Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 2.1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 5)
- Language
- German
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6 Daher finden wir an mehreren Orten des babylonischen Talmud *) neben den „Halachot* d. h. der Mischna, auch den Siphra, die Siphre8) und die Tosiphta aufgeführt, und diese Sammlungen besonders sind es, die wir noch heute besitzen, wenngleich in arger, verstümmelter Gestalt, indem ihnen in späterer Zeit, wo sie für die Praxis keinen bedeutenden Werth hatten, nur geringe Aufmerksamkeit und Pflege zu Theil geworden. Diese Baraitot werden auch gewöhnlich im babyl. Talmud, so sie nicht gelegentlich bei der Diskussion, sondern direct angeführt werden, durch die Formel p21 i:n eingeleitet, weil sie eben zumeist Gemeingut des ganzen Lehrhauses, aller ]J21 waren.9) Keineswegs aber sind diese Baraitot mit derselben Sorgfalt und Genauigkeit wie die Mischna memorirt worden, und man scheint sich im Allgemeinen schon mit der Kenntniss ihres Inhalts begnügt zu haben, ohne auf ihren Wortlaut und ihre Fassung besonderen Nachdruck zu legen. Daraus ist es zu erklären, dass so oft dieselben Baraitot anders im jerusalemischen, anders im babylonischen Talmud und anders in den uns vorliegenden Baraitasammlungen lauten, dass so viele Verwechselungen dabei vorkamen, hier und dort Manches hinzugefügt wurde, und an anderen Orten wiederum Lücken entStauden, wodurch das richtige Verständniss zuweilen ganz verloren ging, nicht selten jedenfalls erschwert wurde. Haben sich doch selbst in die Mischna hier und da Zusätze und Fehler eingeschlichen! Viele Halachot, die wir noch heute in den Baraita-Sammlungen besitzen, und über so manche im Talmud aufgeworfene Frage genügenden Aufschlnss' zu geben geeignet wären, scheinen in der einen oder «n»i2 yrh csns -vzbrz z^2i:n pixo l^sx "»2 m«i2n -irsi *Din -pno umso .T»:r6 xbv ncbir cä* ro^scni s6 r^r^zn "»rsn nz ^isrci ircbr.z nwicp r.Ti"i2 areen c;i "121 rfy 3?w 56 R. Sal. h. Aderot zu Kidduseh. U>b: ü:n .1*6 FClßl ]«ö iCS« Nr-"12Z \N"»p2 *6l pCMI srcnDÖ N22'5< ^c: *x NS^D rrb reift* s«bl sn"l2" Tosapliot Pes. 97 a s. v. xbs und die Bemerk, des R. Jes. Berlin z. St., Jad Maleachi 1. No. 299. Zuweilen scheint dies sogar hinsichtlich der Mischna zu gelten, cf. b. Mocd Katan öa und Tosaphot das. s. v. "ir.*6. das. ob: rp D>2.1 12p .12 tsnnSB' »TOI in 12p .12 trrctp .um 12p .12 "!2n:c rnz1;.i cien n'e nvhw pnr.i ]\x n^. welche Stellen bei einer vorausgesetzten vollständigen Vertrautheit uiit dem Misehna-Traktat Oholot autlallend erscheint, B. Mez. 114 b., worauf K. Tarn das. hinweist, und die Tos. z. St. mit der Bemerkung des R. J. Berlin, Meg. 28b. Bcrach. 20a. Horajot IIa. worauf bereits Friedmann (Vorwort zu seiner Ausgabe des Siphre sect. 2.) aufmerksam macht; ferner Ab. d'K. Xatan c. 29. Waj. R. c. 3. und 34, Koh. R. zu 5,5., den allerdings sehr jungen Midraseh Misehle zu 10,3., Seder Eliahu Rabba c. 5., j. Schebiit 10,8. 7) Vgl. Anm. 2. 8) Die ^.SSt oder wie sie ursprünglich benannt wurden, 21 n21 "»1BD IX»' (im Gegensatz zu 21 "CT NIED dem halach. Midraseh zum dritten Buch der heil. Tora) scheinen neben den halach. Erläuterungen zum vierten und fünften Buch der Tora auch die zum zweiten Buch, für die jetzt die Bezeichnung Mechilta üblich ist, unifasst zu haben; cf. Hai. Gedol. Ende ntFVI '121 rutCO *1T0 flow ns^D nj?2iN yvtr (ns*ci Nico cnsic mc njmw d^po nun unun njwn nieoin n-ra c:.i2 rwc eimts irr?ci cn2in nbio 12ti i?di rwem nbxn «nteei .121 nrora jn (vielleicht z. 1. Ü*:."12 niiro cf. Orätz Geschichte der Juden Bd. 5. Aufl. 2. S. 383, oder miro swra), wo sogar Ber. R. zu den Büchern der Siphre mitgezählt wird, Seder Tan. W'Amor., Kerem Chemed Bd. 4. S. 193., c-Tpsn tpeim metr rhx tfein ow nsvji 2i ^ai kisd nto rWo nnn •Hin rüi&'ö t&OTn» und ebenso ed. Filipowski S. 253., in der Jubelschrift zum siebzigsten Geburtstage meines sei. Lehrers Frankel S. 32., ed. Taussig S. 8. (Anders, aber weniger richtig, lautet der Text bei Asulai, Maareeb. Sephar. Wien 1864. fol. 48 a), R. Sam. b. Meir, B. Batra 124b, Dar. Ham. S. 310. Anm. 1. Auch das Schweigen des R. Scher, über die Mech. könnte darauf hinweisen, dass er sie unter den Siphre mit begriffen hat. Nur scheint für die talin. Zeit nach b. Synhed. 86a. *15D Dno ppear i nicht unsere Mech. des R. Ismael, sondern die des R. Simeon zu den Siphre gezählt worden zu sein. 9) cf. R. Scher, das. S. 25.