Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 2.1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 21)
- Language
- German
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22 entgegen, auf die wir liier eingehen wollen. Nidda 3,3. heisst es: Dpilö nvi C« '121 l"»sisr rfrson rcp^l 1211? :w, und hierzii lesen wir im b. Talmud: rtnn 1D1« bl«fc> «2« cpno T5tf mr«K Tn ^«nwnnrornno rsi2i2t cdb W2 («peein w 2121 pspü mbo wi ("pana wna «bn ntopa miso tf>yi v? p« q^jto dt "pnni roi«} rnipw njna rcp: nmi c«i ntfue inn» ahn j\\n p*n lnsnsoi -p pwnw p&2 im« ppna «b« 'in dto im« ppia p«i 121 wnn 2*?ro 1H180 OTC1 p'pn l^'NUf DD"»p ÄP2D "101« W2T\ 12 H1? nC«1 IM 12 'PW «2« («TTO« ppTQ "CTO «lOrQ «\i rcp;^ VITO in1? C«1 «in 12W V1T2 "JD2DD D« ipo- Aus dem natürlichen Sinn dieser Baraita erhellt nun, dass dieselbe von der Misclma abweicht, indem sie Unterscheidungsmerkmale für 121 1">£10 und H2P: -tobt angiebt.48) Es muss also befremden 1) dass t>l«ltf «2« und 5l«isr «2« IM "}2, welcher Letztere mir in* dieser Stelle im Talmud erwähnt wird, nicht nur denselben Namen führen, sondern auch, abweichend von der Bestimmung der Mischna, dieselbe Ansicht vertreten, 2) dass die Fortsetzung der Baraita: '121 im 12 bnw «2« im« ppii2 UP3 weder in der Tosiphta noch im j. Talmud sich findet, 3) dass eben diese Fortsetzung: '121 im« pp"i2 ura '121 -D22D C« Dipo im«2 ws?3Di pV?n. l£'«i£' CD*p «^20 zu den früheren Worten das.: p«l ncn2 «b« p«!! jnxi '121 DV22 im« ppm . nicht passen (cf. den Talmud das. im« ppll2 12T»3 iriOK"2). "Wir dürften demnach annehmen, dass der Passus '121 ppH2 1^2 nicht ursprünglich zu dieser Baraita gehörte, sondern einer anderen Baraita entlehnt, und wegen des gleichnamigen Inhalts mit der eisten verschmolzen wurde.49) In der einen Baraita wäre somit Aron einer Untersuchung mit den blossen Augen gegen die Sonne die Rede gewesen, und in der anderen von einer Untersuchung mit einem Stückchen glatten Holz (cf. Chullin 17 b. 56 a. Tos. Nidda c. 8. Ende), in der einen Baraita wäre der Autor ^lXty «2« genannt worden, und in der anderen bestimmter IM 12 'Pixir «2«, und es würde sich gerade daraus die Identität von bl«ltf «2« mit tt'J 12 ^«ts* «2«. oder besser DJi ]2 *?i«»' «2« ergeben. Der Name IM mit dem vorgesetzten aramäischen 12 für ]2 klingt für eine Baraita Etwas sonderbar, und kömmt auch dieser Name nicht weiter ") So lesen richtig statt 1t£'«1C R. Hai Gaon iu seinem Comnientar zu Teharot iTtfjJO J>2ip □■01«: ">T cd. Hosenberg S. 31. (vgl. Anm. das. S. 54.) R. Chananel (cf. Tostiphot das.) Aruch s. v. Jalkut II, i)Oö. R. Abraham b. Isaak im Eschkol I. S. 92., so heisst es in der Tosiphta, wie sie den Tosaph. das. und R. Isaak Or-Sarua I. S. 02 vorlag, und so heisst es j. das. 3,3. Wajikra R. c. 14. «•') j. das. genauer leein ^2ip: ,0) Jalk., Eschkol und Maimuni (Hil. Issurc Bia 10.3.) haben rnns V5, welche Leseart vorzuziehen ist. Für «liyEM Ein2 heisst es Tos. j. Waj. R. das. richtiger niiyifiO, was auch zu b. weiter I121«1? miytfio ruru (opp. rem1? miyico mns pb) besser passt, vgl. npiiD miytso das. 25 b. Anstatt mii?B'2 n:n: liest Jalk. nnytM) n\sii Eschkol m&VD ni2^; richtiger heisst es Tos. und j. das. mwr nmu, Waj. R. hat miyao HpHD. *") Die erläuternde Bemerkung das. '121 pne«12 im« ^112 T&D gehört freilich nicht zur Baraita. 4S) Raschi und Maimuni das. suchen die Baraita mit der Mischna zu vereinbaren, ihre Erklärungsweise ist aber gezwungen. Der grosse Meister Maimuni scheint hier auch die unrichtige Leseart 1B'«1D vor sich gehabt, und unter irwj üen ganzen Körper (13U) verstanden zu haben, während es doch hier „Genitalien" bedeuten soll. Die Frage der Baraita CpilD T<5!B> mr« darf freilich nicht auf unsere Mischna: rcp^l 1211? 2STI CpilD nvi c«l l^V? nit'fc'in .11»« 121 ZPO iÖD l'SB? rfcson bezogen werden (wozu die Antwort '121 H2p3 nrwi D«1 nicht passt). sondern auf eine Mischna, die A. Saul hatte, und etwa so lautete: DpIlD um D«l lbl^> nB'Bm nr« '121 DVD iÖO TSiy nbsen rwvvn, oder i*?i2 «in nn cpno hm dw. 49) Derartige Verschmelzungen kommen nicht selten vor; ein Beispiel dafür bietet bereits unsere Stelle in Waj. R., wo die im j. Talmud auseinandergehalteuen Baraitot zn einer einzigen überarbeitet sind.