Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 5.1887
- Date
- 1887-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 13)
- Language
- German
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— 14 — Anmerkungen. ') Vgl. Ein mutazilistischer Kaläm u. s. w. Wien 1872 bei Carl Gerolds Sohn. Aus den Sitzungsberichten der phil.-hist. Classe der k. k. Akad. d. Wissensch. (Bd. LXXI S. 169 ff.) besonders abgedruckt 2) Diese Hervorhebung dürfte überflüssig erscheinen, wenn man der Worte Münks (Preface zum Guide p. V) sich erinnert: „Je Tai fait imprimcr en caracteres hebraiques: d'abord, parce que J'autcur Iui-meme, com nie tous les ecrivains juifs arabes, employait Fecriture hebraTque dans lcs ccnts relatifs au judaismc et quo cette ecriture a ete conservec dans tous les manuscrits qui nous restent du Guide." Indessen ist diese Verallgemeinerung im Hinblick auf Saadia früher schon eingeschränkt worden. Graetz (Gesch. d.'Jud. V, 305), wir selbst (Mouatss. f. G. u. W. d. J. 24. Jahrg. S. 120) und Landauer (Einleitung zum Kitab.al-Arhänäth . . Leiden 1880 p. 14) haben es gegenüber dem Eigensinn und dem Schwanken mancher Gelehrten ziemlich evident gemacht, dass' Hauptwerke Saadias bald nach ihrer Abfassung zum Mindesten auch in arabischen Charakteren verbreitet gewesen sein iriüssen. Was nun für Saadia gilt, könnte umsomehr auf den Basir ausgedehnt werden, als dieser — wie gezeigt werden wird — als Commentator eines muslimischen Buches über die Wurzeln der Religion, und mit dem ausgesprochenen Willen, auch in seinem eigenen Werke den Mutaziliten aufs Genaueste zu folgen, noch viel mehr, als Saadia auch auf muhammedanische Leser rechnen durfte. Dafür würde auch sprechen, dass im arabischen Original des Muhtawi nicht ein einziges Mai gegen die Rabbaniten unter Nennung dieses Namens polemisirt wird. Dreimal, wo al-Basir gegen eine rabbanitische Ansicht maassvolt ankämpft, bedient er sich eines unbestimmten Ausdruckes, wie blpi ]ö u. dgl. (Vgl. über ein ähnliches Vorgehen Saadia's im Kit.* al-Amänäth Kaufmann Gesch. d. Attributenlehre. Gotha 1877. S. 83 IT.) Wenn in der L'ebcrsetzung p!2"l vorkommt, so ist dies verdeutlichender Zusatz des Verteilte». Tiefer aber, als durch alle diese Erwägungen wird der Munk'sche Kanon, dass alle jüdischarabischen Schriftsteller in den Judaismus betreffenden Schriften sich der hebräischen Charaktere bedienen, — im Hinblick auf die Karäer wenigstens — durch die beträchtliche Gruppe arabisch geschriebener Judaica erschüttert, welche M. W. Shapira als 2. Abtheilung Ivb in The Athenaeum No. 2855 vom 15. Juli 1882 und in No. 2856 vom 22. Juli 18S2 beschrieben hat, und welche jetzt dem British Museum in London einverleibt ist. Was spcciell die Werke des Ba?ir anbelangt, so befindet sich darunter ein Fragment des arab. Originals des PD^rtö u. z. die Capp. IX^-XX und XXIII—XXIX in arabischen Charakteren; desgleichen ein grosses Fragment eines philosophischen Werkes, worunter des Basir al-Tstiäna vermuthet wird. Herr Dr. Hoerning in London hält diese Fragmente für sehr alt, wohl aus der Zeit des Verfassers, also aus dem 11. Jahrhuudert stammend. Alle diesem gegenüber ist es sicherlich nicht überflüssig zu betonen und zu beweisen; dass das Exemplar "des ^nno. welches dem Vertenten zur Vorlage diente, in hebräischen Charakteren gcschriebei» gewesen sein dürfte. .Schon die Menge stehen gebliebener arabischer Sätze und Worter lässt sich psychologisch leichter erklären, wenn zu der Verschiedenheit der Sprachen in Text und Uebersetznng nicht auch noch eine Verschiedenheit der Schriften hinzugedacht werden muss. Doch zwingender wird diese Annahme hebräischer Schriftzeichen in der Vorlage des Vertenten durch folgenden Irrthum, der ihm beim Uebersetzen begeguet ist.