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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1886-01-01 · 4.1886 · p. Seite 16

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
4.1886
Date
1886-01-01
Page
Seite 16 (sequence 15)
Language
German
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— 16 — 3) I. Konig. 21.8-11. Auch hier ist in V. 8 wie IL Sam. 11.u erst das Niederschreiben und Absenden des Briefes als eine Thatsache mitgetheilt. In den folgenden Versen wird der Inhalt des Schreibens angegeben. Das letzte Wort der beiden Briefe spricht den Zweck derselben aus non >T\Q\ Die Stilisirung dieser Briefe ist klar und natürlich, die Erzählung gewinnt durch diese Darstellung Schärfe und sicheren Ausdruck. Das kurze Schreiben Isabels enthält den Plan einer weitläufigeren Machination; es wird, da mehrere Personen zu umstricken sind, in mehreren Exemplaren ausgefertigt, und da es eine fremde Hand im Namen des Königs schreibt, durch das Siegel des letzen beglaubigt. 4) II. Kon. 10.1-G. Der Brief V. 2 beginnt mit der Formel D3^X nimson «33 nnjn, der wir auch bei einem anderen, ebenfalls kurzen und bestimmten Briefe begegnen, den der aramäische König an den jüdischen sendet (IL Kön. 5.6). Die Aufforderung des siegreichen Jehu an die Häupter Samaria's, den tüchtigsten Prinzen aus dem Hause Ahab's zum Könige auszurufen und den Kampf aufnehmen, klingt ritterlich, und hat in der Farbe des Ausdruckes etwas Humor. Der zweite Brief (V. G) der den Auftrag enthält, die Köpfe der Königssöhne nach Jisreel zu bringen, ist, wie die früher in den B. Sam. u. Könige mitgetheilten Briefe, kurz und bestimmt. Der Erzähler lässt hier die Worte „Wenn ihr zu mir stehet und meinem Auftrage Folge leistet14 als gewinnend und persuadirend die Epistel einleiten. Der Satz vertritt gleichsam das .G^bx Hin "1?Dn K33 HP];! Alle diese Briefe haben einen gleichen Charakter. Ganz anders lauten die Briefe, welche in der Darstellung des Chronikers ihren Platz, finden. Das Sendschreiben Elia's an Joram ist eine niedergeschriebene prophetische Ermahnungsrede (II. ehr. 21.12—15). In demseiben Geiste ist die Auf- ' Forderung Hiskias an die Stämme, das Passafest zu begehen, gehalten (II. ehr. 30.6—9). Die LXX scheinen an erster Stelle liT^N'O 3nrE3 vhü N^l gelelesen zu haben. 3) Jesaji 29.li. Ist es schon von den verrathtragenden Briefen in d. B, Sam. u. Kön. voraus- . zusetzen, dass sie verschlosseu waren, so wird hier die Sitte, Briefe, zu versiegeln, deutlich mitgetheilt. Vgl. Nchcm. 6.5 nmno m3N\ In der Zeit der Mischna gab'es für die Siegelung, des Briefes eine bestimmte Form. M. Sabbat 8.5 maKn DDirD. 6) II. Kön. 19.14, 20.12. Während die Darstellung der internationalen Verhältnisse alter Zeiten immer nur von Boten und Sendungen, niemals aber von Briefen spricht, lesen wir von der Zeit Jorams v. Isr. an Sendschreiben fremder Könige an jüdische Fürsten. Vgl. Rieht. 11.15» L Sam. 15.6, II. Sam. 10.2; I. Kön. 5.16-22, IL Kön. 5.5, 14.8—9. Dass ein solcher Brief die Bedeutung der Botschaft erhöhte, geht aus IL Kön. 20.12 und besonders aus 19.u hervor, wo Hiskia die Briefe Sanheribs vor Gott hinlegt (LXX lesen dSHD^). Vom diplomatischen Briefe wird vornehmlich der PI. UHSO gebraucht. Vielleicht verwendete man zu solchen mehrere Blätter. Vgl. Jer. 29.25,29, Nehem. 2.7,9, 6.19 TONO rhti PTUK. S: Gesen. Th. ISO. 7) II. Chr. 30.1—6. Die Briefe gehen von dem Könige und den Fürsten aus (V. 6). Im V. 1 wird dio einfache Thatsache kurz berichtet. 8) Jerem. 29. Der Brief ist der tiefen Bedeutung wegen, welche er für die Diaspora hatte, von besonderer Wichtigkeit. Wir haben es hier mit einem kurzen prophetischen Auftrage zw thun, der sich in die Form eines Briefes kleidet und an seiner Spitze das prophetische „So spricht der Herr* trägt. Wie um uns zu vergewissern, dass wir es mit - aem historischen Briefe zu thun haben, fügen die LXX V. 1 nach' Q^^n ^1 noch eVnaroAqv hinzu. Der Brief scheint mit den Worten V. 7 Dlb fVn1 rvü'\bW2 "»3 zu endigen. In der Polemik gegen denselben wird in V. 28 nur der Hauptgedanke der Verse 5—7 angeführt, nicht aber erwähnt, dass Jer. gegen die babylonischen Propheten geschrieben hätte. Gegen die Annahme, dass dies in demselben Briefe geschehen sei, spricht dio Adresse V. 1 D^P33H (LXX iL'SvdoriQoyijtag). Die verschiedenen Reden und Prophezeihungen des Jeremia erscheinen in dem Buche, welches diesen Namen trägt, nebeneinandergestellt, obwohl sie oft bei ganz 'auseinanderliegenden Gelegenheiten vorgetragen wurden. V. 8 beginnt eine solche Rede, welche Jeremia wahrscheinlich später, als dio Verlogenheit der babylonischen Propheten bekannt wurde, bei passender Gelegenheit hielt oder niederschrieb, um sie durch einen Prophetenjunger nach Babylon senden und dort vortragen zu lassen. Da der Text der Verse 8—15 nach den LXX nicht so sicher ist, 30 möchten wir vorschlagen, V. 20 u. 15 vor V. 8 zu setzen. Diese zweite Rede würde mit V. 9 endigen. (Y. 20) r&33 ü^tflTD ^nr^tC USta rftun 71 "m TO£'~OnKl; (V. 15.)

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