Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 2.1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 4)
- Language
- German
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5 Allerdings traf nicht alle Halachasammlungen ein und dasselbe Loos, und wie man die Mischiia von der Baraita unterschied, so auch die eine Baraitasammlung von der anderen. Die halachisch-exegetischen Werke, die an die heilige Schrift sich anlehnen, um von ihr die Halacha herzuleiten, und somit gleichsam ein Correlat zur Mischna bilden, konnten natürlich nicht durch die Mischna verdrängt werden, wenngleich sie keineswegs dieselbe Autorität, wie die Mischna, hatten, und auch nicht immer von allen Gesetzeskundigen gekannt waren:4) ausserdem aber erfreuten sich die Halachasammlungen des R. Chija und R. Hoschaja einer günstigen Aufnahme, und wurden als ein notwendiges Supplement zur Mischna betrachtet, und die Tosiphta, die mit Recht zumeist R. Chija, aber auch R. Hoschaja zugeschrieben wird5), scheint allgemein in den Schulen memorirt worden zu sein.?) sowohl eine ganze Sammlung, als eine eiuzelne Baraita (Halacha) datunter zu verstehen (vgl. darüber Darche Haroischna S. 307 Anm. 3. Die Benennung fiNDDin ac"l kann hier nicht in Betracht kommen, weil HNSDin nicht von der „Tosiphta* abzuleiten ist, wie es Mebo Hajer. fol. 127 b. erklärt wird, solidem von der Stadt Thospia im Nordosten der Tigrisquellen cf. Löw „Die Lebensalter in der jüdischen Literatur" S. 376. Dasselbe gilt von der zweifelhaften Leseart T2D*m pycfc' ") vgl. Mebo Hajer. das. Auch das Mneraonicon nNEDin i«n b. Ab. Sara 'JOa. gehört nicht hierher, weil dies nur darauf hinzuweisen scheint, dass Wn „der Mischnalehrer" mehr galt als iO£D „der Bibellehrer\ Seder Tanaim W'Amoraim (Kerem Cbemed Bd. 4, S. 199.), R. Samuel Jbn Xagrela, Mebo Hatalmud Th. 2. und R. Simson aus Chinon, Sepher Keritut Th. 4. Pforte 1. verstehen unter NPSD'n die im babyl. Talmud zur genaueren Erklärung und Ergänzung der Mischna durch >x:n eingeleiteten kurzen Baraitot cf. z. B. Schabbat 73 b. 7Gb. 77 b. ÜOa. und b. Erubin 52 b. Joma 18 a. Sucka ^9a. Taanit 14b. Beza 29a. Chagiga 25b. 26a. Synhed. 50a. Mackot 23a. e. c; vgl. eine andere Auffassung hierüber im Dar. Harn. S. 312. 4) cf. b. Jebamot 72 b., worauf bereits K. Scherira Oaon in seiner Epistel (Chofes Matmonim S. 26.) hinweist, Xachmani in seinem Comment. zu Chullin 74 a incsn paS' "uübb Wy jscoi '121 yoiP vb) Krvn2 bv nnspe jJBWn SCVn JTISD yy\V. Es ist aber zu beachten, dass aus verschiedenen Schulen verschiedene halachiseh-exegetisehe Werke exisurteu, und es brauchte nicht ein Jeder mit Allen vertraut zu sein. 5) cf. R. Scher, das. S. 24., R. Xissim aus Kaiman, Einleitung zu Maphteach fol. 3 a. Kasein B. Mezia 85b. Erub. 19a. Ketubot G9b. (Raschi scheint jedoch den Ausdruck Tosiphta auch für Baraita gebraucht zu haben, cf. Beza 29a. Chull. 141b.), Maimuni, Einleitung zu seinem Mischna- Commeutar und Mischne Tora, Hil. Ischut 8,4., Or .Sarua 1. S. 39. (der, gestützt auf b. B. Kam. 4 b. und Tos. das. c. 9. den Beweis führen will, dass unsere Tos. von R. Hoschaja herrühre; vgl. jedoch j. das. 1,1., wo es rPTi '1 anstatt iTO'W '1 W im Bab. heisst). Estori Parchi, Kaphtor Wapherach fol. 10 a., R. Isaac Abarbanel in der Einleitung zu seinem Commentar Xacbalat Abot und Dar. Harn. S. 311., Mebo Hajer fol. 24 b. Est. Par. das. liest b. Synhed. 86 a. K»r. ") >xrvn2 DPO für CDD TPcra '1 KnBDia und, wenn hier KP.BDW sein soll, so wäre nach dieser Leseart die Autorschaft des R Chija für die Tos. erwiesen; in der Epist. des R. Scher., Chof. Mat. S. 22., findet sich die Leseart FS*3Sn ,m\ OTi cro. die sicherlich falsch ist, zumal die anderen Ausgaben (ed. Schullam und Wallerstein) rPDru "1 haben. Raschi Bechorot 30 a liest jro "1 ttr\"*,2 DPD» während sich bei ihm Meg. 2a rPOTO KPSD1P. onD findet. Meiri in der Einleitung zu Abot fol. loa. hat die Leseart mSK "\ 'D1P. OPD |PJ KTPHS DPO (und giebt in Uebereinstimmung mit R. Abraham Ibn Daud, Sepher Hakabbala Ende de3 Seder Tanaim, an, dass die Baraita von R. Chija und R. Hosch., die Tos. hingegen von Bar Kappara herrühre), und scheint diese Leseart, auf die bereits Steinschneider, Bodlej. col. 2033., hinweist, mit der von Raschi übereinzustimmen. 6) VgL jedoch b. B. Mez. 34a. nwk ~> *m K"n n y2i wrb vuW twn mn *ai n*o p3Tl *nn ^lDSfl, woraus hervorgeht, dass man auch mit diesen Baraitot nicht immer genau vertraut war, ferner das Vorwort des R. Jacob Tarn zu seinem Sepher Hajascbar: O'rtf? "yne KU W