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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1886-01-01 · 4.1886 · p. Seite 19

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
4.1886
Date
1886-01-01
Page
Seite 19 (sequence 18)
Language
German
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— 19 — Es sind hier zwei Erzählungen zusammengestellt, die in einer gewissen Beziehung zu einander stehen. Der erste Bericht von den Sadducäem bildet den Haupttext, dessen Schluss Viwy VlAlM^ DP 1P1K1) C P) an das Ende des Kapitels gerückt wurde. Die Sadd. besassen ein Buch der Sfrafbestimmungen' wohl verwahrt ruiöl 2^2; wenn man ein Urtheil niederschreiben sollte (z. 1. pi Uli priD VDW2)) ging man hin, forschte und sah in dem Buche nach («las büVtr ist gleichbedeutend mit ICIH und wie das talmudische pe'Til pbxHP aufzufassen, ebenso Cap. X r^Am huwn p^KW V>m). Die Pharisäer bestanden auf Foigerung und Beweisführung aus der Schritt. Die Sadd. waren ausser Stande solche vorzubringen. Es erscheint, ein Schriftvers angesetzt, aus welchem deducirt wird, man dürfe gesetzliche Lehrsätze nicht niederschreiben (von dem 2 mal vorkommenden 'minn ist im Texte eines elliminirt, man kann lesen p2ni2 jW jN20 "\r^ "UyammmD bv 2TC1 mim p rp*n wznb pirw 60) 12D2 rfl-^n und wird die Erzählung mit der Mittheilung geschlossen, dass der Tag, an welchem man das Buch der Strafregister ausser Kraft setzte, fortan festlich gefeiert wurde. Obwohl an einer andern Stelle der Fastenrolle die Notwendigkeit betont wird, massgebende Lehrsätze aus der Schrift zu erweisen (Cap. X) hat der letzte Redactor der Rolle auch hier eine Erzählung von der Erklärungsweise der Boctossäer aufgenommen, und im Gegensatze zu dieser wörtlichen Auffassung des Seiiiiftwortcs betont, wie nothwendig das Festhalten der mündlichen, durch Tradition überkommenen Deutung sei. Dieser Beweis und dio Verse, welche ihn unterstützen, kann man in gewissem Sinne für einen Xebenbeweis des Grundsatzes gelten lassen, dass das schriftliche und das mündliche Gesetz auch in der Form der Aufbewahrung» auseinander gehalten werden müsseu. Deutlich tritt dies in dem zweiten der angeführten Verse (pvbn ibx cn™2 n&v «npo ni rnc1?! nsin «wirn czb uns nnj») hervor, wo rtcbn demanpo in Bezug auf die Art, wie sie den Geschlechtern zu überliefern sind, entgegentreten. Von Sehrift- KtcJlen, welche in der rabbinischen Literatur zur Begründung des Verbotes, Lehrsätze niederzuschreiben, gedeutet werden, -sind uns bekannt: a) 4. B. M. 17.il (o. St.) ">2D2 nwn P2P12 paw *pT.' "W'N miP.fl S"y. Wenn auch dio in der Fastenrolle mitgetheilte Thatsache historisch ist, so vermögen wir doch das Alter der Deduktion aus dem Verse nicht hoch hinaufzurücken, da R. MeTr den Vers noch anders und einfach auftasst. Unser Text kann nur dem Ausspruche Ii. JadiL-i angepasst werden. B. Synhedrin 87 a N1DD ]pl Tn wsi nie n*w ian bv "jcik http 'i d'i n2~ nxicn -jroiw mD wrw 12~ bv sbx 2"n iy»N ynw *"i-nn so\xij? -;rn' nvx minn s y -11... onsio naio. Vergl. Sifre z. St. b) & B. M. 34.27 (B. Gittin 00 a, Temura 14 b). rAstfl ü^2'n PK 203 fwycttM '1 v>"l «in MZ^n 2P12 nnt? pX b2X 2P12 nPK f6tf. Dies scheint eine selbstständigc Erklärung der Schulo R. Ismaels zu sein. Wir kennen nicht den Xamcn des Jüngers, der dem letzten Tanaitcngesehlcchto angehört haben mochte. c) Denselben Vers dmiot (das.) R. Juda, der Sprecher S. b. Lakisch' WrU 12 miTP 1 WT\ anznn 's bv t -»eis "r^ '3i nbxn cnann 2in2 ioin "ins 21P2 &«'pb p t^'n 'naMnino 5> ]» pC?6 ^ISH 2P22£' an2TH 2P22 Omxb~*XZ") Ü'V2V D"n2"l r6i*n. Zu vergleichen ist Jeruschalmi Pea 2.G, Chagigä 1.S V» (Megilla Li iiyc&'12 scheint unrichtig) pyoifc' "1'2 pv>!11 ijr,l> *1 p-w cn tcn zirp nr2 -cj? m: ps i*6 cjo nna "ptf ivra 2P22B' no met? ox tok *OT b-P-- .IHNMib CN1 12^' blpC nnx 2022'^ ~D P?2^p^ •"--^ K- Jüdan in Jeruschalmi ist olfenbar der R. Juda aus dem Lehrhau.sc R. Simons, d. i. IL Juda S. Nachmanis des Babli. Schemot Rabba 47, welches aus d. Jeruschalmi aufnimmt, hat ebenfalls (zu lesen 2"1 *»2) '12 mm '11 pnr> ,m\ ytlCltr- Ebenso muss Tanchuma ed. ß. HJ. Tissa IS für '12 mi$V '11 pW '1 emondirt werden. Im Jeruschalmi lautet das Wort der Lehrer einfach, und scheint die Spi'ze des Satzes dahin zu gehen, d3ss Gott den Bund, resp. die Belohnung nur unter der Bedingung zugesichert habe, wenn die mündliche und die schriftliche Lehre beachtet würde. Diese einfache Aulfassung scheint Babli noch von dem Ausspruche R. Jochanans zu. bewahreu. Denn es erscheint in Babli, wo die Deductionen für das Verbot des Niederschreiben* der mündlichen Lehre zusammengestellt werden, und wo im tarnen R. Jochanans gesagt wird mm 'DTZO DD^n "CHD, in Bezug auf unsern Vers nur der Satz R. Jochanans C'12"n %3 bv '2QUV2V C'121 ^2 büW Cy nn2 ,T2pn H12 pr.1» '110«" rhttn- Hingegen gibt der oben angeführte Satz Judas, des Sprechers S. b. Lakisch der ganzen Scharfe . des Gedankens Ausdruck, es sei dem Verse zu entnehmen, man dürfe dio Tradition nicht niederschreiben. 3*

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