Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 10.1892
- Date
- 1892-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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10 — so hüben .seine Ausführungen selbst hier, wenigstens für denjenigen, der den Katechismus des CanKsius nicht kennt1), durchaus nichts Verfängliches. Zu diesem speeifiseh Christlichen gehurt vorerst die KintheiluDg der Sünde, bei C. in Erbsünde und wirkliche Sünde. Unser Verfasser übergeht natürlich die Erbsünde und hält sich nur an die wirkliche Sünde, deren Wurzeln bei ihm genau dieselben sind wie bei Canisins: A. J. foL 10h. , Kl. K. S. 87. ^•IIC' D" ntZ2 bbzz "^Ctf .... rVTC ^nx '1; Fr. Durch was für Stufeu werden wir zur vNzbc Tiiy?? xhv civxn e~c prsTe* \ Sünde geführt? %?rmren t\x j A. Duivh diese drei: Durch böse Kingeya*i2i ,iy.v? .""'ic cm K'Vw cn ruiyn TTw t bung, Belustigung und Einwilligung, oder f vorsätzliehen Willen zu sündigen. AYir ersehen hieraus, dass J. sich selbst in der Reihenfolge der Stufen an seine Vorlage halt und -PtE vor ZW stellt. Freilich versteht er auch im Anschlüsse an dieselbe unter Tis den allgemeinen sündigen Trieb im Menschen, der dazu führt, dass man zwischen Erlaubtem und Unerlaubtem 'nicht unterscheidet-'), und unter Ell!' erstlich den Leichtsinn (Belustigung bei C), der das Verbotene oft für Erlaubtes hält; sodann den Weltsinn, (Einwilligung bei C.) der sich in der sehnmkeulosen Hingabe an die erlaubten Genüsse immer mehr von Gott entfernt und den Menschen allmalig vollständig hineinzieht in das Netz der Sünde, so dass er übt die sieben Sünden, „die Gott ein Graue! sind" und zuletzt das Diesseits und das Jenseits verliert."*). Mit dieser Anspielung an das Wort des Spruchdiehters (Spr. (U(! ff.) leitet J. recht geschickt die sieben sogenannten Todsünden ein, wahrend der Kl. K. völlig unvermittelt zu ihnen überspringt: A. .1. fol. IIa.! Kl. K. S. S$.!?U'£:i PCyir« yrc nn nci n , Fr. Welche werden Haupt- oder Todsünden crvrnr» "iix cw; rmy nyrtf *n ■ genannt? pm* rz-z:?C-«r p *?y . . . . royn bz y^r'^; A. Jene, aus denen gleich als aus Haupt- ,m:-!:n:in ,ni«;n .n^czn :CH ibxr j »pielleu alle anderen Sünden entspringen. cnSi .(*nx:pn .nissspr. .cysn ,ncT.-, , Fr. Wieviel sind Tod- oder Hauptsünden? □\x^:n C"6 \x"ip ^\s* C^brpo PW yzir ■ A. Sieben: Hoffart, Geiz, Unkeuschbeit, .(^rrs ,pjc ,^LS'2e ,y~! :Cm; Neid, Frass und Völlerei, Zorn, Trägheit. Bei aller Abhängigkeit vou seiner Vorlage0) vermeidet hier ,1. den Fehler des Kl. K., der l) Vgl. weiter unten in der Anmerkung f> die diesbezügliche Auffassung des Laurentius Odhelius. -) Vol. lob: cVsyn ^syra iroam %.aS niT-.e» *~ns ~pzrh . ... w.yia o"sw a? *- rv.iS o:i inie&T. cmian triam pa pnr sS». vrvnam. :1) Fol. lia: ynn sS;: rwyan p;ya es ->as6 Sr.: c*:bi« Sy -n srpjn jtct sa n p:a c.-a mu\tnb .T.sa csax ^a;1? lies irx cc*:u> tnatn ^-x nrer: \s ... wsry^ py x*.ru -ct:::* rSx rv.as'na nipaia ir.xn rs rSsaa cSau1 nfa saro trtrv.an er. na r,:yran c,{rj:a cnai p.s nairna .nvay »nmi ",s*s m raym yas> r« wcA mr.an n«:p». na^a y^ cisn rs s*:.-*? -jya eyac c^si cni wa^sn isin sam ntn cSiyn Mne rriunSi *.csa 'tt'CJ -(r.'oS'! sjc. 4j Die sieben Todsünden sind bei A. J. alphabeturisch geordnet, stimmen aber sonst mit d.'neu des Kl. K. überein. •%) Diese Zusammenstellung prophetischer Bezeichnungen* für die Sünde ist dem babyl. Talmud Succa o2a entlehnt: >\Z} ynn vrS \b Vy Watt» nyaef M.S (a yUM.T »rr'in sriy •■: VM. Diese Zusammenstellung wurde schon von dem altera Zeituud Landsgenossen A. J.'s, vou Raphael b. Gabriel di Norzi in seinem 1579 zu Venedig erschienenen f^C nso foll;>h benützt, freilich ohne darin wie unser Autor eine Kla.>sificierung der Sünden zu erblicken. ") Die Abhängigkeit ist um so offenbarer als A. J. an Spr. C». lfi ff. zwar anspielt sich aber dennoch an die dort aufgezählten sieben Gräuel durchaus nicht halt. Laurentius Odhelius aber äussert sich a. a. 0. S. 168 über diese Uebereinstimmung unseres Autors mit der kath. Lehre von den Sünden in folgender Weise: „Notabile vero est, quod illa ipsa, quae de septem vitiis capitalibns hie tradit auetor noster, etiam iu antiqui» Christianorum übris reperiantur. Quae quin Judaicae doctrinae originem debeant, dubitandum non est. Jam si insigne exemplum sanitatis Theologiae Judaicae et praotantiae, quam prae doctrina Christianorum