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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1892-01-01 · 10.1892 · page 8

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
10.1892
Date
1892-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273565--0337-2274102
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Mit dieser Bemerkung ist er wieder hei den beiden Ausstrahlungen der Liehe, bei der Gottcs- und Menschenliebe angelangt, um hieran die Behauptung zu knüpfen, dass sie ihrerseits die Quellpunktc für alle C13 Gebote bilden. Iiier aber ist wiederum der Einfluss des Canisius zu merken. Denn so gewiss auch J. mit dieser Behauptung auf erbt jüdischem Boden steht, so ist doch nicht zu leugnen, dass er zu ihrer Hervorhebung an dieser Stelle durch seine Vorlage veranlasst wurde. Weil nämlich C. nach der Behandlung der zehn Gelmte aus der Anordnung der beiden Tafeln also folgert: „auf der ersten werden drei »Stucke, so zur Liebe flottes, auf der andern aber sieben, so zur Liebe des Nächsten gehörig, aufgestellt44')—eine Folgerung, die freilich auch auf jüdische Quellen zurückgeht3) — darum fühlt sich auch .1., der hier nicht von zehn Geboten .sondern von allen (lehnten der Religion redet, zu der Behauptung angeregt, dass das Gnmdgebot ,.Du sollst lieben den Ewigen u s. w." alle Gebote und Verbote, die sich auf das Verhältnis* des Menschen zu (Jott beziehen, in sich begreift, und das Grundgebot ..Du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst'' alle von der Religion geordneten Bezüge des Menschen zu seinein Nebenmensehen zusammenfasst."5) .Selbst zu der hierauf folgenden originellen Auseinandersetzung, dass diese beiden Grundgebote sich nicht blos in ihrem äussern Umfange vollkommen «lecken, sondern auch in ihrer inneren Energie einander gleich sind, scheint Ahr. J. von seiner Vorlage angeregt worden zu sein. C. nämlich beantwortet gleich im Eingänge dieses Hauptstückes die Frage: .,Wieviel sind Gebote der Liebe? * in folgender Weise: „Hauptsächlich zwei: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben aus ganzem deinem Herzen, aus ganzer deiner Seele, aus ganzem deinem Gemfith und aus allen deinen Kräften. Das ist das erste und grüsste Gebot; das andere aber ist dem gleieh: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten stehet und hanget das ganze Gesetz und die Propheten.144) Diesen Wörtchen ..gleich'', das sich offenbar nur auf (die Wertschätzung des Gebotes bezieht, scheint nun J. dazu angeregt zu haben, die beiden Gebote der Liebe auch in Bezug auf ihre, innere Energie einander vollkommen gleichzustellen. Und so führt er denn jn ungemein anziehender Weise aus, dass von dem Gebote der Nächstenliebe dasselbe gilt, wie von dem Gebote der Gottesliebe, nämlich dass es erfüllt und bethütigt werden muss „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Vermögen.4**) Wir kommen nun zu dem vierten Hauptstück, welches mit dem fünften des Canisius „De justitia Christiaua" eorrespondiert, und welches die zahlreichsten Vcrgleiehungspunkte mit dieser seiuer Vorlage bietet. Die Sünde als die Verletzung oder Uebertretung alles dessen, was in den vorangegangenen Stücken als gottgefällig hingestellt ist, kann ja in den verschiedenen Iteligionsgenossenschaften nur insofern verschieden sein, als es sich dabei auch um die Geringschätzung und Uebertretung der vorgeschriebenen Ceremonieu handelt. Da aber diese Sünden hier völlig ausser Acht gelassen wvrden, so glaubte J. sich um so unbedenklieher seiuer Vorlage nnsehliessen zu dürfen, als er für die Art dieser ihrer Behandlung in der heiligen Schrift, in den Midraschim und bei den jüdischen L'eligiousphilosophen Stützpunkte oder gar Belege gefunden zu haben glaubte. Möglieh, dass er sogar'der Meiuuug war, Canisius selber habe seine- Aufstellungen jüdischen Quellen entlehnt, und da er alles spezifisch Christliche aus seiner Vorlage ausscheidet, «) A. a. 0. S. 80. *) Vgl. Habl. Kidduschin 31a: ff&» V«8 "f? ,T,T xVl n-3p.l nj?£'3 .... «31 «?<J* B*YT rt.r. "px TK 133 -CSC p" »V/I Xin *.esy TC;S C^jn. Vgl. Jalkut, Ps. 138, wo ein anderer Tradent genannt wird. 3) Fol 9a: .ntryn x*? mm nsv r.ra n-3 cipün p? vszv man bz bhz% ... jnbx *n rx nnm *: rw,n c: Twa tti r^rs*. nr£2 ps*?'. yvy ^znb ci» pc» tnam bz bb\z «vi mpz -pn*? rszn&i rx rxffrfn ->*£vb rhu extra ex 'z bx iay nsr.jv n--3i .ctSj? »ua aie-m n^rwe» rniwa,T. px'.rwn cnwn D"6rn rr.se yrn 1 <) A.a.O. S.75. *) Fol. 9a-tob: apen nanxir %ri nn nt irevi vrre» *»n n-.Tn *Y.üy w cn ftxn roansm vbw^w 131 1X21 ß»E3 zh bzz X\1. Üas ist die Stelle, die Jesaia Hurwitz in seiueiu nV"l3 ,'3 fl'X JWWXn *iya* .T?Ä* citiert. 2

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