Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 6.1888
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 5)
- Language
- German
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— 6 — Generationen hindurch wahrzunehmen. Erst mit dem siebzehnten Jahrhundert, mit dem sieh vorbereitenden politischen Niedergange der Türkei und dem sich steigernden Drucke, der auf Juden und Judenthum lastete, traten freiere Bestrebungen in den Hintergrund und die Kahhala breitete ihre Herrschaft weiter und weiter aus. Wie in älteren Zeiten hervorragende Tannaini, wie später Hai und Maimonides der Kahhala zugeführt wurden, so sollte auch Karo, der Heros der Halaeha des sechszehnten Jahrhunderts, demselben Schicksale preisgegeben werden. Er war zwar eigentlich zu der geheimen Weisheit (."PPCJ narr) von Xatur nicht prüdisponirt; das sah Isak Loria, der sich viele Muhe mit Karo gab, schliesslich ein, da Karo stets, wenn ihn Loria in die Geheimnisse einführen wollte, einschlief,s); indess, was dem Menschen unmöglich, braucht es ja nicht dem Engel zu sein; also hatte Karo unter den Offenbarungen eines Maggid zu leiden, und das Maggid Meseharim erschien unter seinem Namen. Den bisher bekannten biographischen und bibliographischen Nachrichten über Josef Kam Christ wenig hinzuzufügen. Man weiss, dass er UNS geboren, als (vierjähriges) Kind Spanien vcrliess; sein -Vater hiess Efraim h. Josef b. Ffraim und war ein Bruder des Isak Karo, von welchem ein lYntateuch-Oommentar ToVdot, Jizchak, konstant. 1518 und öfter erschienen ist19). Er war Schwiegersohn 1) des Isak Saba (B. J. 0. Oh. 4-25), daher Oonforte (Kore 35a) glaubt, dass Karo's Frau Schwester des Samuel Saba war30), was auch durch Abkat Kochel No. 13 bestätigt wird, obgleich in der'Oorrespondenz Karo's mit Isak Saba*'1) dieser Verwandtschaft nicht Erwähnung geschieht; 2) des Ohajim Albalag (B. I. 0. Ch. 343); 3) des Secharja Sechsei (?) Aschkenasi (Abkat Kochel 2i>). Ein Sohn Isak wird Abkat Kochel 47 erwähnt; sein Sohn Salomo war Kabhiuer in Onnstantinopel und Freund des Asarja Josua in Smyrna"); sein Sohn Juda edirte (Salonichi 1527) des Vaters Gutachten zu Eben ha-Eser und (Salonichi 1005) dessen Bedek ha-Bajit; mit Jedidja, Sohn dieses Juda, hat Conforte in Salonichi sich unterhalten*9). Aus Josefs Jugendzeit wissen wir so gut wie nichts; um 1520 war er in Xikopolis'-4), wo man noch in späterer Zeit sein Bet- und Lehrhaus kannte*'),, ling 1522 in Adrianopel seinen unter dem Namen Bet Josef bekannten Oommentar zu Arbaa Turim des Jakob b. Ascher an, beendigte ihn in Zefat in Obergaliläa 1542 und verwendete noch zwölf Jahre mit der Durchsicht des Buches, so dass das Ganze nach zweiunddreissigjähriger Arbeit vollendet war. Nach Zefat hatte er sich von Adrianopel aus über Constantinopel und Salonichi, wo er 1533 war (Kore 35 a), begeben. In den drei oder vier Jahren nach Vollendung des Bet Josef verfasste er den in weiten Kreisen bekannt gewordenen, handlicheren, in CI^c: und C'S^'C eingeteilten Auszug Schulchan Aruch. Sein Kesef Mischne, Comment. zu des Maimonides Mischne Tora, erschien kurz vor seinem Tode, zum Theil durch die Bemühungen des Asarja de' Kossi'-'fi). Sein Bedek ha-Bajit (Oorrecturen zu Bet Josef), seine methodologischen Arbeiten als Oommentar zu Halichot Olanl des Jeschua ha-Levi, und seine Gutachten zum Eben ha-Eser erschienen erst nach seinem Tode, welcher am Donnerstag den 13. Nisan (24. März) 1575 erfolgte. Eine Sammlung von Gutachten zu den drei anderen Turim erschien unter dem Namen Abkat Kochel*7) Smyrna 17J>5, fol., Leipzig 1.S59, 4. Manches ist ungedraekt geblieben. — Trauerreden über ihn hielten Moses Albelda (Darasch Mosche Yen. 1002) und Samuel Juda Katzenellenbogen (Zwölf Deraschot Yen. 15«)4); eine Elegie über seinen Tod von Juda Moscato ist im Ozar Nechmad III, 107 mitgetheilt. — Ueber seine Grabschrift vergl. Hamaggid XII, 13 und Chibbat Jeruschalaim 13b unten. Das Bet Josef ist das bedeutendste Werk Karo's, Frucht einer — wie wir gesehen haben — zweiunddreissigjährigen Arbeit, und wird von ihm — nicht ohne Selbstbewußtsein — häufig in seinen Gutachten angeführt. Es darf auch als ein hervorragendes Werk in der halachisehen Literatur bezeichnet werden. Nur der Form nach ist es ein Oommentar zu Arbaa Turim. In der