specifisch christlichen Definitionen der sogenannten „drei göttlichen Haupttugenden", des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, vermag die Bestimmtheit seines religiösen Bewusstseins in keiner Weise zu alterieren *). So urteilte man stets über dieses Buch in jüdischen Kreisen seit den Tagen des Jesaia Hurwitz bis auf unsere Zeit, in der eine neue Auflage desselben veranstaltet wurde.3) Unsere Vergleichung hat aber auch ergeben, dass der Vorzug der grössern Angemessenheit der Methode und der grösseren Geschicklichkeit der Darstellung unserem Verfasser zuzuschreiben ist. Das ist schon aus der Einleitung des Dialoges zu ersehen, die bei J. dem ursprünglichen Charakter der Katechese besser entspricht. Soll nämlich die Katechese das sein und bleiben, als was sie ursprünglich gedacht ist, so darf sie den Charakter der Unterredung nicht verlieren und nicht zu einer blossen Prüfung auswendig gelernter Stücke herabsinken. Diese Illusion, welche auch die jüngere Katechese beizubehalten sucht, geht nun aber bei dem Kl. K. gleich durch die erste Frage des Lehrers: „AVer ist ein kath. Christ zu nennen?1' vollständig verloren: es ist nichts weiter als ein Abhören eingelernter Sätze. Wie ganz anders verfährt J.! Bei ihm beginnt nicht der Lehrer sondern der Schüler den Dialog. Der Schüler grüsst den J*ehrer, dieser erwidert den Gruss und fügt die Frage hinzu: „Wer bist Du, mein Sohn?*' Lehrer und Schüler keimen einander nicht, und wenn auch der erstere für die zu wahrende Illusion viel zu rasch in den katechisierenden Ton verfällt, so ist doch durch sämmtliehe 39') Fragen hindurch die Illusion eines ersten Gesprächs festgehalten. Ja in der vorletzten Antwort des Schülers sagt dieser ausdrücklich, dass dieser erste Besuch bei dem erfahrenen Lehrer den Zweck habe, die Unterweisung desselben zu gewinnen5), und der Lehrer hinwiederum fordert am Schlüsse des Epiloges den neuen Schüler auf, seinem Vorsatze getreu zu bleiben und tagtäglich vom Morgen bis zum Abend im Hause des Lehrers zu verweilen*). Die grössere Geschicklichkeit in der Darstellung J.'s trat uns schon oben vielfach darin entgegen, dass er es versteht überall, wo der Kl. K. blos mechanisch Gegenstand an Gegenstand reiht, die innere Bewegung des Gedankenflusses aufzuzeigen durch passende Uebergänge, die von einem Stücke zum anderen hinüberführen, und durch entsprechende Begründungen, welche die einzelnen* Aufstellungen als systematisch geboten erscheinen lassen. Das ist besonders in dem vierten Ilauptstücke von der Rechtfertigung der Fall, wo unserem J. trotz seiner hier besonders hervortretenden Abhängigkeit von dem Kl. K. der Vorzug der grösseren Klarheit und systematischeren Geschlossenheit eingeräumt werden muss. Sodann offenbart sich auch die grössere Geschicklichkeit J.'s in der reicheren Belebung seiner Darstellung.' Der Kl. K. ist durchweg in trockenem, doktrinärem Tone gehalten; J. dagegen wendet sich in seinen Ausführungen auch an das Gemüt und die Phantasie, streut Bilder, Antithesen und schöne Deutungen von Schriftversen ein, wodurch das Ganze an erfrischender Abwechselung gewinnt. Wir übergehen hier die Bilder, die sich aus der Anwendung der biblischen Sprache gleichsam von selbst ergeben, und erwähnen nur einige von denen, die der Verfasser im Streben nach Anschaulichkeit in seine Darstellung einflicht. So fol. 10a, wo 0 Vorrede fol. >b: vjjn b» trat ",zi2 pro bp \wbi cs rxbn csr.yptt^ rw.2» r\:bb Tse«nn vhi .nvtfT tn& by -rs cnvrm ca:n --ist -nccxi c-^pa o*tt*2 -eis* ^.ai vzm ^3. 2) Vgl. auch das Gebet, das der Verfasser hinter seinem Buche fol. 17b ff. abgedruckt bat. =) YYilna 1884, mit einer schauderhaften jüdisch-deutscheu Paraphrase. *) Wir haben hierbei die vorletzte beifaljige Aeusserung des Lehrers und den Epilog desselben — weil sie eben keine Fragen mehr sind — nicht mitgerechnet. s) Fol. 15 a: «in rrji TTVR5 *B b$V *2V. *ro J3fiS_.T»3 ph. „ «) Fol. 17a: **;', «pe^e y:e» »b %2 yyh np:c er er b$ T.ps» n-fin rpsen nrw.

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