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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1888-01-01 · 6.1888 · p. Seite 10

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
6.1888
Date
1888-01-01
Page
Seite 10 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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— 10 — Berichterstatter aus jener Zeit weiss davon. Ob der im M. M. liier und da erwähnt«: Salomo eben Moh ho sei. kann bezw«*if«*lt werden, hat aher mit unserer Sache nichts zu thun. du eine Trogschrift, wie M. M.. keine historische Quelle ist. Und gewiss war für Kam. der voll und ganz im talmudischen .ludenthum stand. Molcho. der zwischen Jud»*nthum und Christeuthum hin und her schwankte, eine zu problematische Kxistenz. als dass eine gegenseitige Beziehung denkbar wäre. Sobald man aufhört. Josef Karo für das Maggie! Mescharim verantwortlich zu machen, gelangt man zu einer unbefangenen Würdigung jenes Mannes, wie wir es oben (S. 7) versucht haben. Dann „verlud er nicht in kabbalistisch«* Schwärmerei, und hatte keinen TraumsoufHeur, d»*r ihm geschmacklose Schriftdeutungen offenbart«' und die Zukunft enthüllt«'"44), „sehnte sich nicht nach demselheii Märtyrerthum wie Molcho" „vertiefte sich nicht so sehr in den Mischna-lVxt, «lass er ihn auswendig kannte (konnte)-'") und könnt«* die Entstehung des „Schuhhan Aruchu *7) richtiger und zutrelYender erklärt wenl«*n. Wenn mau auch die l-Vststellung von Daten. Druekort«*n u.s.w. den „Bibliographen" zuweisen darf, so sollte doi h bei der Charakterisirung so einllussreicher Männer, wie Karo war. mit Besonnenhut und Umsicht verfahren werden. Von «lern Schulchan Anu h (richtiger IM Josef mit Schulchan Arueh) heisst es (S. 42s): „Religiöser Drang, kabbalistische Schwärmerei und Klirg«*iz hatten gleichen 'Antheil an diesem "Werke*. Nun kann wohl zugegeben werden. «lass an der Abfassung von Codices wie Sefer ha-lttim von Ju«la Barcelloni. Sefer ha-Ittur von Isak b. Ahha Mari, Mischne Tora von Mainionides. Turim von Jakob b. Ascher u.. s. w. religiös«*r Drang mitwirkte, ein solches Motiv ist nicht specilisch d«*m Bet Josef eigen;, ob und wo der Ehrgeiz mitgewirkt, erlaube ich mir nicht zu bestimmen. Dass bei Karo aber ^kabbalistische Schwärmerei" gleichen Autheil mit den :md«*ren Intentionen gehabt, wird ja von (Irätz selbst in Abrede gestellt («bis. S. 4*50). da Karo nur wenige kabbalistisch«* Element«* aufg«'ni»mmen hat. Wem, der sich über Kabbala belehren lassen wollte, würde es einfallen, das Bet .loset* zu studiren! Ks braucht schliesslich kaum gesagt zu werden, dass der Versuch einer Charakteristik Karo's, dieses Mannes aus dem sechszehnten Jahrhundert, unabhängig ist von der Bedeutung, die ihm die Entwiekelung des Judeuthums in <h*r (Jegenwart beilegt.

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