Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 9.1891
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2273546-2273563--0314-2274078- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 13 — So nützt uns die LXX auch hier teils nichts, teils wenig. Denn wenn sie von e. 18 nur V. «-*, is«. i3,i4.i5, endlich k., sw—s»a bietet, so habe ich wahrlich zum Scharfsinn unserer Kritiker, insbesondere Wellhausens, das Zutrauen, dass sie diese Verse aus dem hebr. Text wol herausgeschält hatten auch ohne LXX, während wir froh sein können, dass uns die Mafsfsoreten in c. Iii — IS eine Menge verschiedener und allerdings sich widersprechender Berichte trotz aller Widersprüche bewahrt haben. Die Mafslsma hat uns nicht, verarmt, sondern bereichert. Aber gerade auch bereichern soll uns die LXX. Und wie dankbar müssteii wir demjenigen Kritiker (Wellhausen) sein, der uns aus der LXX ein altes Lied aus dem reconstruirt! Indessen, ich habe noch kein rechtes Zutrauen zu diesem Liede fassen können. Das Buch der Könige erzählt I, c. 8, wie Salomo den von ihm gebauten Tempel einweiht. Nachdem die heilige Lade an ihre .Stelle gesetzt war, da erfüllte die Wolke das Allerheiligste. Und nun sprach Salomo: „Gott will im dunklen Gewölk wohnen; doch habe ich Dir ein Wohnhaus gebaut, eine Heimstätte für immer.* Hiernach wendet sich Salomo dem Volke zu und redet es an, dann spricht er das Eiuweihungs-Gebet. Die LXX hat die eben übersetzten Worte, mit denen Salomo begonnen hatte, nicht an dieser Stelle, sondern erst hinter V. das heisst hinter dem Weihe-Gebet, wo diese Worte aufser jedem Zusammenhange stehen. Xun hat Themas Anstois genommen an „das schwarze Dunkel**, obwohl er selbst 2. Sam. '22,\u citirt, wo das schwarze Gewölk als Wohnung Gottes beschrieben wird, und wo es V. iausdrücklich heifst: „Er macht Finsternis um sich her zu seinem Versteck." Freilich liest die cbald. Uebersetzung chzT? statt b*^?. Das gefällt Thenius, und er beruft sich dabei noch auf die LXX, V. i,; und 2. Chron. 0, ... Aber nirgends hat Gott gesagt, dass er Jerusalem erwählt habe. Die LXX bietet als Worte Salomos (nach einigen Correcturen Wellhausens): „Die Sonne am Himmel hat er geschaffen, »Jahwe, doch hat er wollen wohnen im Dunklen und gesprochen:, bau mir ein Haus, ein Haus meiner Heimstatt, dass ich dort ewiglich wohne — «ehe es steht geschrieben im Buche des Kedlicheu." Hiernach wäre im hebr. Text der erste Satz ganz ausgefallen, das Uebrige wäre entstellt10). So überraschend diese Restitution auch ist"), so kann ich sie dennoch nicht für richtig halten. Der hebr. Text des V. \2 kann räthselhaft, weil lückenhaft, erscheinen, und so wäre eine Hülfe der LXX wünschenswert, und es könnte sein, dass sie uns hier wirklich zu .statten, käme, aber in andrer Weise, als W. meinte. Weder haben wir hier ein Lied aus dem -.it'Vi liD1-'), noch auch überhaupt ein Lied. Es ist eine Betrachtung Salomos, die er naturgemäfs bei Gelegenheit der Tempel-Weihe zu allererst anstellt (die Stellung derselben in der LXX ist entschieden falsch). Nicht um den Gegensat/, von Sonne und iinstrer Wolke kann es sich handeln; denn dieser ist in der alten Welt selbstverständlich: die Sonne wohnt in der Gewitterwolke, aus der die Blitze schiefseo. Es wäre doch ein wunderlicher Gedanke Salomos, dass Jahwe, obwohl er die helle Sonne geschaffen habe, doch die dunkle Wolke als Wohnort vorziehe. Nein, vor allem steigt in Salomo ein Gedanke auf, wie ihn Jes. tU»,i ausspricht. Danini würde ich vorschlagen, W.*s Correctur des sinnlosen sporv.asv dankbar annehmend, zu lesen: bz~"*Z ]ZZ'b C^-Z'Z yz~ 'azz Gott hat zwar seinen Tron im Himmel errichtet und will im Wolken-Dunkel wohnen, pr£ "f? b\Z1 p*2 T."1^ C*C;> ~rz&? ich aber habe dir dennoch eine Heimstätte'3), eine feste Wohnung für ewig gebaut.!") Don grioch.Text: "llbor tyi'waiatt' tV uvmu'c) xruiui, ihtc luv xtttutxiiv iiyrütft.r nixuÖöu^aw «ixoV ftttv, oixor it'nof.iij mtvnö ior xttiofxih' Zf.ivuiijUii. ut'x ölW ici'iij yiyiucmu tr fltfäio r/Js" wAui übersetzt Wolthausen scharfsinnig folgendennalsen in das Hebräische zurück: \t; "2 :S~"> 2 pii'S "ES ."T,* CZV2 pH "*:••" "ZC2 ü'r, N*;* C*w> PZ'Z'b *S ~" n*2- Nämlich W. erkannte in tynöuiau' das Jicbr. p2."T» welches man fälschlich statt yzr, las: t:u xunüu,t»s aber setzt nicht die Lesung z%~Jrr; statt c'cS'> voraus (hätte das Sinn?), sondern soll wol bedeuten ,ius Wunderbare, also Ewige"4. ") Thenius hatte geineint, die Stelle der LXX sei schwer zu entwirrendes Convolut von Bemerkungen und vielleicht auch Variauten, welche zu V. 12.1:1 gehören und hier (uach V. 53) eingefügt sind." Vi) Selbst'die Weise des Citats ist mir verdächtig. Denn 272 v"d ursprünglich nur mit b'J und nicht mit; coustiuirt, und so hat auch sonst die LXX im c. gen. oder acc, aber nicht wie hier tV. Ich stütze mich also für die Ergänzung auf die LXX, ohne ihre, wiemir scheint, schlechten Lesarten anzunehmen. Wie das sicherlich falsche aus dem von mir vermuteten Itter entstanden sein mag, weiss ich nicht, ebenso wenig, wie das falsche rn aus dem richtigen bl21 entstehen kounte. Während nämlich 'j jva einen