Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 9.1891
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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- 14 — Auch gegen die.se meine Conjectur Iässt sich freilich manches einwenden. Nach dem Sinne unsres Erzählers oder Uedaetors brach Salomo „damals*, als die wunderbare Wolke in «las Heiligtum einzog, in die Worte aus: „Jahwe hat ja verheifsen im Wolkendmikel zu wohnen!" und er entnimmt jener Erscheinung die Gewissheit, dass Gott den von ihm gebauten Tempel genehmigt habe und ihn als Wohnsitz annehmen wolle. Und in dieser Gewissheit spricht er beruhigt weiter: „So habe ich dir denn wirklich ein Haus gebaut!"* Fassen wir den Sinn in dieser Weise, so erklärt sich auch der Uebergang von der 3. prs. in V. 12 zur 2. prs. im ]X in natürlichster Weise: und wenn der Syrer liest r~V2N nrx 'n, so i>t das wieder nur billige Conjectur. Was die LXX oder den Schreiber ihrer hebräischen Vorlage veranlasst hat, hier ein Lied aus dem ^2">n -sr zu vermuten, ist offenbar das *X des V. 12, das an Josua 10, r> erinnert11). Mau darf auch in der Tat nicht sogleich jeden Satz, den die LXX mehr hat, als die Mafsfsora, in den Text einschieben wollen. Wenn z. B. 1 Sam. lO.i LXX hinzufügt: „Du wirst sein Volk beherrschen und erretten aus der Hand seiner Feinde rund umher", so ist das lediglieh aus und u; zusammengeflickt; und der Anfang von 10.- „und dies sei dir «las Zeichen, dass dich der Herr über sein Erbteil als Herrseher gesalbt hat" ist aus V. 7 herausgegriffen. Das sind billige Einschiebsel. Ebenso wird doch wol auch niemand die prosaische Einleitung der LXX zu den Klageliedern für .authentisch nehmen. — Ein vorteilhaftes Zeugnis indessen für die LXX gibt die Erzählung von Jerobeams Erhebung, über welche Hauke (Weltgeschichte 111,2. S. 11 f.) so urteilt: „Ich halte dafür, dass hier zwei verschiedene Traditionen vorliegen, welche nicht vereinigt werden können. Dem Fragment, das sich in den ältesten Handschriften der LXX befindet und ohne Zweifel auf einem dem anderen ebenbürtigen Texte beruht, gebe ich als Historiker den Vorzug." Dies ist nun auch für unsren Spruch nicht ohne Bedeutung. Die Abweichungen nämlich der LXX von dem hebräisehen Text im Buch der Könige beginnen schon in dem 2. cap. und erstrecken sich bis zum 14., und mehrlach erscheint der letztere ohne guten Zusammenhang. Die Verwirrung muss aus alter Zeit stammen; es wurden Stücke verschiedener Quellen, weil sie nicht zu einander passten, hin und her geschoben. So scheint mir auch das Stück 8, u — ^i überhaupt erst spät eingefügt. Das geht erstlieh aus der Einleitung V. 14 hervor, der mit V. üb wesentlich identisch ist. Die Verse 55—Gl konnte Salonin nur zum Volke gewendet gesprochen haben; folglich gehören die ersten Worte des V. 14 zu 55. Dann aber beruht dieses Stück V. 14—21 auf der falschen Vorstellung, welche im 2. Sam. T, n liegt (oben S. 12). Aber dass dieser Vers später eingeschoben ist, ist gewiss, und dort ist in den Versen 5—lt; nichts gesagt von PZ'ün, wie es in unserm V. 18 heisst. Dagegen wird in uusrem V. 24 f. wirklich nicht au den dortigen V. 13 erinnert. V. 2t» ist eine Wiederholung des Anfangs von 25 mit der Variante pN"1 für "CK*. — Ebenso oder noch später sind die Verse 10 und 11 eingeschoben. Denn abgesehen davon, dass von einer Wolke in oder über dem Tempel doch nirgends wieder die lJede ist, sind diese Verse unverständlich. Als die Wolke das Allerheiligste, und doch gewiss nur dieses, erfüllte, waren die Priester schon hinausgegangen; warum konnten sie nun nicht weiter ihres Amtes walten? Auch ist in dem folgenden Gebet davon, dass die Herrlichkeit Gottes im Tempel sei, gar keine Rede. Sondern Gott im Himmel blickt auf den Tempel, der ihm geweiht ist vr- V. 29.43) und erhört d;e in demselben gesprochenen Gebete (V. 2!> f.). So steht im hebr. Text V. 12, der alte Spruch, zwischen zwei verdächtigen Stellen, und es erklärt sieh leicht, wie er umgestellt werden konnte, da er vor und rückwärts keinen Zusammenhang hatte. Die Angabe, dass die Wolke eingezogen sei, könnte ebensowol den alten Spruch an sich gezogeu haben, wie er auch dieselbe vielleicht erst herbeigeführt hat. In jedem Falle aber guten Sinn gibt: „das Haus, in das man sich zurückzieht", wäre im Gegeutheil ein rZ'-'S nij r!*2 „mir eia Haus, ein Haus meiner Heimstatt, um zu wohneneine Ueherladung. Auch bietet ja »las .Griechische n-nat^, was beweist, das man rcr. für genommen hatte. Und wie kam mau auf das \V. in verwandelt? Dieses unwillkürliche c.«t r«) beweist, dass ursprünglich ist; es ist der wirkliche Rest der alten Lesart. Und welches Haus ist „wohlanständigfür Gott? Das Schlimmste aber ist der Imperativ der LXX, denn uirgends hat Gott den Tempelba» befohlen, wie W. am besten wissen muss (vgl. S. 12). '*) Allerdings fehlt gerade dort in der LXX die Erwähnung des 'WC- Dieses übersetzt sie 1. Kön. 8,5» ßifXior Ty; ohJ»;*, aber 2. Sam. 1, is ßi,iXi»v tov ev&od.