Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1.1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
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25 Das Verzeichniss der Mitglieder und der immerwährende« Mitglieder des Vereins folgt am Schlüsse dieses Berichts Zur Berathung des Lehrplans sind Gutachten eingeholt worden von den Herren: Grossrabbiner Dr. Astruc in Brüssel, Rabbiner Dr. Aub in Berlin, Dr. David Cassel in Berlin, Dr. Abraham Geiger in Berlin, Dr. Adolph Jellinek in Wien, Dr. Joel'in Breslau, Dr. Ludwig Philippson in Bonn und Prof. Dr. Steinthal in Berlin; und nachstehender vorläufiger Lehrplan (vgl. jedoch § 25 d. Stat.) vom Lehrercollegium aufgestellt worden*): Lehrplan der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums. 1) Einleitung in die Wissenschaft des Judenthums (Encyclopädie und Methodologie). 2) Der Einleitung in die biblischen Bücher allgemeiner Theil**). 3) Biblische Exegese, und zwar jedenfalls sich über den Pentateuch, Jesaia und die Psalmen, gelegentlich aber auch über die anderen Bücher erstreckend. 4) Geschichte der Bibel-Auslegung unter den Juden (der Uebersetzungen, Commentare, Grammatika und Lexika bis zur Gegenwart; Entstehung der Vocalisation und Accentuation; die Massora). 5) Darlegung der religiösen Idee in den biblischen Schriften. 6) Das Hebräische und Aramäische in der nachbiblischen Literatur der Juden (Geschichte der hebräischen Sprache). 7) Einleitung in den Talmud. 8) Geschichte der Halacha und Haggada. 9) Geschichte der den Talmud nicht anerkennenden Abzweigungen im Judenthum. (Samaritaner, Sadducäer und Böethusen, Karäer.) 10) Geschichte der Juden und der jüdischen Literatur. 11) Geschichte der jüdischen Religionslehre und Philosophie. *) In dem Begleitschreiben des Lehrercollegiums, mit welchem dieser Lehrplan uns zugesendet worden ist, heisst es unter Anderem: Was wir bieten, ist nicht sowohl ein Lehrplan in vollem Sinne, als vielmehr genau genommen, blos ein Verzeichniss der Disciplinen oder Lehr-Objecte, in welche sich die zu lehrende Wissenschaft gliedert. Wir lassen als unmirttelbare Folge gelten, dass jede dieser Disciplinen innerhalb eines bestimmten Cyclus von Semestern Gegenstand des Unterrichts werde; aber nicht blos die Reihenfolge und die Gleichzeitigkeit, sondern selbst die Zahl der Vorlesungen oder Semester, in welchen die Gegenstände gelehrt werden sollen, glaubten wir im Voraus nicht bestimmen zu dürfen, bevor uns nicht wenigstens die Erfahrung eines einzigen Cursus zur Seite stände, zumal die Bestimmungen anderer, ganz anders eingerichteter Anstalten für uns nicht massgebend sein konnten. Wir haben indessen die Frage reifllich erwogen, und wir wollten uns nur nicht zu früh binden. Ein Punkt stand uns bald fest. Das ist folgender: Wir reichen mit einem Triennium nicht aus; acht Semester ist die kürzeste Zeit, die wir beanspruchen, wobei wir die Voraussetzung raachen, dass die jungen Leute, welche Eabhiner werden wollen und welche nicht schon ausgezeichnet vorbereitet zu uns kommen, sich über die 4 Jahre eigentlicher Studir-Zeit hinaus noch hier aufhalten werden, um die Lücken in ihrem Wissen auszufüllen. **) Der besondere Theil ist unter 3) mit befasst. 4