Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 2.1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 19)
- Language
- German
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20 Heimath und seinen Wirkungkreis berichtet36), nirgend werden uns seine Lehrer, Schuler und Genossen namhaft gemacht, und fast nirgend treffen wir ihn in geistigem Verkehr mit anderen Autoren. Im Traktat Abot, wo uns kernige Sitten- und Wahlsprüche im Namen der einzelnen Tanaim nach der Reihe ihrer Aufeinanderfolge mitgetheilt werden, vermissen wir einen solchen Kernspracli im Namen des Abba Saul, und scheint er nicht einmal des Ehrentitels „Rabbi" theilhaft geworden zu sein, sondern stets den bescheideneren Titel „Abba* geführt zu haben. Selten tradirt er im Namen früherer Lehrer, und kein späterer Tana Avird genannt, der in seinem Namen eine Halacha überliefert hätte (vgl. jedoch Anm. 60.). Es dürfte demnach seine Zeit schwer zu ermitteln sein, zumal die wenigen Angaben, die wir dafür haben, einander zu widersprechen scheinen. Nach b. Nidda 24b. soll er ein Zeitgenosse von R. Tarphon gewesen sein, der noch im Tempel zu Jerusalem als Priester fungirte37), nach b. Pes. 34a. soll er im Hause Rabbi's das Brod nach den Bestimmungen levitischer Reinheit zubereitet haben ("Ci fPn "CT rra b'£ b2Z bistr *CS), und nach b. Nidda 38a. soll ein Abba Saul im Namen liab's eine Halacha referirt haben. Der zuletzt genannte A. Saul, der ein Amoräer gewesen sein muss, kann hier freilich nicht in Betracht kommeu, und dürfte in der letzten Stelle die Leseart überhaupt zweifelhaft sein, weil ein Amoräer A. Saul nicht weiter erwähnt wird, und der Titel „Abba" für diese Zeit ungebräuchlich ist.31') Aber auch die zwei ersten Stellen bieten uns nicht geringe Schwierigkeiten, so dass wir keinen besonderen Nachdruck auf dieselben legen können, und vor Allem von zuverlässigen, bestimmten Angaben ausgehen müssen. Solche finden sich Tos. Synhed. c. 12., wo A. Saul ausdrücklich im Namen des R. Akiba eine Ansicht referirt, Tos. Kilajim c. 4.r Oholot c. 6., wo er eine Meinungsverschiedenheit zwischen R. Akiba und Ben Asai. zwischeu R. Akiba und den Chachamim mittheilt, und war er somit jünger als R. Akiba und Ben Asai. wahrscheinlich ein Schüler des Ersteren. und lebte etwa um 150 n. v. Zr. Bestätigt wird diese Annahme durch b. Nidda 61 a. ^lSH&'fiCXiTOn von Nummer 8 mit 9 und 10. an uiul für sich selbst klar ist. Die Nummern 17. 18 und 19. nbsen ii* 2 nr^ rbzbz ,pr>T.E n'zipi:^ sr-zn^sb po ,p"r,c r.'ü j2ipn pptnD ur'-z ir.so o^cir "Vü6 p^TC n -1 pEiS sind wohl wegen der gleichnamigen Ausdrucks weise p'Tlö n'2) pl^S V:2 an einander gereiht. 3,:) Dafür aber zeigte man im sechzehnten Jahrhundert sein angebliches Grab in Biri, vgl. Schwarz Tebuot-Haarez S. 102. 3I) Menachot 11,5. finden wir eine kurze Discussion zwischen ihm und anderen Lehrern über die Bedeutung der Präposition bv 3. M. 24,7., eingeleitet durch die unbestimmten Worte 'V? no», und ''cm 1C&-, die allerdings auf die das. früher genannten Autoren R. Jehuda und R. Meir, die eine andere Meinung äusserten, bezogen werden können, vgl. die Baraita über die Beschreibung der Stiftshüttc c. 8. (Der verstümmelte Text das. muss nach der Misehna emendirt werden.) Tos. Terumot c. 7. Kelini. B. Kama c. 1. Semachot c. 3. begegnen wir ebenfalls einer Erwiederung auf die Meinung des A. Saul mit den vorangehenden unbestimmten Worten "V? Nach einer eigentümlichen hagadischen Erzählung b. Nidda 24b. soll er selbst einmal die Worte '"»'? HEN„ eben so unbestimmt gebraucht haben. =*) cf. Dar. Harn. S. 102 und j. Joma 3,7 b. Kidduschin 71a. Koh. R. zu 3.11 und hierzu Megilla 4,6. Tos. Chagiga c. 1. j. Sucka 3,15. b. Chullin 24b. 31') Auf b. lt. Batra 123 a. JCX 12 JOTt IQ 50lip SB^n JOS nvo 8572 darf kein Gewicht gelegt werden, weil aus j. Maaser Scheni 4,1. nin XU 12 m\l '1 "121 1C55 "»1p "13 "S^Yt (12) 5t2K \Ö ms «n-pp 12 »S^n p mm ]sd lex '121 ^0112 hervorgeht, dass «3^n N2K in den Kreis der Tanaim gehörte, vgl. Tos. Maas. Sch. c. 4. '121 1D1N miip je iTp"?n 5CN; in Wajikra R. c. 5. p V1 "121 fei pl> *cx me&* mm vi -.2 in;cn mm Kisnab 'JTN unpb ist dieser Name inihümlich durch eine Combinirung mit dem in der früheren Erzählung das. genannten ]1T» K2K entstanden, und muss dafür pi p2K gelesen werden, vgl. j. Horajot 3,7. Debarim K. c. 4. Tanchuma zu 5 M. 12,20.