Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1.1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
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…/2273546-2273547--0026-2273782- Visual Library
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26 12) Stellung, Lehrinhalt und Aufgabe des Judenthums in der Gegenwart. 13) Vergleichende Religionsgeschichte. 14) Ethik und Religionsphilosophie. 15) Homiletik mit Berücksichtigung der Haggada. Im Seminar 1) wird, anknüpfend au die Vorlesung No. 3, womöglich in jedem Semester, den Schülern eins der biblischen Bücher zur Interpretation vorgelegt. Ferner 2) werden in Ergänzung zu No. 4 die Schüler zum Verständniss der grammatischen und massoretischen Schriften Anleitung erhalten. 3) Die Vorlesungen unter 7, 8 erhalten im Seminar ihre sichere Grundlage durch ausgedehnteste Leetüre der Mischna, Baraithas, der babylonischen und jerusalemischen Gemara. 4) DerMidrasch sollmit Anleitung zu dessen homiletischer Anwendung gelesen werden.—Endlich 5) werden zu den Verlesungen 10, 11 ausgewählte Stücke aus den jüdischen Religionsphilosophen, den Dichtern und den mittelalterlichen jüdischen Geschichtsquellen gelesen. Eröffnung. Nachdem nun die durch den grossen Krieg 1870/71 eingetretenen Hindernisse überwunden, die vorerst nothwendigen Geldmittel beschafft, ein geeignetes Lokal gefunden und Lehrer gewonnen waren, ist die Hochschule am 6. Mai 1872 eröffnet worden. Eine Eröffnungsfeier" hat im Saale des Brüdervereins an diesem Tage stattgefunden. Gesänge, von Herrn Musikdirektor Lewandowski componirt und unter seiner Leitung ausgeführt, bildeten den Anfang und den Schluss derselben. Herr Dr. Philippson, Herr Dr. Geiger und Prof. Lazarus haben Fest- und Weihereden gehalten. Idealität Vom Mai 1872 bis zum 1. April 1874 hat die Hochschule An der Spaudauerbrücke No. 8 eine für den Anfang zwar ausreichende, aber immerhin beengte Räumlichkeit innegehabt. Seit dem 1. April d. J. ist sie nach dem U.d. Linden No. 4a in das dem „Brüdervereine zur gegenseitigen Unterstützung" gehörige Haus verlegt. Die Hochschule ist jetzt so glücklich, nicht blos einen in jeder Beziehung ausgezeichneten Hausherrn, sondern auch weite stille Räume mit vorzüglichem Lichte zu besitzen. Ein grosser, mit Oberlicht versehener Saal dient als Bibliothek, in welcher leicht und frei gearbeitet werden kann. Zwei grössere und ein kleineres Auditorium, ein Sitzungssaal, ein Wohnraum für den Bibliothekar, genügen allen Erfordernissen der Anstalt. Zu der am 6. Mai d. J. im gedachten Bibliotheksaale staatgefundenen General-Versammlung hat derselbe auch den ersten künstlerischen Schmuck empfangen. Herr Wilhelm Weissstein von hier, hat ein vorzügliches Oelbild von Moses Mendelsohn, doppelt werthvoll, weil es aus der Lebenszeit desselben stammt, als Geschenk gestiftet. Die Lehrer. Als Lehrer sind seit der Eröffnung an der Hochschule thätig die Herren: Dr. David Cassel, Dr. Abraham Geiger, Dr. Israel Lewy, Prof. Dr. H. Steinthal, smdirende. gCügjer waren jn erste Matrikel (vgl. § 26 d. Stat.) eingezeichnet: Im Sommersemester 1872: 10, „ Wintersemester 1872/73: 15, „ Sommersemester 1873: 13, „ Wintersemester 1873/73: 12.