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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1876-01-01 · 2.1876 · p. Seite 19

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
2.1876
Date
1876-01-01
Page
Seite 19 (sequence 18)
Language
German
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IRI
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19 derselben Schule bei verschiedenen Personen und zu verschiedenen Zeiten mannigfache Ansichten obwaltet«n; es mögen somit beide Angaben zum Theil richtig sein, indem so mancher Autor aus der Schnle des Schammai. wie etwa R. Elieser und dessen Lehrer, es mit dem Verbote von HSpiD nicht so ganz genau nahm, und so Mancher wiederum aus der Schule Hülei's, wie etwa Rabban Gemaliel II. sich streng daran hielt, cf. Schabbat 1,9. Beza 2,6.. Die Reihenfolge der einzelnen Nummern in Edujot würde besondere Beachtung verdienen, wenn daraus ein Schluss für die Reihenfolge der Traktate gezogen werden könnte. Allein wenngleich die Nummern 4—7., wie. auch 11—1(5. eine Ordnung in der Reihenfolge inne halten, so scheinen, abgesehen von der bereits besprochenen Nummer 2, die Nummern S—10., wie auch 18 und 19. den Zusammenhang zu stören:3 ) vgl. auch die Reihenfolge in Perek 5.1— Durch genaueres Sichten der einzelnen Bestandteile unserer Mischna könnten wir also einen Blick werfen in die geistige Werkstätte ihres Meisters und eine Einsicht gewinnen in die halachischen Sammlungen, die ihm als Muster und Material vorlagen. Doch dürften wir uns damit nicht begnügen, und müssten die. Frage höher hinaufschieben, wie wohl die Mischnajot beschaffen gewesen sein mögen, die diesen Sammlungen wiederum zu Grunde lagen, und besonders wie die Mischna des R. Akiba, die den späteren Autoren zumeist als Richtschnur diente, angelegt, geordnet und abgefasst war. Aber auch hierbei dürften wir nicht stehen bleiben, und müssten noch höher hinaufsteigen und fragen, in weicher Form wohl R. Akiba den Halachastoff aus der Schule Hillel"s überkommen und vorgefunden hat. den er so meisterhaft bearbeitete, indem er die einzelnen Disciplinen genau von einander zu scheiden suchte, das Ungleichartige auseinanderhielt, das Zusammengehörige an einander reihte, mit Conse<menz und Folgerichtigkeit jegliche Satzung durchführte, und somit Ordnung und Einheit in den Lehrinhalt der Halacha brachte. Diese Fragen sind allerdings nicht leieht zu beantworten und dürften wohl nimmermehr vollständig und endgilt ig zii entscheiden sein: jeder noch so geringe Versuch aber, der uns nur um einen Schritt ihrer Lösung näher bringen kann, niuss beachtenswerth erseheinen, und so wollen wir hier aus wenigen uns erhaltenen Notizen den Nachweis führen, dass dem Verfasser unserer Misdina eine Mischnasammlung von Abba Saul vorgelegen, die er mit anderen Sammlungen verglichen und aus der er an einigen Orten Varianten mitgetheilt hat. Die Mischua des Abba Saul muss also in solchen Fällen bis auf die mitgetheilten Abweichungen mit den anderen Sammlungen gleich gelautet haben, und diese gleichlautende Fassung kann weder von Abba Saul noch von seinen zeitgenössischen Autoren herrühren, sondern muss aus gemeinsamer Quelle geflossen sein, und einen höheren Ursprung haben- Aus solchen gleichlautenden Halachot könnten wir einen Schluss ziehen für die ungefähre Beschaffenheit der Mischnajot vor dem Zeitalter des Abba Saul, und erscheint es daher gerathen, zunächst über dessen Zeit und Person, so weit dies thunlich ist, Einzelnes anzugeben. Die Grundlage der folgenden Besprechung, wie beinahe aller in dieses Gebiet einschlagenden Untersuchungen der jetzigen Zeit bildet die „Hodegetik in die Mischna" <n:wen ^TU jenes Meisterwerk meines hochverehrten seligen Lehrers Zacharias; Frankel, dessen Andenken diese Zeilen gewidmet sein mögen. .,13137 "ÜT Nur spärliche, dürftige Nachrichten haben sich uns über die Lebensschicksale der meisten Tanaim erhalten, über Abba Saul besitzen wir auch solche nicht Nirgend wird uns über seine «) Es ist aber zu erwägen, dass Nummer 8 möglicherweise für iTViea norm nanon im Traktat Terumot gelehrt wurde, vgl Teharot 9,4. Tos. Terumot c. 3. j. das. 3,4., und die Verbindung 3*

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