Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1.1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
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31 2) Fräulein FriedaGinsberg jetzt Frau v. Boschan stellte aus der nachgelassenen Bibliothek ihres seel. Vaters, des Herrn Dr. Ginsberg (vgl. S.24), die auf die Wissenschaft des Judenthums bezüglichen Werke zur Disposition, wodurch die Bibliothek mit ca. 50 Werken bereichert wurde. 3) Herr M. Deutsch in Neustadt (Oberschlesien) wendete die von seinem seel. Vater, Herrn Phöbus Deutsch, Rabinatsassessor in Neustadt, hinterlassene Bibliothek, meist thalmudischen Inhalts (50 Werke — 90 Bände) der Hochschule zu. 4) Herr B. Holländer in Leobschütz schenkte 5 hebräische Werke (in 11 Bänden). 5) Herr Cunow, emeritirter Lehrer hieselbst, schenkte zehn vollständige Jahrgänge der Zeitschrift Hammagid. 6) Das Mitglied unseres Curatoriums Dr. S. Neumann übergab unserer Bibliothek sowohl aus dem Nachlass seines seel. Vetters, des Herrn M. S. Baswitz, wie aus seiner eignen zum Zwecke einer jüdischen Bibliothek seit lange angelegten Sammlung eine grössere Anzahl hebräischer und jüdischer W7erke, Broschüren, Berichte und insbesondere auch Zeitschriften; ausserdem noch einen vollständigen Talmud (Berlin, Sittenfeldscher Stereotypdruck). 7) Durch Vermittelung des Herrn E. A. Salomon sind von Herrn G. von Bleichröder eine Anzahl hebräischer Werke (darunter ein vollständiger babylonischer Thalmud) der Bibliothek zum Geschenk gemacht worden. S) Zum Zwecke werthvoller Erwerbungen aus der nachgelassenen Zedner1 sehen Bibliothek hat Frau Bertha Oppenheim er in Leipzig dem Curatorium die Summe von 100 Thlrn. zur Disposition gestellt. 9) Durch Vermittelung des Herrn E. A. Salomon hat Her»' C. Guttentag dem Curatorium die Summe von 100 Thalern zu „Zwecken der Bibliothek" überreicht und damit die Möglichkeit gewährt, einen besonderen Bibliothekfonds zu begründen. 10) Herr K. K. Rath Director der Taubstummenanstalt Deutsch in Wien schenkte mehrere sehr werthvolle Werke. 11) Herr Dr. Cassel hat eine Sammlung von über 80 Bänden und 40 Broschüren geschenkt 12) Herr Elias Ullmann in Frankfurt aM., Dr. Gumbinner, Dr. Jellinek, Mor. Stern, Dr. Venezianer, haben verschiedene Werke gestiftet. 13) Den eigentlichen Stamm unserer Bibliothek bildet die Schenkung der Frau Professor Sarah Lazarus, welche in hochherziger Bethätigung ihres wohlwollenden Interesses für unsere Hochschule die von dem verstorbenen Professor Dr. M. A. Levy in Breslau nachgelassene Bibliothek im Ganzen erworben und mit selbiger der Bibliothek unserer Hochschule eine breite und solide Grundlage gegeben hat. Aber auch in weiteren Kreisen wird es mit dankbarer und freudiger Genugthuung anerkannt werden, dass durch diese der Hochschule gewidmete Schenkung der Levy'sehen Bibliothek das gewöhnliche Schicksal jüdischer Bibliotheken in Deutschland erspart worden ist; sie hat nicht ins Exil wandern brauchen und wird, selbst ein Product mühseliger und ausdauernder Arbeit, auch an ihrer neuen Stelle für wissenschaftliche Forschung eine fruchtreiche Quelle bilden. Sämmtliche der Bibliothek der Hochschule geschenkten Bücher werden mit dem Namen der Geschenkgeber gezeichnet. Ausserdem bewahrt das Buch der Bibliotheks-Fundatoren das Andenken derjenigen, welche durch Geschenke von Büchern oder durch Geldspenden uns ihren Beistand gewähren. Im gegenwärtigen Augenblicke enthält unsere Bibliothek über 2000 Bände. Ausserdem eine grössere Anzahl von Karten, Broschüren, Programmen, Berichten etc.