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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1874-01-01 · 1.1874 · p. Seite 30

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1.1874
Date
1874-01-01
Page
Seite 30 (sequence 30)
Language
German
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30 in "hebräischer Grammatik, Mathematik und Anfange des Griechischen unentgeltlich ertheilte), Herr Dr. Holzmann und Herr Candidat Blaschke, welche im Deutschen, Lateinischen, Griechishen, Geschichte unterrichtet haben. Die vorgenannte Coniniission ist erst neuerdings constituirt worden. Bis vor wenigen Monaten hat Herr Professor Lazarus die letztgedachten beiden Angelegenheiten verwaltet. Die erforderlichen Mittel sind von wenigen Freunden bisher aufgebracht worden. Wir behalten uns vor bei einem späteren Bericht, wenn der Stipendien- und Präparandenfond erst ah Umfang gewonnen haben wird, alle Namen und Details zu veröffentlichen.*) Für diesmal bemerken wir nur, dass bis zum 1. Mai 1874 bereis über 1270 Thaler verausgabt worden sind und dass der Voranschlag für die Zeit bis Ende 1874 über 1400 Thaler beträgt und trotz sehr beträchlicher Gaben Einzelner noch nicht völlig gedeckt ist. Mit dem freudigsten Danke und wahrer Genugthuung können wir hier die Thatsache hervorheben, dass die Hochschule auch in dieser Beziehung auf die thätige Theilnahnie selbst ihrer auswärtigen Freunde rechnen darf. Bereits ist von der Verwaltung der B. H. Goldschmidt* sehen Stipendienstiftung zu Frankfurt a. M. ein Zusatz zu dem Statut derselben beschlossen, nach welchem „die Zinsen des fl. 1000 betragenden Reservefonds als ausserordentliche Stipendien zur Unterstützung junger Leute jüdischer Religion, ohne Rücksicht auf deren Heimath, zu verwenden sind, welche sich an einer Universität für das höhere Lehramt vorbereiten oder dem Studium der jüdischen Theologie widmen, wobei diejenigen, welche die Vorlesungen an der Hochschule für die W. d. J. zu Berlin als regehnäsige Hörer besuchen, besonders berücksichtigt werden sollen." Wh erhalten von dort her ferner die erfreuliche Mittheilung, dass auch die Königswarter sehe Stiftung „einem strebsamen Hörer der Hochschule (nach § 10 des betr. Statuts) zu Gute kommen kann." Desgleichen ist nach dem uns vorliegenden Bericht über die „Verwaltung der Israelitischen Religions-Gemeinde zu Leipzig im Jahre 1873" daselbst eine Fürst-Stiftung — zum Andenken an den sei. Prof. Dr. J. Fürst — ins Leben getreten, und festgesetzt worden, (s. S. 4), dass „die Zinsen des Capitals für Studirende der jüdisch-theologischen Wissenschaft in Leipzig, und, insoweit sie hier nicht zur Verwendung gelangen, für bedürftige Hörer an der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin bestimmt sind." Unter den schon im Statut in Aussicht genommenen Hilfsinstituten der Hochschule steht die Bibliothek oben an. Schon bald nach Eröffnung der Hochschule beschäftigte sich das Curatorium, zugleich einem Antrage des Lehrercollegiums folgend, mit den nothwendigen Vorbereitungen zur Beschaffung, Aufstellung und Verwaltung einer Bibliothek, wenngleich zur Zeit für diesen Zweck aus den eignen Mitteln der Hochschule nur das Allernothwendigste beansprucht werden durfte. Um so grösser war unsere Hoffnung auf den Beistand, wrelchen Verehrer der Wissenschaft des Judenthums und Gönner unserer Hochschule uns in der Errichtung einer (eigenen) Bibliothek gewähren würden. In welch reichem Masse aus den verschiedensten Ej-eisen uns dieser Beistand gewährt wrofden, ist ersichtlich aus folgender Nachweisung der zahlreichen und w7erthvollen Gaben, welche uns entgegengetragen wurden. 1) Herr Dr. Geiger schenkte aus seiner Bibliothek ausser mehreren Werken eine Anzahl Broschüren und insbesondere eine Reihe jüdischer und englischer Zeitschriften. *) Nur eines gutigen Gebers wollen wir gedenken, weil er inzwischen aus der Reihe der Lebenden geschieden ist: Herr Hermann Oppenheimer in Leipzig, der Sohn des unter den Fundatoren genannten Herrn John B. Oppenheimer daselbst, gehörte zu den Ersten, die ihr Interesse an der Hochschule auch nach dieser Seite hin in edelster Weise bethatigt haben. Zu sagen, in welchem Maasse die Frauen beider Verstorbenen das Vermächtniss dieses Interesses bethätigen, würde zwar unsere Dankbarkeit erheischen, aber ihre Bescheidenheit verbietet es.

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