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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1889-01-01 · 7.1889 · p. Seite 5

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
7.1889
Date
1889-01-01
Page
Seite 5 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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— 5 — Wnrteu darlegt •)• Di***-' Sicherheit befähigte ihn dazu, den Talmud in arabischer Spruche zu erklären. Auch von Joseph ihn Abitur wird mitgetheilt, er ha hu für den Chalifen Alkahim II den ganzen Talmud arabisch erläutertk). Wir wissen nicht, ob in der Thal jeder der zwei bedeutenden Lehrer fast zu gleicher Zeit dieselbe gelehrte Arbeit ausführte, oder oh diese, von Joseph begonnen, nach «lein Abgange desselben aus Cordoba von Chanoch für den fhalifeu fortgesetzt wurde. — Ks kann kein Zweifel darüber herrschen, dass Mose und Chanoch auch der Fixirung des gesetzlichen Usus, der üahicha, besondere Sorgfalt schenkten. Diese Festsetzung und Aneinanderreihung der llalachot war in den babylonischen Schulen in rebung. In Spanien kam es nun allerdings zuerst darauf an, durch die Erläuterung der talniudlschen Schriften die Kenntniss heimisch zu machen und zu verbreiten. Dass aber die Aufstellung der Sehlusssätze der Halacha nicht vernachlässigt, dass sie bei der Unterweisung in den rabbinisehen Diseiplinen ebenfalls im Auge behalten wurde, beweisen die kurzen Halachasätze, welchen wir, wenn auch selten, aber doch im Anschlüsse an die Response.!! dieser Meister lesen, ganz in der Weise, in welchen wir solchen in den Gutachten der Geonen begegnen, bezeugt ferner di-j in diesen Bescheiden sehr oft vorkommenden Hin Weisungen auf kurze Halachasätze. Dies«; sind nicht immer schon im Talmud als das Kndergehnlss der Abhandlung bezeichnet. Unsere Respondenten folgern oft aus der Discnssion, dass der aufgestellte Satz als leitender Gedanke aus dem Schulgespräche hervorging. Auch ein Satz, den erst die Geoneu für die Ucbung festsetzten, wird, unter der Form, welche sonst die llalachot des Talmud einleitet, als Beweis erbracht Das Nebeneinanderstellen und Ordnen der Lehrsätze für den religiösen Usus erscheint freilich in den Tagen dieser in Spanien eingewanderten Lehrer zurückgedrängt. Aber doch müssen diese Meister besondern Fleiss und hervorragende Sorgfalt der Halacha fzugewendet haben, wenn schon der vorzüglichste Schüler Chanoch's, Samuel ihn Negrela, llalachot .schreibt und die religiösen Entscheidungssätze als das Hauptmoment des Talmud ansieht '"), wenn die Männer des eilften Jahrhunderts, lsac ihn Giat, Isae. Alfasi und lsac b. Reuben mit einander wetteifern./ llalachot zu verfassen. Während jedoch für die Lehrthätigkeit dieser Meister als Krklärer des Talmud wie als Tlieihiehmer im der Halachafestsetzung ausser den bezeichneten Spuren ihres Wullens blos der Geist ihrer Nachfolger zeugt, blieben uns Briefe von ihrer Hand aufbewahrt,, welche den Beweis geben, dass die Lehrer, was ihr responsales Wirken betrifft, eine, grosse Thätigkeit entfalteten. Kaum hatte man in H. Mose den kennt nissreichen Mann gefunden, so traten die Schüler mit Questionen vor ihn, die alles.Zweifelhafte, und Unsichere umfassten, das ihnen vorlag. „Sie reihten ihre Fragen aneinander", erzählt Ab. b. David"). In dieser Weise waren früher die über verschiedene Stoffe Auferkläruiig erbittenden Brief«' nach Sura und Bumpadita ergangen. Aufschlüsse, über schwierige Stellen in der alten Literatur. Deelsionen bei getheilter Meinung früherer Lehrer, Entscheidungen über augenblicklich vorliegende rechtliche und ehereehtüehe Fälle wurden in einer geschlossenen Kette den Geonen vorgelegt. Mit allen diesen wendete man sich jetzt an die in Spanien heimisch gewordenen [jehrer. In Responsensammlungen zerstreut, in gelegentlichen Mittheilungen der späteren Halachasehriftstcller findet man die Gutachten unserer Lehrer über religiöse, meist über Fragen des praktischen Hechtes. Neben den Resp'oiisen des B. Mose's sind zahlreiche Briefe seines Sohnes und dessen Zeitgenossen Ii. Joseph b. Lsac Ihn Abitur auf uns gekommen. Dieser ist in Spa'nien geboren. Der Geschichtsschreiber sagt, dass er unter dem Namen Ihn Sitanas bekannt war.") Vielleicht weist dieser Name des tahrers auf dessen Heimat, Lusitanien hin. Nach dem Tode des R. Mose stand «lesseil begabter Schüler in Cordnba in grossem Ansehen. Gemeinden und Fragesteller haben sich wohl an ihn gewendet. Als er in Folge seines Streites mit R. Chanoch Cordoba verlie&s, scheint er noch längere Zeit in Spanien geweilt zu haben. Vielleicht hat er auch da noch Responsen erlassen. Dieser Lehrer, welcher nachher, von Chanoch und seiner l'arthei in den Bann gethan, einen andern Welttheil aufsuchte und in Damaseus starb, schrieb zwar, abgesehen von dem arabischen Talmudeommentare, dem man ihm nachrühmt, in aramäischer Sprache. In diesem Idiome lesen wir die Reste seiner Psalmeiierklärung, in ihr fertigte er eine Epistel an Samuel hakohen aus Fess aus. Doch handhabte er auch die hebräische Sprache sowohl nach dem verschlungenen, kunstreichen, harten Style der älteren Synagogendichter, als auch nach der geläuterten Form, in welcher

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